Montag, 23. September 2019

Luxusuhren Neuheiten-Vorschau aus Basel - und Patek senkt die Preise

Baselworld: Die neuen Luxusuhren
Tag Heuer

3. Teil: Nach der Party in Katerlaune - wie die Uhren-Giganten performen

Noch nie hat die Schweizer Uhrenindustrie so viele Zeitmesser exportiert wie 2014. Gesamt 28,6 Millionen Exemplare für 22,2 Milliarden Franken verließen laut dem Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH das Alpenland. Immerhin ein Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber 2013. Die gigantischen Wachstumsraten von bis zu 22 Prozent in den Jahren zuvor gehören bei den Eidgenossen aber der Vergangenheit an.

Ernüchterung macht sich breit. Denn trotz des starken Exports erhielten die Betriebsergebnisse im Uhrensegment bei den drei Großen der Branche einen Dämpfer. Die Swatch Group, mit 20 Brands der weltweit größte Uhrenhersteller, steigerte zwar den Umsatz 2014 um fünf Prozent auf 9,2 Milliarden Franken. Der operative Gewinn lag jedoch bei 1,8 Milliarden Franken, womit dieser um ein Viertel zum Vorjahr absackte.

Ähnlich beim Luxus-Giganten LVMH, der seinen 30,6 Milliarden Euro Gesamtumsatz 2014 um sechs Prozent zum Vorjahr erhöhte. Aber der operative Gewinn für Uhren und Schmuck brach um 23 Prozent ein. Auch von Richemont mit seinen zwölf Luxusuhren-Marken hörte man ungewohnte Nachrichten: Währungsbereinigt stagnierte der Uhrenumsatz weltweit, räumte der Konzern vor wenigen Wochen zur Messe SIHH ein.

Obwohl der Richemont-Leader Cartier an einem Standort auf Kurzarbeit setzte und Tag Heuer (LVMH) eine Produktionsstätte komplett schloss, ist internes Missmanagement nicht der primäre Grund für den Rückgang. Unisono haben alle Schweizer Uhrmacher gleich an drei Fronten zu kämpfen. Besonders die Hauptabsatzmärkte China und Hongkong haben Sand im Getriebe, zudem ist die weltweite Konsumlaune wegen verschiedener Krisen gedrückt. Auch der Konkurrenzdruck untereinander setzt sich merklich durch. Erst recht bei preisgünstigen Marken erhöht sich der Wettbewerb durch Smartwatches von Elektronik-Konzernen. Zuletzt schlug Mitte Januar die Entkoppelung des Franken vom Euro ins Kontor.

Analysten der Zürcher Kantonalbank vermuten, dass dieses Jahr die Schweizer Uhrenexporte abnehmen. Der Uhrenverband FH prognostiziert eine Konsolidierung. Etwas zuversichtlicher sehen es die Vontobel Bank und das US-Analystenhaus Bernstein, die von einer Umsatzsteigerung von bis zu acht Prozent ausgehen. Sie untermauern ihre Einschätzung mit den im Januar und Februar deutlich gestiegenen Uhrenverkäufen. Kein Wunder. Wegen der angekündigten Preiserhöhungen schlugen viele Uhrenliebhaber sofort zu. Seit diesem März ziehen zahlreiche Hersteller im Euro-Markt die Preiseschraube an - um mindestens fünf bis sieben Prozent. Vorerst.

Im Machtzentrum der Swatch Group werden die Uhren gestellt. Nick Hayek (Bild) leitet zusammen mit seiner Schwester Nayla den mit 9,2 Milliarden Franken Jahresumsatz weltweit größten Uhrenkonzern von Biel aus. 20 Uhrenmarken gehören dazu, darunter Omega, Breguet, Blancpain und Longines sowie die zwei deutschen Marken Glashütte Original und Union.
Swatch Group
Im Machtzentrum der Swatch Group werden die Uhren gestellt. Nick Hayek (Bild) leitet zusammen mit seiner Schwester Nayla den mit 9,2 Milliarden Franken Jahresumsatz weltweit größten Uhrenkonzern von Biel aus. 20 Uhrenmarken gehören dazu, darunter Omega, Breguet, Blancpain und Longines sowie die zwei deutschen Marken Glashütte Original und Union.

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