Dienstag, 28. Januar 2020

Gartenmöbel Sofas unter freiem Himmel

Gartenmöbel: Das Wohnzimmer geht nach draußen
TMN

Der Frühling kommt und damit die langen Stunden im Garten oder auf dem Balkon. Dort wird es immer gemütlicher, denn die Hersteller machen klassische Wohnzimmermöbel wettertauglich. Wasserdicht gepolsterte Sofas und gemütliche Flechtsessel laden zum Wohnen im Freien ein.

Köln/Bad Honnef/Berlin - Die Sonne scheint, es ist warm und die Vögel zwitschern. Und jetzt will man raus auf die Veranda und dort die erste Tasse Kaffee trinken. Ob für das Frühstück im Freien, das Sonnenbad oder das Genießen der letzten Sonnenstrahlen am Abend: Die passenden Möbel für Balkon, Terrasse und Garten müssen her. Immer mehr Hersteller bieten opulente Sofas, breite Liegen und Lounge-Möbel für draußen an. "Der Trend geht zum Wohnzimmer im Freien - egal bei welcher Witterung", sagt Trendexpertin Henriette Preiß von der Kölnmesse.

Damit die Möbel selbst bei durchwachsenem Wetter draußen bleiben zu können, hat die Branche diese Möbel mit neuen Materialien wetterfest gemacht. Die Gewebe sind wasserabweisend, schimmelresistent und leicht zu reinigen. Außerdem gibt es Extras für kühle Frühlingstage: So zeigten Hersteller auf der Gartenmesse Spoga+Gafa in Köln einen Tisch mit Heizung im Standbein.

Auch Gartenmöbel werden neuerdings gemäß dem Motto "Zurück zur Natur" absichtlich von den Herstellern mit Gebrauchsspuren, Rissen und Unebenheiten versehen, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef. Weiß sowie eine Vielzahl an Beige- und Brauntönen dominieren die Farbpalette, Akzente werden mit Kissen, Kerzen und Leuchten gesetzt. Aber auch die Natur liefert einen Kontrast: Gloster zeigt etwa vor grünem Gras eine weiße Couch und Solpuri dunkle Flechtsessel am blauen Wasser.

Das Spiel der Designer mit Gegensätzlichem zeigt sich auch in einem Mix der Materialien. Gefragt seien vor allem Kombination aus Edelstahl, Holz und Textilien, sagt Geismann. Der Hersteller Weishäupl kombiniert etwa weiß lackiertes Metall und Holz für eine Sitzecke mit Stühlen, Liegen und Stühle werden zudem oft mit einem Glastisch als Beisteller vervollständigt.

Rattan wird bunt

Weiterhin beliebt sind Geflechtmöbel aus Naturmaterialien wie Rattan oder aus Kunststoff. Neu sind hier Kombinationen von zwei oder gar drei Farben sowie Lackierungen in schimmernden Metallictönen wie Bronze und Kupfer. Auch Gartenmöbel mit einem Aluminiumrahmen und straff gebundenen Auflagen aus gewebten Gurten liegen im Trend.

Daneben setzen Hersteller auch wieder auf traditionelle Stücke, denen sie eine moderne Optik verpasst haben, wie die Biergarten-Garnitur in modernem Lounge-Design von Kettler. Selbst auf kleinstem Raum wollten Freiluftfanatiker und Sonnenanbeter den größtmöglichen Komfort haben, sagt Preiß: "Schöne, teure Möbel gehören heute auch zur Grundausstattung eines Balkons." Es gebe immer mehr gut verdienende Verbraucher, die in einer Wohnung und nicht in einem Haus wohnen. Für sie kreierten die Unternehmen designorientierte Gestaltungskonzepte, die den begrenzten Platz nutzen.

"Bei großen Gärten kann man Möbel in nahezu beliebiger Menge und Größe kaufen. Bei engen Balkonen oder Terrassen muss vorab der Stellplatz berechnet werden", rät Möbelexpertin Doris Haselmann, die für die Stiftung Warentest ein Buch über Möbelkauf geschrieben hat. Für einen Stuhl sollte man eine Stellfläche von zirka 50 mal 65 Zentimetern plus 20 bis 30 Zentimeter fürs Wegschieben des Stuhls beim Aufstehen einplanen. Auch für Stühle an einem Tisch sollte man 20 Zentimeter Bewegungsfreiheit nach hinten bedenken.

Wer nur für ein Glas Wein oder den Morgenkaffee auf dem Balkon sitzen will, dem könne ein Bistrotisch reichen. Wer aber hier richtig essen will, sollte einen Tisch mit mindestens einem Meter Durchmesser einplanen. Neben der guten Planung rät Haselmann beim Kauf auch auf die Stabilität zu achten: "Nicht alles, was gut aussieht, muss von guter Qualität sein." Denn manche Kunststofflehne biege sich beim Sitzen nach hinten durch, oder Armlehnen ließen sich zur Seite wegdrücken. Im schlimmsten Fall würden sogar Tisch- und Stuhlbeine bei Belastung nachgeben. Geachtet werden sollte etwa auf das GS-Sicherheitszeichen, das auf Standsicherheit, Stabilität, Tragfähigkeit und mögliche Klemmstellen geprüfte Möbel kennzeichnet.

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