Montag, 26. August 2019

Aktivurlaub an der Algarve Auf ins Hinterland!

Wandern an der Algarve: Herrliches Hinterland
Manuel Meyer / dpa-tmn

Die Algarve ist für ihre traumhaften Strände bekannt. Dort kann es aber ziemlich voll werden. Ein Grund mehr, Portugals südliche Atlantikküste aktiv zu erkunden. Wandern, radeln, Kajakfahren und surfen bieten besondere Einblicke.

Zum Glück werfen die haushohen Eukalyptusbäume große Schatten auf die Straße. Die Steigung hat es in sich. Zwischen dem Bergdorf Monchique und dem Pico da Fóia, dem höchsten Punkt der Serra de Monchique, beträgt sie bis zu zwölf Prozent. Selbst Guide Marco Gomes muss kräftig in die Pedale treten. Hinter ihm kämpfen sich seine Ausflugsgäste die Serpentinenstraße hoch. Die Strecke gehört zu den schwierigeren Radtouren im bergigen Hinterland der Algarve. Doch die Mühe lohnt sich. Oben auf dem 902 Meter hohen Gipfel genießen die Ausflügler einen Panoramablick über die sanfte Hügellandschaft. Am Horizont ist sogar die Westküste Portugals zu erkennen.

Die Algarve mit ihren imposanten Steilklippen und Badebuchten ist eindrucksvoll. Doch es gibt noch mehr zu entdecken. "Es ist einfach schade, dass so wenige Urlauber überhaupt wissen, wie traumhaft schön das Hinterland hier ist", sagt Gomes. Dabei liegt die Serra de Monchique gerade einmal rund 30 Kilometer von der Touristenhochburg Portimão entfernt. Vom regen Treiben an der nahen Küste ist in den Bergen nichts mehr zu spüren.

Hier oben liegen weiße Bergdörfer wie das idyllische Caldas de Monchique mit seinen Thermalbädern. In dem Naturschutzgebiet sind Otter, Füchse, Wildschweine, Dachse, Wildkatzen und der seltene Iberische Luchs zu Hause. Das Netz aus Wander- und Radwegen ist enorm. Wie in der nahen Serra de Caldeirão führen die Routen meist durch dichte Korkeichenwälder. Unberührte Landschaft.

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Trekking-Urlauber zieht es besonders auf die Via Algarviana. Der Weitwanderweg, den man auch mit Rad oder Pferd bewältigen kann, schlängelt sich auf fast 300 Kilometern parallel zur Küste durch das Hinterland. Nur selten begegnet man anderen Wanderern. Gelegentlich sieht man Bauern auf ihren Feldern, die hier Orangen, Feigen, Oliven, Zitronen, Mandeln und Wein kultivieren.

Rund zwei Wochen braucht es für die Strecke von Alcoutim an der Grenze zu Spanien bis zum Cabo de São Vicente bei Sagres, dem südwestlichsten Zipfel des europäischen Festlands. Alcoutim ist eines jener Bilderbuchdörfer der Algarve, in die sich nur selten ein Urlauber verirrt. Über Kopfsteinpflaster geht es durch Jahrhunderte alte Gassen und vorbei an der imposanten Wallfahrtskirche zunächst parallel zum Guadiana-Fluss. Kleine Segelboote ankern vor den Festungsmauern der alten Grenzstadt. Postkarten-Idylle.

Wie Alcoutim können auch viele andere Ortschaften entlang der Via Algarviana auf eine stolze Vergangenheit zurückblicken. Hier siedelten schon Phönizier, Karthager, Römer, Goten. Fast 800 Jahren war die Region von den Arabern besetzt. So leitet sich der Name Algarve vom arabischen "Al Gharb" ab, was so viel wie "der Westen" bedeutet. Unter den Mauren war Silves die Hauptstadt der Region. Burgen, Festungen und mittelalterliche Brücken zeugen noch heute von der prunkvollen Vergangenheit.

Wer im Frühling auf der Via Algarviana wandert, streift zwischen Salir und Alte entlang alter Steinmauern durch farbenprächtige Blumenlandschaften und Orangen- und Zitronenhaine. Man durchkreuzt verschlafene Dörfer wie Benafim. Ohne Handyempfang, ohne Läden. Oftmals leben hier nur einige wenige Bauern.

Hinter Alte sieht man in den Wäldern nahe der Serra de Monchique auch immer häufiger die berühmten schwarzen Schweine, aus denen der bekannte Eichelschinken gemacht wird. Danach biegt die Route Richtung Sagres nach Südwesten ab. Die Nähe zum Atlantik wird spürbar. Pinien wachsen, die Luft ist salziger, schwüler.

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