Donnerstag, 19. September 2019

Besser anziehen, besser verkaufen Warum Firmen Dresscodes brauchen

Der perfekte Anzug: 30 Stiltipps von Giorgio Armani persönlich
Giorgio Armani

3. Teil: "Es geht doch um unser Produkt!"

Wer das sagt, macht den zweiten Schritt vor dem ersten. Bevor in einem Verkaufsgespräch nämlich das Produkt in den Mittelpunkt rückt, sind die optischen Eindrücke zu 50 Prozent wichtig. Weitere 35 Prozent gehören dem emotionalen Eindruck, etwa 8 Prozent dem verbalen. Von den optischen und akustischen Eindrücken einer Erstbegegnung bleiben noch einmal die Hälfte im Langzeitgedächtnis.

Die ersten Momente entscheiden demnach über Sympathie oder Antipathie - in nur wenigen Sekunden, aber nachhaltig. Diesen Zahlen dürfte sich nicht einmal der Controller entziehen können. Der viel zitierte gute erste Eindruck kann zwar über eine schlechte inhaltliche Vorbereitung oder etwa ein schwaches Produkt nicht hinwegtäuschen - er ist aber der Türöffner. Und dass das Produkt Ihrer Firma ein sehr gutes ist, versteht sich von selbst. In einem Markt gleicher Produkte in vergleichbarer Ausführung und Qualität muss Differenzierung - und damit das Kundenvertrauen - anders gewonnen werden.

Ein gepflegt gekleideter Mensch wird viel mehr Aufmerksamkeit für das, was er sagt, erhalten, wertet das Produkt, das er präsentiert, auf und sorgt für mehr Begehrlichkeit. Denn die Qualität der Kleidung wird vom Kunden unterbewusst auf die zu erwartende Qualität des Produktes übertragen. Die Kleidung von Mitarbeitern im Kundenkontakt ist damit Marketing pur - um auch dem Marketingleiter begegnen zu können.

Es geht doch ums Produkt: Apple-Mitarbeiter in New York - in den hippen Stores gehört das lässige Auftreten in T-Shirt und Jeans zum Kult der Marke. Das passt aber noch lange nicht für alle Branchen.

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