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Neue Bademode: Romantik in Bunt

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Neue Bademode Giftgrün und Baywatch-Rot

Zum Türkis des Meeres, dem goldgelben Sand und dem Himmelsblau gesellen sich in diesem Sommer neue Farben. Die neue Bademode bleibt klassischen Schnitten treu, experimentiert aber mit gewagten Mustern und verspielten Accessoires.

Köln - Ob beim Sonnenbaden an der Côte d'Azur oder beim Plantschen im heimischen Baggersee - jeder Strand ist im Sommer auch ein Laufsteg. Dieses Jahr wird er besonders bunt. Badeanzüge und Bikinis haben dieses Jahr Farben, die man sonst eher von Textmarkern kennt: Zitronengelb, Neonorange und leuchtendes Rot. Daneben sind vor allem Blautöne sowie Rotnuancen von Aubergine bis zu einem grellen Koralle gefragt, sagt Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Mode-Institut (DMI) in Köln. Rasuel und auch Charmline zeigen etwa Bikinis in Zitronengelb mit Schwarz, Heine in hellem Giftgrün und Palmer in Baywatch-Rot.

Animalprints haben mittlerweile einen Imagewandel bewältigt. Lange galten von Leopardenfell oder Schlangenhaut inspirierte Muster als billig, in der Bademode haben sie sich als Dauerthema etabliert. Auch in dieser Saison zeigen wieder zahlreiche Hersteller wie etwa Manguun oder H&M diese Muster. Doch die stilvolle Wirkung von Animalprints hängt oft von der Dosierung ab: Bei einem Badeanzug genügen kleine gemusterte Ausreißer wie Gürtel, Träger oder Säume, um interessante Akzente zu setzen. Triumph etwa zeigt einen Bikini mit einem Oberteil im Stil des Zebrafells, der dazugehörige Slip ist uni mit schwarzweißen Bändern.

Wer es lieber romantisch mag, findet in der Vielzahl von Blumenmustern eine Alternative. Asos hat einen Rüschenbikini damit im Programm, Sunseeker einen blauen Badeanzug mit weißer Blumenranke am Bauch. Verspielt wirken auch Badeanzüge und Bikinis in Häkeloptik. Dazu passen Modelle, die von der Mode der 1950er Jahre inspiriert sind, mit kleinteiligen Muster wie Punkten und Tupfen und hohem Taillen- sowie tiefem Beinausschnitt, erläutert Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt am Main.

Auch das traditionelle Marinedesign versuchen die Hersteller neu zu beleben: "Da sind natürlich die Blau-Weiß-Streifen, die aber frischer und moderner umgesetzt werden - vor allem über kleine Details", beschreibt Martina Metzner vom Fachmagazin "Textilwirtschaft" in Frankfurt am Main. "Die Träger der Modelle sind in Kontrastfarben gehalten, oder es tauchen kleine rote Rüschensäume auf, wie aktuell beim Hersteller Esprit."

Die Surfshorts werden kürzer

Der Bandeau-Bikini ist laut Stilberater Rose der ideale Schnitt für Frauen mit feminen Kurven. Lascana bietet uni und karierte, Mango gestreifte und Freya gepunktete Modelle an. Für junge Frauen hat Undercolors of Benetton welche mit nur einem Träger. Für Frauen mit großer Oberweite gibt es Modelle mit Bügeln oder Schalen von Anbietern wie Rosa Faia oder Maryan Mehlhorn.

Sehr schlanke Frauen können sich an Monokinis, etwa von Heine, wagen. Auch Badeanzüge mit Cut-Outs bleiben aktuell. Allen, die es lieber etwas bedeckter mögen, rät Metzner zum "guten alten Badeanzug": "Den gibt es jetzt ganz cool gemacht auch von jungen Marken." Sogar auf einen gebräunten Bauch muss man damit nicht verzichten, wenn man Modelle mit Durchbräunungseffekt wählt, wie sie etwa Solar anbietet. Wer seiner Figur ganz ohne Diät zu Traummaßen verhelfen will, kann zu körperformender Shape-Wear greifen.

"Neigt die Figur zu breiten Hüften und kräftigen Oberschenkeln, sind Slips mit hoch ausgeschnittenem Bein wichtig, die optisch die Beine verlängern. Bei einer schlanken Figur und einem kleinen Bauchansatz sind Slips mit hohem Bund und nicht zu tief angesetztem Beinausschnitt am besten", rät Rose. Bei einer androgynen Figur empfiehlt er knappe Bikinis mit Triangeloberteil und seitlich gebundenem Slip.

Auch bei den Herren ist Hose nicht gleich Hose. "Surfshorts sind nach wie vor unschlagbar", sagt Metzner. So zeigen HOM, Rasuel, Napapijri und O'Neill lässige Shorts mit Hawaii-Blumen, Blockstreifen in Neonfarben oder Modelle, die an den roten "Baywatch"-Klassiker von David Hasselhoff erinnern. "Neu ist dabei, dass die Surfshorts nicht mehr bis zum Knie reichen, sondern dieses Jahr etwas kürzer geschnitten sind und etwa eine Handbreit über dem Knie enden."

Auch für modemutige Männer hat die Strandmode in der neuen Saison Besonderes zu bieten: "Wer sich für den schwarzen Einteiler von Emporio Armani entscheidet, sorgt für einen Strandlook à la Borat und ist sich ungeteilter Aufmerksamkeit sicher", kommentiert Stilexperte Rose trocken. Und als wäre dies nicht grenzwertig genug, steht nach Ansicht der Experten bei den Herren auch noch das Comeback von eng anliegenden Swimslips bevor. "Diese gibt es vor allem einfarbig oder nur mit kleinen Farbkontrasten", sagt Metzner.

Inga Fetting, dpa
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