Freitag, 13. Dezember 2019

Reverse Mortgages Mit Spezialhypotheken aus der Altersarmut

Neue Finanzierungsform: Umgekehrte Hypotheken können Immobilienbesitzern mehr finanziellen Spielraum im Alter bieten

Es ist das Investment fürs Leben: Bei vielen Deutschen macht die eigene Immobilie einen Großteil des Vermögens aus. Aus ihr lässt sich deshalb auch eine Geldquelle im Alter machen, eine Art Immobilienrente. Noch sind die Angebote rar, doch es gibt sie. manager magazin Online nennt die besten. 

Hamburg - Es ist eigentlich eine Rolle rückwärts. Erst legen sich viele Bundesbürger über Jahre krumm, um in der eigenen Immobilie wohnen zu können. Doch was, wenn im Alter infolge des aufwendigen Investments nicht genug zum Leben bleibt? Dann muss alles rückgängig gemacht werden. Mit Umkehrhypotheken lässt sich das charmant bewerkstelligen - mit einem Kreditvertrag mit Ratenzahlungen also, für den das abbezahlte Eigenheim als Sicherheit dient.

Noch finden solche Lösungen wenig Anklang. Nach einer Umfrage des Baugeldvermittlers Hypothekendiscount kennen nur 6,7 Prozent aller Deutschen den Begriff Umkehrhypothek. Noch. Doch je knapper die gesetzliche Rente zukünftig ausfällt, desto attraktiver dürfte dieses Finanzierungsmodell für viele werden.

Schon in fünf bis zehn Jahren rechnen Experten hierzulande schließlich mit einem deutlichen Trend zu mehr Altersarmut. Der Bedarf nach Finanzierungsquellen im Alter dürfte spätesten dann enorm werden - und Anbietern solcher Finanzmodelle ein großes Geschäft eröffnen. Schließlich gibt es etwa 4,2 Millionen Seniorenhaushalte mit Immobilienbesitz hierzulande, und das Kapital dieser über 65-jährigen Hausbesitzer ist in 50 Prozent der Fälle gebunden. Das hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Bei Geldknappheit könnten sie künftig ihre Immobilie gegen eine monatliche Rentenzahlung bei der Bank eintauschen.

Der Verband Öffentlicher Banken, nach deren Modell die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IBSH) ihre Umkehrhypothek strickte, beziffert dann auch allein das Kreditvolumen für die angepeilte Zielgruppe mit einem Monatseinkommen von 1500 Euro pro Monat auf gut 90 Milliarden Euro. Doch nur sehr langsam kommt das Modell hierzulande aus der Nische, zu komplex und noch dazu schwer kalkulierbar erscheint den Banken und Sparkassen die Idee des Zusatzeinkommens für ältere Hausbesitzer.

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