Mittwoch, 18. September 2019

Luxusuhren Neuheiten-Vorschau aus Basel - und Patek senkt die Preise

Baselworld: Die neuen Luxusuhren
Tag Heuer

2. Teil: Doppelter Überraschungs-Coup bei Patek Philippe - Ausbau und Preissenkung

Noch letztes Jahr drohte Patek-Chef Thierry Stern dem Genfer Finanzamt mit dem Wegzug aus dem Kanton, weil "die Steuerbelastung, die Patek Philippe akzeptieren soll, erdrückend ist". Nur neun Monate später kündigt der Präsident der Traditions-Manufaktur an, dass der Unternehmenssitz mit 450 Millionen Schweizer Franken erweitert wird: "Damit bekräftigen wir gleichzeitig die enge Verbundenheit von Patek Philippe mit Genf". Im Jahr 2018 soll der 50.000 Quadratmeter riesige Neubau mit sechs Ober- und vier Untergeschossen eröffnen.

Nur wenige Tage später folgte eine Nachricht, die noch nie aus dem Hause kam: Patek Philippe senkt seine Preise! Um fünf bis 22 Prozent, verraten Händler. Aber nur in der Schweiz, in Nord- und Südamerika sowie in zahlreichen asiatischen Ländern. Euro-Zahler müssen hingegen sieben Prozent mehr investieren. "Weltweite Harmonisierung", nennt das die Manufaktur.

Grund sind gravierende Preisunterschiede durch die Wechselkurse des Franken. Beispielsweise waren Ende Januar in China dieselben Uhren über 30 Prozent teurer als in der Schweiz. Händler und Endkunden tobten. Thierry Stern blieb wohl nur der Schritt der preislichen und zugleich emotionalen Harmonisierung und er erklärte: "Sie können sich vorstellen, dass dies eine sehr heikle Entscheidung gewesen ist".

Wie groß das Dilemma ist, macht die Perspektive eines weiteren und gewichtigen Klientels deutlich. Sammler, die ihre Kollektionen als Langfristinvestment betrachten, befürchten jetzt Wertverluste. Ebenso sind Endkunden irritiert, die kurz zuvor außerhalb Europas Uhren erwarben.

Um weiteren Unmut vorzubeugen, lässt Patek Philippe vorsichtshalber verlauten: Die revidierten Preise gelten vorerst bis Ende Juni 2015 und Anpassungen bleiben bei bedeutenden Marktveränderungen vorbehalten. Patek Philippe steht damit nicht alleine da. Diese Rückversicherung vereinbaren dieser Tage auch andere Schweizer Manufakturen.

Patek Philippe bekommt Zuwachs. Die Zentrale und Manufaktur in der Genfer Gemeinde Plan-les-Ouates erhält einen riesigen Neubau. 450 Millionen Schweizer Franken soll er kosten und 2018 eröffnen.
Patek Philippe
Patek Philippe bekommt Zuwachs. Die Zentrale und Manufaktur in der Genfer Gemeinde Plan-les-Ouates erhält einen riesigen Neubau. 450 Millionen Schweizer Franken soll er kosten und 2018 eröffnen.

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