Mittwoch, 22. Januar 2020

Mobiles Millionärs-Eiland Luxusinsel to go

Orsos Islands: Reich für die Insel
Orsos Islands

Ankern statt bauen. Wer gut fünf Millionen Euro übrig und Lust auf eine ungewöhnliche Ferien-Mobilie hat, könnte sich für das Luxusprojekt eines Grazer Unternehmers interessieren. Gábor Orsòs baut eine Schwimm-Insel mit sechs Schlafzimmern, Bordkino und Whirlpool auf dem Sonnendeck.

Hamburg - Die Sache mit der Milliardärsinsel ging nicht gut aus. Zum Schluss brach die Luxusinsel, die auf 27 Quadratkilometern jeden nur erdenklichen Luxus bot, auseinander, weil die Bewohner sich nicht auf einen Kurs einigen konnten. Zum Glück war alles nur Fiktion, ein Gedankenspiel des Science-Fiction-Autors Jules Verne, der das Buch über die Propellerinsel 1895 verfasste.

Aber die Idee eines mobilen künstlichen Eilands für eine extrem zahlungskräftige Klientel fasziniert noch heute. Der ungarische Unternehmer Gábor Orsòs arbeitet mit seinem Grazer Unternehmen Orsos Island GmbH an einer künstlichen Insel, die mit ihren rund 1000 Quadratmetern Wohnfläche auf drei Decks allerdings einige Nummern kleiner ist als Vernes Propeller-Eiland - und die zwar mobil ist, aber auf einen eigenen Antrieb verzichtet.

"Ich komme aus der Hotellerie. Mir schwebt eine neue Art von Hotelbetrieb vor, der Nähe zur Natur mit dem Bedürfnis nach Mobilität verbindet - und mit einer Wohnqualität wie auf dem Festland", erklärt Orsòs. Und obwohl sein Entwurf, dessen Prototyp Anfang kommenden Jahres in den Bau gehen soll, stolze 5,2 Millionen Euro kosten wird, bewirbt er ihn als Produkt für Preisbewusste: "Ich will die Produke Luxusyacht und Luxusimmobilie verbinden", erläutert der Geschäftsmann das Konzept, "eine Yacht ist ja etwas sehr Schönes, aber in der Größe, in der wir unsere Insel bauen, würde sie 15 bis 20 Millionen Euro kosten - und wäre in der Breite und der Gestaltung weitaus begrenzter."

Per Schleppboot zum neuen Ankerplatz

Die nach ihrem Erbauer "Orsos Island" benannte Insel misst 20 mal 37 Meter und bietet eine Fläche von rund 1000 Quadratmetern. Zwölf Bewohner und vier Besatzungsleute können auf ihr wohnen, Solarpaneele und Windgeneratoren sollen das Eiland, das in der Slowakei produziert werden soll, unabhängig von externer Stromversorgung und umweltfreundlich machen. Eine Trinkwassergewinnungsanlage sorgt auch in salzigen Gewässern dafür, dass die Eiswürfel für die Cocktails nicht knapp werden.

Einen Motor hat die Insel nicht, aber das sei kein Nachteil, findet Orsòs. Yachten würden statistisch gesehen ohnehin 80 bis 90 Prozent der Zeit im Hafen verbringen. Und mobil sei die Insel ja trotzdem: Weite Entfernungen könne sie mit Frachtschiffen zurücklegen, für kürzere Strecken reichten Schleppboote. "Man könnte also einen Sommer vor Mallorca verbringen und den nächsten vor Gran Canaria - oder sich von November bis Mai in der Karibik aufhalten und, wenn dort die Hurrikansaison beginnt, die Insel weiter nach Süden verlagern."

Bis zum Frühjahr 2014 soll die erste Insel fertig sein, danach will Orsòs nach und nach eine Hotelkette mit 40 bis 50 Inseln aufziehen. Es gebe aber auch schon sehr viele Anfragen interessierter Privatleute, versichert er, die mit einer mobilen Insel als zweitem oder drittem Wohnsitz liebäugelten.

Schließlich sei den Reichen zunehmend bewusst, dass man sich mit einer Luxusimmobilie immer abhängig von Wirtschaft und Politik des jeweiligen Landes mache. "Und diese Bedingungen können sich ja immer mal ändern. Wenn man etwa jetzt vor Griechenland eine schwimmende Insel hätte, könnte man die problemlos auch woanders hin schleppen lassen."

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