Endlich wieder Reisen: Für den Sommerurlaub gibt es Hotel-Buchungstipps fernab der großen Portale
Endlich wieder Reisen: Für den Sommerurlaub gibt es Hotel-Buchungstipps fernab der großen Portale
Foto: Chad Ehlers/ picture-alliance/ dpa

Reiseboom nach Corona Urlaub buchen - die besten Hotel-Deals gibt es nicht bei Booking

Mit sinkender Inzidenz und steigender Impfquote wächst die Reiselust: Wer einen Sommerurlaub 2021 plant, sollte jetzt rasch buchen. Ein Vergleich zeigt: Große Portale wie Booking und Expedia bieten selten die besten Deals.
Ein Gastbeitrag von Alexander Koenig

In Deutschland kehrt aktuell endlich wieder etwas mehr Normalität ein. Die Impfquote für Erstimpfungen liegt bei mehr als 40 Prozent. Erfahrungen etwa aus Israel oder Großbritannien zeigen, dass mit einer hohen Impfquote die Anzahl an Covid-19-Erkrankungen mit schweren Verläufen sehr stark reduziert wird. Wir dürfen also optimistisch sein, und nach fast eineinhalb Jahren ohne oder mit stark eingeschränktem Urlaub ist ein Sommerurlaub für Geimpfte ohne Testpflicht in Südeuropa oft möglich. Doch was passiert, wenn die geballte Reiselust auf die oft noch durch die Spuren der Pandemie gezeichnete Tourismusinfrastruktur trifft? Und wie bucht man in unsicheren Zeiten am besten Hotels?

Der aktuelle Reiseboom in den USA

Wer dieser Frage nachgehen möchte, muss nur einmal auf die andere Seite des Atlantiks blicken. In den USA konnte aufgrund schnellerer Impfstofflieferungen deutlich früher als in Europa mit Massenimpfungen begonnen werden, und jeder Bürger der wollte, konnte sich mittlerweile schon impfen lassen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hat daher nicht nur die Empfehlung zum Maskentragen für Geimpfte aufgeweicht, sondern auch klargestellt, dass vollständig geimpfte Personen ohne größeres Risiko innerhalb der USA verreisen können. In Kombination mit stark fallenden Corona-Fallzahlen hat dies in den USA im Frühsommer einen Reiseboom zu den traditionellen Sonnenzielen in Florida, der Karibik und auch nach Hawaii ausgelöst, der sich über den Sommer nur noch weiter intensivieren wird.

Alexander Koenig

Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de ), dem größten deutsch-sprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

Keine Mietwagen mehr verfügbar

Dies führt schon jetzt für kurz entschlossene Urlauber vor Ort zu kostspieligen Problemen. Denn die in der Pandemie reduzierten Kapazitäten im Tourismusbereich können bei Weitem nicht so schnell wieder aufgestockt werden, wie sie abgebaut wurden. Dies zeigt sich besonders bei Mietwagen. Die großen US-Mietwagen Firmen wie Hertz, National oder Avis hatten sich aufgrund der durch die Pandemie verursachten desolaten finanziellen Lage von einem substanziellen Teil der Flotte getrennt. Konfrontiert mit einem Ansturm von Urlaubern, führt dies nun zur schlichten Nichtverfügbarkeit von Mietwagen sowie schwindelerregenden Preisen für die verbliebenen Autos. Verzweifelte Urlauber mieteten somit zwischenzeitlich Umzugsvans oder erkundigten sich in Autohäusern nach Vorführwagen, um doch noch irgendwie ihren Urlaubsort zu erreichen.

Restaurants ausgebucht und Hotels zu Mondpreisen

Ähnliches spielt sich auch in Hotels und Restaurants ab. Neben Kapazitätslimits aufgrund verbliebener Coronaregeln fehlt es oft schlicht am Personal, um dem Urlauberansturm gerecht zu werden. Viele ehemalige Mitarbeiter haben sich in der Pandemie zu anderen Berufen umorientiert und neues qualifiziertes Personal zu gewinnen, ist schwierig. Die damit einhergehenden Kapazitätsengpässe führen in Kombination mit der erhöhten Nachfrage somit auch bei Hotels zu sehr hohen Preisen sowie wochenlangen Wartelisten in beliebten Restaurants.

Beispiel Hawaii - ein Zimmer für mehr als 1000 US-Dollar

Standardzimmer im beliebten Andaz Maui Resort auf Hawaii werden mittlerweile im Juli für deutlich über 1.000 US-Dollar die Nacht gehandelt, in anderen Luxushotels auf der Insel sieht es nicht besser aus. Trotz aufgestockter Flugkapazitäten liegen auch die Flugpreise zu diesen Zielen deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Beispiel Algarve - die Briten sind schon da

Auch in Europa wird es in den Sommermonaten einen Ansturm auf die beliebten Urlaubsziele geben. Einen Vorgeschmack darauf geben die Buchungszahlen für die Algarve, wo, nachdem Portugal durch die britische Regierung auf die Green List gesetzt wurde, die Hotelauslastung für die kommenden Wochen innerhalb von Tagen von 30 Prozent auf nahezu 100 Prozent katapultiert wurde. Der Vorteil in Europa im Vergleich zu den USA ist allerdings die deutlich größere Vielfalt und Verteilung der beliebten Urlaubsgebiete. Weiterhin leiden die meisten südeuropäischen Urlaubsgebiete deutlich weniger unter Personalmangel. Trotzdem kann es auch hier zu Engpässen kommen.

Sollte man diesen Sommer somit nicht verreisen?

Der Schluss aus dem Ganzen sollte keineswegs sein, auf den Sommer- oder Herbsturlaub zu verzichten, sondern vielmehr, umgehend zu buchen, solange es noch Kapazitäten gibt. Wer in den USA früh seinen Hawaii-Urlaub gebucht hatte, konnte sich noch zu attraktiven Preisen Mietwagen und Hotelübernachtungen sichern. Problematisch wurde dies eher für die zahlreichen spontan Entschlossenen, die erst jetzt ihre Urlaubsplanung starten.

Fernab von Booking und Expedia - wie man am besten Hotels bucht

Da das Virus unberechenbar ist, kann natürlich jeder geplante Urlaub kurzfristig doch noch ausfallen. Das ist auch der Grund, warum manche noch recht zögerlich sind, Buchungen für den Sommer und Herbst durchzuführen. Denn viele erinnern sich noch an die Schlagzeilen im letzten Jahr, als Kunden monatelang geleisteten Zahlungen für stornierte Reisen hinterherlaufen mussten. Daher sollte man unbedingt darauf achten, dass Hotelbuchungen bis kurz vor Anreise stornierbar sind und idealerweise muss man auch keine Anzahlung leisten. Jetzt werden die meisten den "normalen" Weg gehen und auf Webseiten wie booking.com , expedia.de  oder hotels.com  passende Hotels suchen und buchen. Doch das ist nicht immer die optimale Lösung.

Einige Boutiquehotels nur über hoteleigene Seite buchbar

Gerade besonders schöne Boutique-Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind hier oft nicht buchbar. Das gilt zum Beispiel für das bei Garmisch-Partenkirchen liegende Schloss Elmau. Zudem sind die schönsten Hotels in der Heimat außerhalb der Großstädte den wenigsten bekannt. Das war der Grund, warum wir auf der Seite urlaubathome.de  zusammen mit dem Luxusreisemagazin Connoisseur Circle die 200 schönsten Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengestellt haben. Die Buchung erfolgt dabei immer direkt bei den Hotels. Dabei fließen keinerlei Provisionen, denn urlaubathome.de  ist eine non-profit Seite, die Kunden bei der Hotelsuche helfen und Hotels bei der Rückkehr zur finanziellen Normalität unterstützen soll.

Hoteleigene Seiten bieten oft Hotelpunkte und Statusvorteile

Buchungen über booking.com und Co. sind für die Hotels teuer, da sie in der Regel hohe Provisionen an die Hotelbuchungsplattformen zahlen müssen. Daher sammelt man auf diesen externen Buchungsseiten auch keine Punkte bei den hoteleigenen Bonusprogrammen und man genießt auch keine Statusvorteile, sofern man einen Status beim passenden Hotelbonusprogramm besitzt. Dies umgeht man, indem man direkt auf den Seiten der Hotelketten (z. B. Hyatt , Hilton , Marriott ) oder beim Hotel selbst bucht. Dort gibt es meist auch spezielle Raten für Mitglieder der Bonusprogramme, sogenannte Member Rates. Diese liegen meist etwa 10 Prozent unter den regulären Raten.

Spezielle Hotelprogramme für Luxusreisebüros

Allerdings werden die wenigsten Gäste einen Hotelstatus haben. Wenn man auch ohne Status beim Hotelaufenthalt wie ein VIP behandelt werden und typische Statusvorteile wie Upgrades, kostenloses Frühstück, early Check-in und late Check-out genießen möchte, dann bietet sich eine Buchung über spezielle Programme wie Virtuoso , Hyatt Privé oder Hilton Impresario an.

Diese Programme sind exklusiv für Luxusreisebüros konzipiert und die zugehörigen Hotelraten können auch nur über solche gebucht werden. Der Clou ist, dass es bei jeder Buchung neben den oben genannten Vorteilen meist auch noch 100 Dollar Hotelguthaben und ein kleines Willkommensgeschenk gibt. Zudem sind die Buchungen in der Regel bis wenige Tage vor Ankunft frei stornierbar.

Eine Möglichkeit, solche Hotels zu buchen ist die Nutzung von Fine Hotels + Resorts bei American Express. Dies geht jedoch nur, wenn man eine American Express Platinum oder Centurion Karte besitzt. Einfacher geht es über kostenlose Online-Buchungsplattformen. Ein Beispiel im europäischen Raum ist die ASMALLWORLD Collection  – eine Auswahl von mehr als 1.000 handverlesenen Luxushotels. Hier erhält man nach kostenloser Registrierung nicht nur den Zugang zu VIP-Vorteilsraten, sondern man sammelt auch Hotelpunkte und genießt Statusvorteile bei Hyatt, Hilton, Marriott und Co. Wie das funktioniert? Man bucht die Best Available Rate. Dies ist in der Regel nicht die günstigste Rate, sondern eine flexible daher meist etwas teurere Rate. Doch die inkludierten Vorteile gleichen meist den leicht erhöhten Preis mehr als aus.

Vergleich von drei Buchungswegen

Ein Beispiel soll die drei Buchungswege booking.com vs. Hotelwebseite vs. VIP Buchungsplattform miteinander vergleichen: Sie möchten ein Juli-Wochenende (10.7. bis 11.7.) in München verbringen und dort das Luxushotel Andaz Munich Schwabinger Tor für zwei Personen buchen.

· Bei booking.com  zahlen Sie inklusive Frühstück 206 Euro.

· Bei Hyatt  selbst gibt es für Mitglieder spezielle Raten und Sie zahlen inklusive Frühstück 196 Euro, sammeln dafür aber auch Punkte und genießen etwaige Statusvorteile, wenn Sie einen Status bei World of Hyatt haben sollten.

· Bei der ASMALLWORLD Collection  liegt der Preis mit 199 Euro in der Mitte. Sie erhalten allerdings ein garantiertes Upgrade auf eine Kategorie höher, die sonst 239 Euro kostet. Sie erhalten zudem noch 80 Euro Hotelguthaben, das Sie zum Beispiel für ein Dinner einsetzen können und Sie haben noch early Check-in und late Check-out und sammeln World of Hyatt Punkte. Außerdem können Sie - wenn Sie einen Hyatt-Status haben sollten - die Hyatt-Statusvorteile nutzen. Alleine die monetären Vorteile liegen bei 120 Euro für einen Aufpreis von 3 Euro im Vergleich zur Hyatt-Webseite.

Das Beispiel USA zeigt: Wer im Sommer oder Herbst bezahlbar verreisen möchte, sollte jetzt buchen. Für Hotelbuchungen gibt es neben den Standardbuchungen über die bekannten Hotelbuchungsportale interessante Alternativen über die Hotelwebseiten oder Buchungsportale mit zusätzlichen VIP-Vorteilen.

Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More, dem größten deutsch-sprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.