Fotostrecke

Baselworld: Uhren-Neuheiten für Technik-Freaks und Connaisseure

Foto: Zenith

Baselworld-Rückblende Spaßfaktor am Handgelenk

Die Baselworld, weltgrößte Uhren- und Schmuckmesse, hat ihre Tore geschlossen. Das Fazit: Technische Gimmicks, fröhliche Farben und traditionelle Handwerkskunst dominieren die Uhrentrends. Hier sind die spannendsten Neuheiten für Technikfreaks, Connaisseure und Fashion Victims.
Von Michelle Mussler

Basel - "2013 ist nicht das beste Jahr für Technik-Neuheiten bei Patek Philippe." Mit diesen erstaunlichen, aber ehrlichen Worten eröffnete CEO Thierry Stern die Präsentation seiner neuen Modelle. Als er die verdutzen Gesichter bemerkt, folgt sofort ein lächelndes: "Aber nächstes Jahr wird umso extravaganter!"

Im Grunde sagt Stern damit, was viele andere nur hinter vorgehaltener Hand munkeln - statt technische Innovationen zu lancieren, wartet man ab, wie sich die Märkte, vor allem das Zugpferd China, entwickeln. "Europa, allen voran Deutschland, hat Priorität, da das Asien-Business zurück geht", untermauert Loek Orpinsen, Präsident von Ebel, den Zeitgeist.

Konsolidierung ist also zeitgemäß, was sich in etlichen neuen Varianten bestehender Modelllinien zeigt. Wieder andere setzen auf moderates Wachstum und preschen mit marketinggetriebenen Gimmicks nach vorne. Mit Uhrmacherei hat das oft nichts zu tun. So kommt es schon mal vor, dass selbst der CEO nicht auf Anhieb weiß, wo und wie man die Uhrzeit auf seinem tickenden Gimmick abliest. Dafür aber steht der Spaßfaktor hoch im Kurs.

Noch immer wird kräftig an der Preisschraube gedreht, wobei einige Marken die Schmerzgrenze erreicht sehen. "Wir wollen nicht abheben, sondern eine faire Beziehung zu Uhrenliebhabern pflegen", argumentiert die Marketingleiterin Nicole Martin die Preispolitik. Lobenswert und glaubwürdig zugleich, weshalb man bei Maurice Lacroix das eine oder andere modifizierte Modell jetzt günstiger produziert und dies an seine Kunden weiter gibt. Und das Konzept, viel Uhr fürs Geld, geht auf.

Ähnlich bei den Uhrenhäusern Zenith, Nomos und Oris, die mit ihren trag- und bezahlbaren Modellen einen atemberaubenden Umsatzzuwachs in europäischen Ländern erleben. Authentizität, sprich mechanische Kompetenz, am besten aus einer Manufaktur mit hoher Fertigungstiefe, stehen dabei hoch im Kurs.

Daher setzt besonders die Uhren-Elite immer häufiger auf traditionelle Handwerkskünste und klassische Uhrmacherei. Sie wollen nicht mit einem "Uhrknall" von sich reden machen, sondern mit soliden Innovationen, die oft im Detail stecken. Die Kunden sind also kritisch und anspruchsvoll. Allen voran werden die technikaffinen Schweizer und Deutsche in der Branche hoch angesehen. Um daher glaubhaft im lukrativen Uhren-Business mitzuspielen, liieren sich immer mehr namhafte Mode- und Luxusmarken bevorzugt mit renommierten Manufakturen.

Hier geht es zu den aufregendsten Messeneuheiten aus Basel.

Verwandte Artikel