Montag, 11. November 2019

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Tag Heuer

5. Teil: A. Lange & Söhne: Zeitreise mit Röntgenblick

Vor 200 Jahren wurde Ferdinand Adolph Lange in Dresden geboren. Zwar gründete er nicht die Sächsische Uhrmacherei, doch dank der Serienproduktion von Präzisionsuhren war er der erste erfolgreiche Zeitmesserfabrikant. Sein Ur-Ur-Ur-Enkel Walter Lange eröffnete jetzt die Ausstellung 'Einfach Vollkommen' im Mathematisch-Physikalischen Salon im Dresdner Zwinger. Dabei steht nicht nur die Geschichte der Manufaktur A. Lange & Söhne im Vordergrund, sondern mit 80 historischen Exponaten der anekdotenreiche Weg Sachsens in die internationale Uhrenwelt.

F.A. Lange war nicht nur ein begnadeter Konstrukteur, sondern auch ein gewiefter Geschäftsmann. Nachdem er 1845 in Glashütte seine Werkstatt gründete, verschärfte er die Qualitätskriterien seiner Zulieferer, führte effiziente Produktionsabläufe ein und exportierte sogar bis in die USA. Schon früh schien er auch ein cleverer Marketingstratege gewesen zu sein: In einer Taschenuhr von seinem Lehrmeister ist auf Latein graviert 'erfunden und hergestellt von Gutkaes'. An einer versteckten Stelle ist auch ein Hinweis auf den Lehrling Lange vermerkt - man vermutet, ohne das Wissen des Lehrmeisters.

Oft sind es die feinen Details, die in dieser Ausstellung überraschen. Ob Taschenuhren, Reisewecker oder Standuhren, meist handelt es sich um Unikate, die Museen und Privatsammler aus ganz Deutschland, aber auch London, Zürich und Paris bereitstellen. "Einige Uhren wurden noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt", erklärt der Direktor des Mathematisch-Physikalischen Salons, Peter Plaßmeyer.

Mehrere Jahre dauerten die Recherche und Vorbereitungen, um die Raritäten und Talking Pieces präsentieren zu können. Darunter der 1768 von Johann Georg Thiell gefertigte, vermutlich älteste deutsche Seechronometer und die dekorative Savonnette-Taschenuhr von A. Lange & Söhne um 1878 für den König Ludwig II. von Bayern.

Oder die 200 Jahre alte einzigartige Taschenuhr vom Uhrmacherpionier Johann Heinrich Seyffert. Sie wurde durch die Luftangriffe auf Dresden durch Hitze derart beschädigt, dass sie nicht mehr zu öffnen ist. Dennoch fand sich für ihre Erforschung ein Weg: "mithilfe des Frauenhofer Instituts für Keramische Technologien und Systeme wurden mittels Mikro-Computertomographie Röntgenbilder erstellt, um die Uhrwerke in all ihren Einzelheiten betrachten und vermessen zu können", kommentiert Plaßmeyer. So können Besucher noch bis zum 14. Juni interaktiv Schicht um Schicht eine Zeitreise in die Sächsische Uhrmacherkunst unternehmen.

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