Donnerstag, 27. Februar 2020

Secondhand-Boatshow in Italien Wo Banken ihre Yachten verkaufen

Yachtverkauf: Secondhand-Boatshow in Genua
Marcus Krall

Die Situation ist in der Branche bekannt: In und nach der Finanzkrise - beginnend mit dem Jahr 2008 - konnten viele Eigner die Leasingraten für ihre Yachten nicht mehr bedienen. Etliche Banken, allen voran die italienischen, hatten deshalb plötzlich Assets in ihrem Portfolio, mit denen sie nicht so recht umzugehen wussten.

Szenekenner schätzen die Anzahl der Yachten mit diesem Schicksal auf tausend Stück, die sich im gesamten Mittelmeer befinden - entweder an Land oder festgemacht in einer Marina. Diese extrem unübersichtliche Situation erkannte auch Giuseppe Pappalardo, Geschäftsführer der Marina Genova Aeroporto, und entwickelte die Idee einer permanenten Brokerage-Show. "Ich schlug den Banken und Leasing-Gesellschaften vor, ihre Yachten in unsere Marina zu legen. Wenn dort viele nebeneinander festmachen, würde das doch wesentlich mehr Interessenten anziehen."

Rund zwei Jahre dauerte die Überzeugungs- und Vorbereitungszeit, nun kann Pappalardo ein weltweit wohl einzigartiges Projekt präsentieren. In einem riesigen Zelt, das er bauen ließ, lagern rund hundert Boote bis 16 Meter Länge. Davor, im Wasser, liegen etwa fünfzig Formate bis 30 Meter Länge. Alle stehen zum Verkauf, alle können mit Unterstützung des Marina-Personals sofort besichtigt werden, und alle, das bekräftigt Pappalardo, seien in einem guten Zustand. "Viele Yachten sind nur wenige Betriebsstunden gelaufen."

Boote Exclusiv

Heft 5/2017

Die Welt der Superyachten

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Zu den großen Partnern der sogenannten Secondhand-Boatshow gehören die Unicredit-Gruppe, UBI Leasing und die Banca Monte dei Paschi. Unicredit hat gar eine eigene Website (www.used2sail.com) erstellen lassen, auf der sich potenzielle Eigner alle Yachten mit Fotos und Eckdaten schon einmal vorab ansehen können. Eine Sunseeker 82 Predator ist dort etwa für 800.000 Euro gelistet, eine Aicon 72 für 470.000 Euro oder eine Sarnico 60 für 330.000 Euro. Eine Anmeldung zur Show ist übrigens nicht erforderlich.

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