Nach der Omikron-Welle Reiseboom im Sommer - wie Sie sich jetzt vorbereiten

Immer mehr Länder locken die Corona-Beschränkungen: Die Chancen für einen Reiseboom im Frühsommer 2022 stehen gut. Wie man jetzt vorgehen sollte, um sicher, komfortabel und zum besten Preis zu reisen.
Ein Gastbeitrag von Alexander Koenig
Reisen trotz Corona - mit mehr Abstand in der Business-Class: Es gibt drei Wege, die Kosten für die Business Class zu drücken

Reisen trotz Corona - mit mehr Abstand in der Business-Class: Es gibt drei Wege, die Kosten für die Business Class zu drücken

Foto: Lufthansa/ dpa

Die Omikron-Welle hat die Tourismusbranche in den vergangenen Monaten erneut hart getroffen. Doch nun mehren sich die Hoffnungszeichen auf ein baldiges Ende der Pandemie. Ab Ostern, spätestens aber im Sommer dürfte es wieder viele Menschen an ferne Urlaubsziele ziehen. Zu erwarten ist ein Reiseboom wie nie zuvor. Was sollten Reisende, die sich jetzt schon einen möglichst sicheren Urlaubstrip zu günstigen Preisen sichern wollen, im Reisejahr 2022 beachten?

Nicht nur vom medizinischen Standpunkt ist eine Corona-Impfung dringend zu empfehlen. Ein Impfnachweis ist zudem extrem nützlich, wenn man frei reisen möchte. Denn einige Länder haben bereits 1G Vorschriften, d.h. nur noch Geimpfte dürfen einreisen. Dies gilt beispielsweise in Brasilien, Argentinien, Chile, Costa Rica, Kanada, Kenia, Oman, Singapur und den USA - ohne Impfung keine Einreise. Zudem ist eine rechtzeitige Booster-Impfung ratsam, da einige Länder ihre Einreiseregelungen dahingehend verschärfen könnten.

Alexander Koenig

Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de ), dem größten deutsch-sprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

FFP2-Masken reduzieren Ansteckungsrisiko im Flugzeug

Viele Reisende schrecken noch vor Flügen zurück, denn wenn man auf engstem Raum mit vielen anderen sitzt und jeder immer wieder zum Trinken und Essen die Maske entfernt, besteht in Zeiten von Omikron ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, falls man das Pech haben sollte, in unmittelbarer Nähe einer infizierten Person zu sitzen. David Powell, ein Arzt der "International Air Transport Association" (IATA) spricht von einem zwei- bis dreimal höheren Ansteckungsrisiko als vorher im Flugzeug.

Das Wichtigste, um Ansteckungen zu vermeiden, ist das dauerhafte Tragen einer FFP2-Maske. Eine aktuelle Studie des Max Planck Instituts  zeigt, dass das Infektionsrisiko beim Tragen von FFP2-Masken sogar niedriger ist als bei Delta. Das maximale Ansteckungsrisiko bei einem Treffen mit einem Infizierten, wenn beide Seiten gut sitzende FFP2-Masken tragen, beträgt selbst nach 20 Minuten engerem Kontakt weniger als ein Promille (0,1 Prozent). Anders sieht es aus, wenn man die im Ausland oft verbreiteten OP-Masken trägt. Dort liegt die Wahrscheinlichkeit laut der Studie bei zehn Prozent – also etwa 100-mal so hoch. Das heißt: Egal wie die Vorschriften der Airline sind – in der Regel werden für Flüge nur medizinische Masken gefordert – tragen Sie auf jeden Fall immer eine FFP2-Maske während des Fluges. Und vermeiden Sie, zur selben Zeit zu essen oder zu trinken wie in der Nähe sitzende Personen. Bei kürzeren Flügen verzichten Sie besser komplett auf das Absetzen der Maske.

Business Class statt Economy Class - das ist oft günstiger als gedacht

Eine weitere Schutzmaßnahme ist das Fliegen in Business statt in Economy Class. Bereits zu Beginn der Pandemie hatten wir In einer Studie  die zehn besten Flugprodukte ermittelt, um besonders viel Abstand zu Mitreisenden zu halten. Ganz an der Spitze waren dabei natürlich Suiten Produkte wie z. B. die Qatar Airways Q-Suite, da man sich hier komplett abschotten kann. Viele werden jetzt einwenden, dass Business Class Flüge zu teuer sind. Doch das muss nicht so sein, denn es gibt generell drei Wege, wie man die Flugkosten deutlich reduzieren kann: Durch die Nutzung spezieller Sales, durch den Abflug im europäischen Ausland und durch den Einsatz von Flugmeilen.

Partnersales boomen

Auch wenn ein mögliches Ende der Pandemie naht: Die Airlines sind immer noch im Krisenmodus. Um liquide zu bleiben, ist es für viele wichtig, durch groß angelegte attraktive Sales in Business und First Class Geld in die Kassen zu spülen. Bestes Beispiel waren die im Januar in vielen Ländern laufenden Lufthansa / Swiss Partnersales. Dabei mussten immer zwei Personen zusammen fliegen. Partnersales boomen generell und liefern in der Regel bis zu 50 Prozent günstigere Preise. Die Ersparnisse waren enorm. Wer z. B. vom 6. bis 12. September ab Frankfurt in der Lufthansa Business Class nach Dubai fliegt, zahlt 2.150 Euro pro Person. Wer den Partner-Sale ab Helsinki z. B. gebucht hat, zahlt nur 620 Euro, das sind etwa 70% Prozent weniger und man fliegt auf diese Weise praktisch Business Class zum Economy Preis.

Abflug im Ausland

Eine weitere Einsparmöglichkeit: Abflug nicht ab Deutschland, sondern im Ausland. Das geht oft auch ohne zusätzliche Zubringerflüge, wenn man z. B. in Düsseldorf wohnt und ab Amsterdam abfliegt und dort mit dem Auto hinfährt. Generell sollte man diese Variante immer mit Städtetrips verbinden. Für Zubringerflüge kann man ebenso wie für die Hauptflüge eine CO2-Kompensation erwerben.

Keine Preisschwankungen dank Meilen

Eine weitere sehr lohnenswerte Variante ist der Einsatz von Meilen. Das Gute an Meilentickets ist, dass die Meilenpreise bei vielen Airlines relativ konstant sind und nicht wie die regulären Preise massiv schwanken. Der Nachteil ist jedoch: Ist ein Flieger gut gebucht, kann man trotz noch regulär buchbarer Plätze in der Regel kein Meilenticket mehr buchen. Sind Meilentickets erst einmal gebucht, so ist ein weiterer Vorteil, dass sie sich in der Regel bis kurz vor dem Abflug noch kostenlos oder zum günstigen Preis stornieren lassen. Dies ist eine Eigenschaft, die nicht nur in COVID-Zeiten höchst nützlich ist.

Entgegen er Meinung vieler, die denken, dass man Meilen in erster Linie mit Flügen sammelt, finden sich die besten Wege zum Meilen sammeln  in der Regel am Boden. Zu nennen sind hier zum einen Kreditkarten wie die Miles & More Kreditkarten , Zeitschriften- oder Zeitungsabos. Wer ein Maximum von 250.000 Miles & More Meilen auf einen Schlag sammeln möchte, kann dies über den Miles & More Partner ASMALLWORLD  tun.

Meilen für Business Class Flüge einsetzen

Bei der Buchung von Meilenflügen gilt: Meilen primär für Business oder First Class Flüge einsetzen. Das liegt daran, dass man bei Meilenbuchungen immer noch die Steuern und Gebühren in Cash dazu zahlen muss und diese machen bei einem Economy Class Interkontinentalflug nicht selten 60 bis 80 Prozent des Flugpreises aus. Der Gegenwert von 1.000 eingesetzten Meilen in der Economy Class liegt meist zwischen 3 und 8 Euro je 1.000 eingesetzte Meilen. In der Business Class sind es in der Regel 20 bis 28 Euro und in der First Class 30 bis 40 Euro. Dabei sind die sogenannten Meilenschnäppchen  besonders attraktiv. Diese erscheinen jeden Monat und bieten etwa 50 Prozent reduzierte Meilenpreise für Business Class Flüge zu ausgewählten Zielen weltweit. So fliegen Sie z. B. aktuell in den Februar Schnäppchen für 55.000 Meilen in Business Class in die USA. Nach Dubai sind es gar nur 40.000 Meilen Return.

Hotels nicht immer über booking.com buchen

Bei den Hotels gilt vor allem eines: Möglichst schnell und idealerweise flexibel buchen. An der Ostsee sollen für den Sommer z. B. schon 70 Prozent der Zimmer ausgebucht sein. Der Trend wird sich schnell weltweit fortsetzen. Gleichzeitig weiß man in dieser Pandemie nie, ob sich nicht plötzlich doch noch Änderungen ergeben. Die meisten werden vermutlich einfach auf booking.com  gehen und dort buchen. Doch nur weil das fast jeder so macht, heißt es nicht, dass es der beste Weg ist. So gibt es Wege, die deutlich günstiger sein können oder die einen deutlich besseren Value for Money bieten können.

Eine der beliebtesten Strategien der Optimierungsprofis, um den Hotelpreis zu senken, ist der Erwerb und Einsatz von Hotelpunkten. Regelmäßig bieten Hilton, Hyatt, Marriott, IHG & Co. Punktekäufe an. Wer z. B. bei Hilton mit 100% Bonus Punkte kauft, kann in Top Maledivenresorts bis zu 70% sparen. Bei Hyatt sind Ersparnisse von 20 bis 50% möglich. Und wer jetzt noch Marriott Punkte hat, sollte die schnell einsetzen, denn schon bald werden diese durch Kopplung der benötigten Punkte an die tatsächlichen Preise erheblich entwertet.

Wer einen Hotelstatus hat, kennt sie, die VIP Vorteile wie kostenloses Frühstück, Late Check-out oder Zimmer upgrade. Doch die wenigsten Reisenden haben einen solchen Status. Die Statuslosen profitieren von Buchungsportalen, die Partner von Programmen wie Virtuoso, Hyatt Prive, Hilton Impresario & Co. sind. Man bucht auf solchen Buchungsportalen in der Regel die sogenannte Best available Rate, was der normale flexible Preis ist. Dieser Preis liegt bisweilen leicht höher als der günstigste Preis, doch das wird in der Regel mehr als kompensiert durch Upgrades, Hotelguthaben (ca. 80 Euro), kostenloses Frühstück etc. Somit bieten diese Raten das beste Preis-Leistungsverhältnis und den maximalen Value for Money.

2022 könnte spätestens ab dem Frühsommer ein gewaltiger Reiseboom einsetzen. Wer geschickt und möglichst frühzeitig bucht und zudem auf Impfungen und die richtigen Masken achtet, der kann sich auf tolle hochwertige Urlaube zum attraktiven Preis freuen.

Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More, dem größten deutschsprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. In seiner Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.