Donnerstag, 18. Juli 2019

Wandern durch den Grand Canyon Ein tiefer Riss geht durchs Land

Grand Canyon: Wandern für Fortgeschrittene
Joel Grimes/Arizona Office of Tourism/dpa-tmn

Der Nationalpark Grand Canyon wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Wer das Naturwunder in Arizona wirklich erleben möchte, sollte die Wanderschuhe anziehen.

Mehr als sechs Millionen Menschen besuchen jedes Jahr die gewaltige Schlucht, die der Colorado River in Arizona geschliffen hat. Die Südkante mit dem touristischen Grand Canyon Village ist in der Sommerzeit besonders überlaufen. Um dem Trubel zu entgehen, steigt man hinab - und wandert in zwei Tagen einmal quer durch den Canyon.

Grand Canyon
Reisezeit
Die beste Zeit für eine Wanderung durch den Grand Canyon sind die Monate Mai oder Oktober. Im Sommer steigen die Temperaturen auf mehr als 40 Grad, dann besteht ein Shuttleservice zwischen North und South Rim. Die "Phantom Ranch" ist ganzjährig geöffnet. Die Einrichtungen am North Rim schließen zwischen Oktober und Mai.
Einreise
Deutsche USA-Urlauber müssen sich unter https://esta.cbp.dhs.gov eine elektronische Einreiseerlaubnis (Esta) besorgen. Sie kostet 14 US-Dollar und gilt zwei Jahre lang.
Übernachtung
Wer im Canyon übernachten will, braucht eine Erlaubnis fürs Camping oder eine Reservierung für die "Phantom Ranch".
Informationen
Arizona Office of Tourism c/o Kaus Media Services, Sophienstraße 6, 30159 Hannover (Tel.: 0511/899890-0, E-Mail: info@kaus.net).

Vom South Rim, der Südkante auf 2200 Metern Höhe, gibt es zwei Routen. Der Bright Angel Trail ist im oberen Teil noch viel begangen. Weniger bevölkert ist der South Kaibab Trail, elf Kilometer sind es bis zum Fluss - ohne Wasserstelle zwischendurch. Daher müssen Wanderer auf jeden Fall genug Flüssigkeit mitnehmen. Und Wanderstöcke. Die Knie werden es danken.

Wer die längere und nicht ganz so steile Variante über den Bright Angel Trail wählt und sehr früh startet, entgeht den Strömen der Tageswanderer. Denn die meisten legen nur die sieben Kilometer bis Indian Garden zurück, eine kleine Oase am Garden Creek. Sie wandern dann vielleicht noch drei Kilometer bis zum Plateau Point, dem Aussichtspunkt auf den 400 Meter tiefer fließenden Colorado - und am selben Tag wieder zurück.

Der Garten ist eine echte Oase - Bachlauf, Bäume, Zikaden - und eignet sich für eine längere Pause. Denn die Feigenkakteen am Wegesrand zeigen, dass hier Wüstenklima herrscht. Nach der Strecke durch den kleinen Canyon des Garden Creek geht es die letzten Höhenmeter bis zum Colorado in Serpentinen steil abwärts.

Die Wegstrecke heißt Devil's Corkscrew, Korkenzieher des Teufels. Keine Schatten kühlen, die Sonne brennt gnadenlos herab auf die ältesten Gesteinsschichten des Grand Canyon. Der weiße Sand gibt die Hitze von unten zurück. Nur Grasbüschel und einige niedrige Sträucher wachsen hier, mehr nicht. In der Mittagszeit sind es 40 Grad.

Karg ist es am Ufer des Colorado, dessen braunes Wasser mit hoher Geschwindigkeit durch die Schlucht fließt. Rechts und links des etwa 100 Meter breiten Flusses steigt das Ufer mit wenigen Büschen flach an. Die typischen terrassenförmigen Felsformationen des Canyons aus rot gefärbtem Kalkstein türmen sich in einiger Entfernung auf.

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