Mittwoch, 26. Juni 2019

Luxusuhrenmesse Baselworld eröffnet Flucht in die Nostalgie

Baselworld 2019: Die Neuheiten der Luxusuhren-Messe
Hublot

Zwei Aspekte fallen bei der Schmuck- und Uhrenmesse Baselworld 2019, die am heutigen Donnerstag offiziell in Basel eröffnet, sofort ins Auge. Zum einen der gravierende Aussteller-Schwund. Statt über 600, wie noch letztes Jahr, sind es dieses Mal nur noch 500. Wenn überhaupt. Hektisch wurden Lücken mit Imbiß-Ständen, Sitzgruppen und Pflanzentrögen gefüllt. Zum anderen die unverkennbaren Uhrentrends.

Omnipräsent vertreten wird der Retro-Look. Als ob sich die Uhrmacher im Kreise drehen, bejubeln sie die Wirtschaftswunderjahre der Ende 1940er und 50er aber auch die farbenfrohen 1960er und 70er Jahre. Ob Breitling, Patek Philippe, Bell & Ross oder Carl F. Bucherer, nahezu alle Marken scheinen sich dem Diktat ihrer Vergangenheit verschieben zu haben. Besonders neue Chronographen ähneln sich immer mehr. Jeder Hersteller, der etwas auf sich hält und Trendgespür besitzt, lanciert sie im Panda-Stil. Soll heißen, Stoppuhren mit dunklen Totalisatoren auf hellem Zifferblatt oder umgekehrt dann als Reverse-Panda.

Für Uhrenfans bietet der Nostalgie-Hype einen entscheidenden Vorteil: mehr Farbenfreude taucht am Handgelenk auf. Knalliges Blau, Quietsch-Orange, sattes Gelb oder tiefes Grün erfrischen die Szenerie. Rolex und Chopard gehen bei femininen Schmuckuhren noch der Zeit voraus. Sie haben Edelsteine als massive Zifferblätter wiederentdeckt - Türkis, Lapislazuli oder Opal. Vor allem aber Gelbgold. In Europa zählt das Edelmetall meist noch als protzig. Den Takt und Geschmack geben aber inzwischen die weltgrößten Uhrenmärkte China und USA vor. Hier steht Gelbgold über allem, was Rolex, Tudor und teilweise Patek Philippe bedienen.

Lesen Sie auch: Baselworld - mit Arroganz in die Krise

Vom historischen Einerlei sticht eine Manufaktur futuristisch hervor - Zenith. Zwar feiert sie das 50-jährige Jubiläum ihres schnellschwingendes Kalibers El Primero und lanciert appetitanregende Heritage-Versionen. Mit dem Inventor jedoch schreitet die Marke am schnellsten in die Zukunft. Die Hightech-Uhr schwingt mit 18 Hz rasend schnell und klingt fast wie Techno-Beat. On top wirkt ihr Design spacig und ist mit Materialien hochgerüstet, die selbst wilde Abenteuer überstehen.

Video: Grande Sonnerie: So klingt Bulgaris 720.000-Euro-Uhr

Video abspielen
Bild: Michèlle Mussler

Auch Patek Philippe war in der Eigen-Entwicklung fleißig. Die Genfer Nobelmanufaktur tritt mit 18 Neuheiten an, darunter zwei sehr komplexe Kaliber, an denen teils sechs Jahre getüftelt wurde. Das Ergebnis sind clever durchdachte Funktionen: Eine Business Watch namens 'Calatrava Weekly Calendar' mit Datums-, Wochentags- und Monatsanzeige und erstmals mit einer Kalenderwoche. Oder der Begleiter für Globe Trotter im Fliegeruhren-Design mit zweiter Zeitzone und Alarm-Funktion. Sammler können sich jedoch schon mal hinten anstellen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung