Tipps für Vielflieger Schnell noch den Status sichern bis zum Jahresende

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und viele realisieren erst jetzt, dass ihnen zum Lufthansa Miles & More Vielfliegerstatus noch einige Status- oder HON Circle-Meilen fehlen. Hier sind die besten Strategien für den Jahresendspurt.
Von Alexander Koenig
Jahresendspurt: Wer seinen Vielfliegerstatus liebt, sollte mal einen Blick aufs Meilenkonto werfen

Jahresendspurt: Wer seinen Vielfliegerstatus liebt, sollte mal einen Blick aufs Meilenkonto werfen

Foto: Jens Büttner/ dpa

"Mir fehlen noch 40.000 Lufthansa-Statusmeilen, aber ich habe bis zum Jahresende nur noch an einem Wochenende Zeit, diese einzufliegen." So oder so ähnlich lauten etliche Anfragen, die jeden Tag bei uns eintrudeln.

Viele sind sich gar nicht bewusst, dass 40.000 Statusmeilen selbst bei Flügen in der teuersten Business Class Buchungsklasse und inklusive des sogenannten Miles & More Executive Bonus bedeuten, dass man knapp 18.000 Flugmeilen zurücklegen muss.

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Das sind in etwa 30 Flugstunden - an einem Wochenende durchaus eine Herausforderung. Doch es ist möglich. Im Extremfall kann man an einem Wochenende für knapp über 4000 Euro in der First Class bis nach Hawaii reisen und ist Montagvormittag um knapp 56.000 Lufthansa Statusmeilen reicher wieder zurück.

Alexander Koenig

Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de ), dem größten deutsch-sprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

Doch ist das sinnvoll? Hier teilen sich die Meinungen. Für die einen ist ein Vielfliegerstatus wie der Lufthansa Senator Status unverzichtbar. Denn neben dem symbolischen Wert locken allerlei Vorteile wie Check-in am Business oder First Class Schalter, 20 Kilogramm zusätzliches Freigepäck, Priority Tag für das Gepäck, Lounge Zugang zu zweit, Priority Boarding, bessere Prämienverfügbarkeit, um nur einige zu nennen.

Doch auf der anderen Seite muss man selbst im besten Fall für den Senator Status mindestens Flüge im Wert von 4000 Euro durchführen, in der Regel wird es noch erheblich teurer. Daher sagen andere, dass es überhaupt keinen Sinn macht, da man sich viele Vorteile auch auf anderen Wegen, beispielsweise kostenloser Lounge-Zugang mit Hilfe des Priority Pass sichern kann.

Aus meiner Sicht ist ein Vielfliegerstatus generell auf jeden Fall sinnvoll. Die Frage ist allerdings, ob es bei Lufthansa sein muss, da man sich vergleichbare Vorteile auch bei anderen Vielfliegerprogrammen sichern kann - auch für Lufthansa Flüge. Doch wenn man auf einen Lufthansa Vielfliegerstatus aus ist, gibt es jetzt zum Jahresende hin noch einige Strategien, die man beachten sollte.

Meilenratio beachten

Am wichtigsten bei der Auswahl der Flüge und bei der Zusammenstellung sogenannter Mileage Runs, das sind meilenoptimierte Routings, ist die Berechnung der sogenannten Meilenratio. Damit ist der Preis je 1000 Statusmeilen gemeint. Wenn ein Flug beispielweise 1000 Euro kostet und 10.000 Lufthansa Statusmeilen bringt, dann beträgt die Ratio 100 Euro je 1000 Statusmeilen.

Damit lässt sich die Spreu vom Weizen trennen, denn die besten Runs haben eine Ratio von 60 Euro, sehr gute von 60 bis 80, gute von 80 bis 100, durchschnittliche von 100 bis 120. Darüber hinaus sollte man keine Mileage Runs machen.

Mileage Runs: Flugmeilenoptimierte Routenführungen machen nur dann Sinn, wenn richtig etwas dabei herauskommt - unter einer Ratio von 120 Euro pro 1000 Statusmeilen sollte man das Ganze lassen

Mileage Runs: Flugmeilenoptimierte Routenführungen machen nur dann Sinn, wenn richtig etwas dabei herauskommt - unter einer Ratio von 120 Euro pro 1000 Statusmeilen sollte man das Ganze lassen

Foto: FRANK RUMPENHORST/ ASSOCIATED PRESS

Europa oder lieber interkontinental?

Die erste Frage bei der Suche nach geeigneten Routings ist, ob man die fehlenden Meilen innerhalb von Europa oder mit Interkontinentalflügen einfliegen möchte. Innerhalb von Europa bringen die besten Routings typischerweise 10.000 Statusmeilen, in Ausnahmefällen bis zu 13.750.

Man bucht hierbei Flüge in den Buchungsklassen C, D oder J, die mindestens einen Zwischenstopp haben. Beliebt ist immer die Variante Amsterdam - Mallorca mit Swiss, denn dieser Flug wird über Zürich geroutet und bringt damit inklusive Executive Bonus 10.000 Lufthansa Statusmeilen und HON Circle Meilen zum attraktiven Preis von meist etwa 830 Euro.

Generell sind nur Flüge in den genannten drei Buchungsklassen als Mileage Runs sinnvoll, da ansonsten die Meilenratio zu schlecht ist. Interessanterweise sind mittlerweile die Europa Routings insbesondere für HON Circle Meilensammler höchst attraktiv geworden, da sie meist bessere Ratios als die Interkontinentalroutings bieten. Der Nachteil ist die Limitierung der maximalen Meilengutschrift auf meist 10.000 Meilen.

Für größere Meilenbeträge sind Interkontinentalroutings besser. Ein Klassiker sind sicherlich die Flüge in der Lufthansa First Class von Amsterdam nach Hawaii. Diese bringen zu einem Preis von 4200 Euro bis zu 60.000 Statusmeilen. Generell eignen sich die folgenden Destinationen am besten zum Meilensammeln: USA Westküste, Südostasien (Bangkok, Singapur, Jakarta), Fernost (Japan), Südafrika sowie Australien. Hier lassen sich in der Regel die besten Meilenratios finden.

Klassiker: Von Hawaii nach Amsterdam fliegen und die Statue des Königs Kamehameha besuchen

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Foto: Tim Wright/ AP/dpa

Abflugort wechseln

Das Wichtigste, um den Flugpreis und damit auch die Meilenratio zu optimieren, ist ein Abflug vom Ausland aus. Flüge ab Deutschland sind insbesondere mit Lufthansa vergleichsweise teuer. Doch wenn Sie im europäischen Ausland abfliegen, können Sie meist deutlich günstigere Preise erzielen.

So fliegt die Swiss beispielsweise ab Prag in der Business Class sehr günstig ab 1500 Euro zu vielen Destinationen und ab Kopenhagen geht es mit Lufthansa, Swiss und United bereits ab 1200 Euro in der Business Class in die USA. Ab Deutschland kosten dieselben Flüge meist mehr als das Doppelte.

Flexibel sein: Besonders mit Lufthansa wird Fliegen gleich viel billiger, wenn man im Ausland startet.

Flexibel sein: Besonders mit Lufthansa wird Fliegen gleich viel billiger, wenn man im Ausland startet.

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Zusatzstopps einlegen

Während bei einer Urlaubsreise Direktflüge hoch im Kurs stehen, sind es beim Meilenoptimierer Flüge mit möglichst vielen Zwischenstopps, vornehmlich in Europa. Warum? Innerhalb von Europa schreiben Lufthansa, Swiss, Austrian & Co. feste Meilenwerte je Strecke gut. Jedes zusätzliche Flugsegment bringt somit einen weiteren Meilenertrag.

So lässt sich beispielsweise die bereits mehrfach genannte Hawaii-Reise mit zusätzlichen Stopps auf bis zu 70.000 Lufthansa Statusmeilen ausbauen. Damit ist der Lufthansa Senator Status, den es ab 100.000 Statusmeilen im Kalenderjahr gibt, nicht mehr fern.

Direktflüge sind natürlich angenehm - aber Zwischenstopps können sich für Meilensammler auszahlen

Direktflüge sind natürlich angenehm - aber Zwischenstopps können sich für Meilensammler auszahlen

Foto: © Lisi Niesner / Reuters/ REUTERS

Status gegen Zahlung verlängern

Viele, deren Lufthansa Senator oder Frequent Traveller Status in Kürze ausläuft, werden von Lufthansa gefragt, ob sie den Vielfliegerstatus nicht für 2000 Euro (Senator) bzw. 500 Euro (Frequent Traveller Status) um ein weiteres Jahr verlängern möchten. Wenn Sie nicht angeschrieben wurden, können Sie bei der Lufthansa Hotline nachfragen, ob die Option auch bei Ihnen möglich wäre.

Allerdings ist es sinnvoller, den Status regulär mit meilenoptimierten Routings zu verlängern, da Sie dabei auch wieder Lufthansa Prämienmeilen sammeln, die, wenn Sie geschickt eingesetzt werden, einen hohen Gegenwert haben können (z. B. durch Nutzung der Lufthansa Meilenschnäppchen in Business Class).

Man kann den Statuserhalt auch kaufen - aber der Nachteil ist wie bei jedem Kauf: Es kostet halt was. Besser optimieren Sie Ihren Status regulär mit meilenoptimierten Routings.

Man kann den Statuserhalt auch kaufen - aber der Nachteil ist wie bei jedem Kauf: Es kostet halt was. Besser optimieren Sie Ihren Status regulär mit meilenoptimierten Routings.

Foto: Corbis

Wenn noch 5000 Meilen fehlen

Und wenn am Ende noch 5000 Statusmeilen fehlen sollten, dann bietet Lufthansa noch eine Möglichkeit für ihre Kreditkartenkunden. Sollten Sie mindestens 25.000 Prämienmeilen auf Basis von Kreditkartenumsätzen mit der Lufthansa Miles & More Credit Card generiert haben, dann können Sie diese in 5000 Lufthansa Statusmeilen umwandeln. Ein sehr schlechter Umtauschkurs, doch wenn es nicht mehr anders geht, sicherlich besser, als den Lufthansa Vielfliegerstatus zu verlieren.

5000-Meter-Lauf: Am Schluss müssen sich alle ranhalten. Wenn Ihnen noch 5000 Statusmeilen fehlen, können Sie die auch mit Prämienmeilen bezahlen.

5000-Meter-Lauf: Am Schluss müssen sich alle ranhalten. Wenn Ihnen noch 5000 Statusmeilen fehlen, können Sie die auch mit Prämienmeilen bezahlen.

Foto: © David Gray / Reuters/ REUTERS
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