Dienstag, 18. Februar 2020

Neue Sonnenbrillen Rund und bunt

Sonnenbrillen: Große Gläser, neue Farben
TMN

Die Mode braucht immer neue Inspirationen. Die kommen oft aus der Vergangenheit. Auch bei den neuen Sonnenbrillen versuchen die Designer den Rückgriff: Modelle aus den 1920er, 1940er und 1970er Jahren kommen zurück, moderner ausgestattet und in neuen Farben.

Berlin/Düsseldorf - Erst mit Sonnenbrille fühlt sich der Sommer so richtig nach Sommer an. Man kann Leute unauffällig beobachten, man sieht cooler aus - und natürlich ist da noch der Schutz der Augen. Selbst bei schlechtem Wetter rundet sie keck ins Haar gesteckt das Outfit ab. Sehr große Gläser waren schon in den vergangenen Jahren beliebt, und auch in diesem Sommer bleibt der "Puck, die Stubenfliege"-Look erhalten.

"Der Retrostil bleibt und geht sogar noch ein paar Jahrzehnte zurück", sagt Gabriele Gerling, Sprecherin des Zentralverbandes der Augenoptiker in Düsseldorf. Diesmal haben sich die Designer die Panto-Fassungen, die erstmals in den 20er bis 40er Jahren modern waren, als Inspiration ausgesucht.

Pantobrillen haben fast komplett runde Gläser, die nur oben flacher werden und an den Bügeln leicht abstehen. Woody Allen ist wohl der bekannteste Pantobrillen-Träger. In jüngster Zeit griffen auch Stars wie US-Schauspieler Johnny Depp oder Stilikone Madonna zu dem Modell. Wer es noch runder mag, findet in den aktuellen Kollektionen auch Fassungen, wie sie John Lennon gerne trug. Die Gläser sind aber häufig etwas größer als beim Original. "Mini ist nicht so hip und auch ein wenig unpraktisch, weil die UV-Strahlung dann eher an das Auge kommt", sagt Kerstin Kruschinski, Sprecherin des Kuratoriums Gutes Sehen.

Die Hersteller bleiben lieber den großen Fassungen treu, wie der 70er Jahre-Schmetterlingsform oder den runden Big-Shades, die gerne von Designerin und Ex-Popstar Victoria Beckham getragen werden. Auch die Pilotenbrille, eine Hommage an die 60er und 70er Jahre, und die Porschebrille gibt es weiterhin im Handel, etwa von Marc Cain und Sonia Rykiel, erklärt die Stylistin Maria Hans aus Hamburg.

Schmetterlinge und Big Shades

An den Schmetterlings- und Big-Shade-Modellen im Handel sind lediglich dünnere Fassungen neu. Statt dickem Kunststoff kann es jetzt auch mal ein leichter, schmaler Metallrahmen sein. Teilweise werden Metall und Kunststoff kombiniert. Einige Labels mixen sogar Leder mit Metall und Acetat.

"Bei den Farben ist erlaubt, was Spaß macht", sagt Gerling. "Große, auffällige Brillen in Lila- und Pinktönen setzen einen Kontrast zum klassischen Braun und Schwarz." Wobei diese noch immer bei vielen Herstellern, etwa Dismero und Cinque, zu sehen sind. Daneben zeigt Prada reich verzierte Brillen in zwei Farben und Orsay geblümte Fassungen. Diese Modelle werden am besten mit einem farbenfrohen Outfit kombiniert. "Bunt passt zu bunt", sagt Hans.

"Neu sind außerdem helle Kunststoffrahmen in Weiß und Pastelltönen", erläutert Gerling. Für Männer zeigt dies etwa Boss Black, für Frauen C&A. Diese hellen Fassungen verkleinern optisch die großen Gläser und lassen das Gesicht nicht von der Brille überlagert wirken. "Hellere Farben sind nicht so präsent wie dunkle", erläutert Hans.

Passend hierzu sind bei einigen Firmen auch die Gläser bunt getönt - ein Trend, der alle paar Jahre wieder auftaucht. Sie werden in dieser Saison gerne mit pastellfarbenen oder durchsichtig weißen Fassungen kombiniert. Doch Vorsicht: Farben wie Rot oder Grün beeinträchtigten die Sehfähigkeit im Straßenverkehr, warnt Kruschinski. Gelb oder helle Brauntöne stören dagegen nicht.

Die optimale Farbe und Tönungsstärke testet man am besten im Freien. Denn optimalerweise dunkeln Sonnenbrillen die Sicht soweit ab, dass man die Augen nicht zusammenkneifen muss, um in der Mittagssonne gut zu sehen. Zwar rechnen Auge und Gehirn die Farbveränderungen um, einige Farben könnten aber dennoch Kopfschmerzen verursachen. Am besten vertragen Augen eine Tönung in Naturtönen wie Grau oder Graubraun.

Vivien Leue, dpa

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