9-Euro-Ticket sorgt für Reiselust "Situation auf Sylt ist entspannt"

Das 9-Euro-Ticket hat zu Beginn des Pfingstwochenendes deutschlandweit für volle Regionalzüge gesorgt. Für Fahrräder wurde der Platz knapp. Vor allem Sylt werde überrannt, hatte zuvor viele gewarnt - doch der Bürgermeister bleibt locker.
Auf nach Sylt: Die Regionalzüge sind voll, doch das befürchtete Chaos blieb aus

Auf nach Sylt: Die Regionalzüge sind voll, doch das befürchtete Chaos blieb aus

Foto: Daniel Bockwoldt/ dpa

Pfingsten und das 9-Euro-Ticket beleben die Nachfrage: In vielen Regionalzügen konnte am Samstag die Fahrradmitnahme nicht mehr garantiert werden, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte. Die Bahn riet daher Fahrgästen, sich kurzfristig vorher über die Fahrt zu informieren und wenn möglich kein Rad mitzunehmen.

Auf der in sozialen Medien zum Traumziel für 9-Euro-Reisende beschworen Insel Sylt kamen am Pfingstsamstag zahlreiche Touristen und Tagesgäste mit der Bahn an. Die Züge seien sehr voll, auch die Autozüge ausgebucht, hieß es am Samstagmittag. Viele Bahnreisende seien in Partystimmung angekommen.

Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) sagte am Samstagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur, es sei auf der Insel nur punktuell voller, die Situation sei entspannt. Die Polizei sei in den relevanten Gebieten auf Streife.

Polizei sieht normale Lage auf Sylt und an der Lübecker Bucht

Ein Polizeisprecher hatte zuvor betont, die Lage auf Sylt sei ruhig. Auch in der Nacht habe es keine größeren Einsätze gegeben. Eine Gruppe von 50 bis 80 Punkern, die schon einige Tage auf der Insel seien, sei mal «ein wenig laut gewesen», aber auch das sei nichts Besonderes. In den vergangenen Tagen war in der Debatte über das 9-Euro-Ticket viel über Sylt gesprochen worden. Auch Aufrufe linker Gruppen im Netz, die Insel zu «entern», machten schnell die Runde.

An der Ostsee in der Lübecker Bucht war die Lage am Pfingstsamstag entspannt. Zahlreiche Urlauber und Tagesgäste genossen Sonne und Strand. Es sei voll, aber nicht übervoll, fasste eine Mitarbeiterin des Touristen-Informationszentrum im Niendorfer Hafen am Mittag die Lage zusammen. Es seien mehr Menschen gekommen als an Himmelfahrt, aber da sei das Wetter auch nicht so schön gewesen.

Freie Strandkörbe am Timmendorfer Strand

Promenaden und Cafés waren am Mittag gut besucht, doch an den Stränden zeigte sich die entspannte Lage. Wer noch einen Strandkorb haben wollte, musste nicht lange anstehen. Viele Vermieter am Timmendorfer Strand oder im benachbarten Scharbeutz hatten noch genügend freie Körbe. Timmendorfer Strand oder Travemünde sind etwa von Hamburg aus leicht mit dem 9-Euro-Ticket erreichbar.

ADAC meldet Staus - wie an jedem anderen langen Wochenende auch

Auf den Autobahnen kam es am Samstag zu Staus. Besonders in Richtung Norden sei viel los, sagte ein Sprecher des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) am Mittag. So staute es sich teilweise bis zu zehn Kilometer, etwa auf der Autobahn 7 zwischen dem Dreieck Walsrode und Soltau-Süd. Auf der A1 zwischen dem Maschener Kreuz und Stillhorn staute es sich auf sieben Kilometern. Immer wieder komme es zudem zu Störungen oder kleineren Staus.

Für ein Ferienwochenende sei das Verkehrsaufkommen jedoch insgesamt erwartbar. «Es geht nicht gut voran, aber wir haben nicht das absolute Chaos», sagte der Sprecher. Insbesondere für Montag erwartet der ADAC viele Reiserückkehrer. Vor allem von den Inseln aus sei mit dann mit Staus und stockendem Verkehr zu rechnen.

la/dpa