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Hübsch geordnet: Keiner mixt Forschung und Anschaulichkeit so elegant wie Adam Grant
Hübsch geordnet: Keiner mixt Forschung und Anschaulichkeit so elegant wie Adam Grant
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Anna Schori / Camera Press / laif

Buchtipp "Think again" Besser streiten mit Adam Grant

Der US-Starautor Grant will der Gesellschaft die Kunst des vorurteilsfreien, zivilisierten Diskurses zurückbringen. Forschung und Anschaulichkeit mixt er dabei elegant.
Von Eva Buchhorn aus manager magazin 4/2021

Die Trump-Präsidentschaft hat Amerikas Debattenkultur stark beschädigt. Nahezu jedes Thema, und sei es noch so faktenbewährt, mündet am Ende im Gesinnungsstreit. Hier setzt Adam Grant an. Der Organisationspsychologe, einst jüngster Professor an der Wharton School, gehört zur ersten Liga der US-Managementautoren. Mit seinen früheren Büchern ("Originals" oder "Option B" zusammen mit Facebook-Ikone Sheryl Sandberg) landete er internationale Verkaufsschlager. Auch "Think Again" kletterte direkt nach Erscheinen auf die Bestsellerliste der "New York Times".

Grant versucht, seinen Mitmenschen die Kunst des zivilisierten Diskurses wieder nahezubringen. Wie unsere Vorurteile überwinden? Wie andere überzeugen? Wie eine Gesellschaft dazu bringen, lebenslang zu lernen? Wer jetzt "Weiß ich schon, kann ich schon" denkt, ist Opfer des zentralen Dilemmas, das der Autor beschreibt: Intelligenz schützt nicht vor Stereotypen – sie kann sie sogar fördern. Schnelle Köpfe landen auch schneller bei ihren Lieblingsvorurteilen.

Grant preist das ergebnisoffene, "wissenschaftliche" Denken und zitiert Nobelpreisträger Daniel Kahneman. Der erzählte ihm, er liebe seine Ideen "nicht bedingungslos", sondern freue sich über jeden Irrtum: "Nur wenn ich falschliege, weiß ich sicher, dass ich etwas gelernt habe."

Grant beweist Gespür für Thema und Timing und schreibt kundenorientiert: Psychologische Empirie und Anekdoten mixt er elegant, Comics lockern zusätzlich auf. Und eilige Leser finden die 30 wichtigsten Anregungen am Ende des Buches noch einmal in Kurzform.

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