Mittwoch, 26. Juni 2019

Wintersport in XXL Was die Riesen-Skiarenen bringen

Wintersport-Trend: Riesen-Skiarenen und XXL-Saisonkarten
Christian Kapfinger/SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental/dpa-tmn

2. Teil: Snow Card Tirol: Mehr als 90 Skigebiete, 1100 Lifte und 4000 Pistenkilometer

Nicht immer ist die bauliche Verbindung aller Teile einer Skiarena durch Seilbahnen und Pisten möglich. Wintersportler müssen dann Shuttle-Busse nutzen, um von einem Hang zu einem anderen zu kommen. So ist es zum Beispiel im französisch-schweizerischen Riesen-Wintersportgebiet Portes du Soleil.

Ein weiterer Trend sind XXL-Saisonkarten, mit denen Urlauber Zugang zu Liftanlagen und Skigebieten in ganz verschiedenen Regionen bekommen. Die Entwicklung zum Tarifverbund ist in den Alpen seit einigen Jahren zu beobachten. Ein extremes Beispiel ist die Snow Card Tirol mit mehr als 90 Skigebieten, 1100 Liften und 4000 Pistenkilometern.

International ist noch mehr Vielfalt möglich. Wen es für Schnee- und Pistenvergnügen auch in die Ferne zieht, kann zum Beispiel den Epic Pass der amerikanischen Vail Resorts erwerben. Ab 929 US-Dollar (800 Euro) bekommen Skifahrer ab 13 Jahren damit Zugang zu Top-Skigebieten weltweit, neben Vail und Park City in den USA etwa auch Arlberg, 4 Vallées - und fünf Tage im Hakuba Valley in Japan.

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Auch in der Schweiz gab es in den vergangenen Jahren ein paar spektakuläre Zusammenschlüsse. Neu ab Dezember 2018 ist die Skiarena Andermatt-Sedrun, das mit 120 Pistenkilometern dann größte Skigebiet der Zentralschweiz. Und bereits im Winter 2014 schlossen sich Arosa und Lenzerheide zusammen. Dort entstand ein Wintersport-Areal mit insgesamt 225 Kilometern.

Trotzdem sagt Thomas Vetsch von Schweiz Tourismus: "XXL-Skigebiete sind in der Schweiz absolut kein Trend." Solche Zusammenschlüsse seien in der Regel mit großen baulichen Maßnahmen verbunden - und die Schweizer Bürger haben hier mitzureden. Projekte können Jahrzehnte dauern. "Dies zeigt die Verbindung von Arosa und Lenzerheide eindrücklich", sagt Vetsch. Aufgekommen war die Idee schon 1972, sie wurde dann mehrfach politisch verworfen. Der Start des neuerlichen Projekts erfolgte 1996. "Je nach Auslegung brauchte diese Verbindung also 18 oder 42 Jahre bis zur fertigen Realisierung."

Philipp Laage, dpa

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