Freitag, 6. Dezember 2019

Wohnen in der Fabriketage In drei Schritten zum eigenen Loft

Leben im Loft: Etagenwohnung mit richtig viel Platz
Corbis

Luftige Räume, Stahlträger, riesige Fenster: Ein Loft ist ein Wohnparadies für jeden, der viel Platz braucht und urbanen Charme schätzt. Vorher gilt es jedoch drei Probleme zu lösen: eine begehrte Fabriketage zu ergattern, fachgerecht zu sanieren und schließlich stilsicher einzurichten.

Augsburg - Früher verschweißten hier schwitzende Bauarbeiter Metall oder Getränkeflaschen wurden am Fließband zur Befüllung geschoben: Ehemalige Fabrikhallen werden heute gerne zum Wohnraum umgebaut. In den großzügigen Lofts mit hohen Wänden herrscht eine urbane Atmosphäre, was besonders Designorientierte und Künstler schätzen. Solche Immobilien sind auf dem Markt hart umkämpft.

Laut dem Augsburger Architekt Thomas Drexel nimmt das Angebot an den industriellen Altbauten immer mehr ab, während die Nachfrage gleichbleibend hoch sei. Er empfiehlt daher simpel und einfach: den Wohnungsmarkt regelmäßig im Auge behalten. Aber es gibt Tricks: Ab und an fänden sich auch Angebote auf den Seiten der Landesämter für Denkmalpflege, verrät der Fachbuchautor.

Alternativ könne man in der Stadt nach entsprechenden leerstehenden Objekten, etwa Fabrikhallen, Ausschau halten und den Eigentümer ausfindig machen. Dieser Nischenmarkt sei besonders im Osten Deutschlands noch immer nicht völlig abgegrast, ergänzt die Inneneinrichterin Katharina Semling. Dort ließen sich noch Schmuckstücke finden.

Wohngesundheit: Energieberater zurate ziehen

Tut sich ein vielversprechendes Objekt auf, sollte jedoch nicht blind der Kauf- oder Mietvertrag unterschrieben werden. "Es ist wichtig, dass man zur Schätzung des energetischen Sanierungsbedarfs einen Energieberater zurate zieht", sagt Semling. Auch ein Handwerker oder Innenarchitekt könne bei der Besichtigung dabei sein. Plant der Bauherr Maßnahmen wie Dämmung, Austausch der Fenster und Modernisierung der Heizung, sollte man sich laut Drexel zumindest nach den verwendeten Materialen erkundigen. Denn bei der Innenwanddämmung werden nicht selten Baustoffe verwendet, "die nicht ganz wohngesund sind".

Ebenfalls ungesund sind häufig die Schadstoffe, die in manchen Lofts in umgebauten Industriegebäuden zurückbleiben. "In Gebäuden, in denen einst Metall verarbeitet oder Chemie hergestellt wurde, können durchaus Arsenrückstände vorhanden sein", warnt Drexel. Vom Verkäufer solle man sich daher eine Altlastenfreiheit vertraglich zusichern lassen, um diese gegebenenfalls auch einfordern zu können.

Die wichtigste Regel beim Einrichten eines Lofts ist laut Drexel, das großzügige Raummaß nicht zu reduzieren. Damit Lofts dennoch übersichtlich und gemütlich wirken, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um den Wohnraum zu strukturieren: Es ließen sich etwa problemlos verschiedene Ebenen durch Galerien einbauen.

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