Samstag, 14. Dezember 2019

Winterurlaubs-Check Darum lohnt sich Skiurlaub im Mittelgebirge

Asten statt Alpen: Deutsche Mittelgebirge im Winterurlaubs-Check
Wintersport Arena/dpa-tmn

Winterurlaub in den deutschen Mittelgebirgen kommt für viele Skifahrer nicht wirklich in Frage. Wenig Pistenvielfalt, nicht schneesicher - und überhaupt: Gipfel, die allenfalls die 1000-Meter-Marke knacken? Langweilig!

Zugegeben, an manchen dieser Argumente ist etwas dran, andere aber sind leicht zu widerlegen, wie eine Umfrage in Wintersportregionen im Schwarzwald, im Hochsauerland, in der Rhön, im Erzgebirge und im Bayerischen Wald zeigt. Sie belegt zugleich, dass ein Winterurlaub im Mittelgebirge unbestritten auch seine Vorteile bietet.

Die Pistenvielfalt ist gar nicht so schlecht

Skiresorts mit Hunderten Pistenkilometern suchen Wintersportler in den deutschen Mittelgebirgen vergeblich. Verstecken müssen sich viele Gebiete aber auch nicht: Rund um den Feldberg im Hochschwarzwald erschließen 38 Lifte mehr als 60 Kilometer an Abfahrten. Das Skiliftkarussell Winterberg im Hochsauerland am Kahlen Asten - 842 Meter hoch - kommt auf eine ähnliche Kilometerzahl, die durchaus der eines mittleren Alpen-Skigebiets entspricht. Im nordhessischen Willingen unweit des Langenbergs (843 Meter hoch) stehen 16 Liftanlagen, 17 Kilometer Pisten und wenn es der Winter hergibt auch zahlreiche Langlaufloipen zur Verfügung. Zudem lädt eine Biathlon-Arena zum Training ein.

Am Fichtelberg bei Oberwiesenthal im Erzgebirge sind es 16 Kilometer Piste. Zählt man den benachbarten Keilberg (Klinovec) in Tschechien dazu, erschließt der Verbund zusammen immerhin 45 Pistenkilometer.

Bei der Mehrheit der Gebiete ist die Pistenübersicht aber deutlich rascher studiert. An der Wasserkuppe in der hessischen Rhön gibt es sechs Pisten mit insgesamt 4 Kilometern Länge. Am 1456 Meter hohen Großen Arber im Bayerischen Wald sind es nach Angaben der örtlichen Bergbahn insgesamt 14 Kilometer. Immerhin: Die Palette reicht auch hier von leichten blauen bis zu schwierigen schwarzen Pisten. Wer ambitioniert unterwegs ist, erkundet solch ein Gebiet jedoch binnen eines halben Skitags - und findet im Rest des Urlaubs nichts Neues.

Schneesicherheit gibt es nicht, aber ...

Das ist so pauschal falsch - es kommt auf das Gebiet an. Die größeren Destinationen haben viel Geld in Beschneiungsanlagen investiert. Rund um Winterberg könnten knapp 500 Schneeerzeuger die Pisten in 48 bis 72 Stunden mit einer Schneedecke belegen, die rund 40 Zentimeter hoch ist, schätzt Tourismusdirektor Michael Beckmann. Auch in Willingen sorgen ab Mitte Dezember bis März Schneemaschinen für weiße Flächen.

Am Großen Arber misst ein spezielles System die Höhe der Schneedecke auf drei Zentimeter genau - so können die Betreiber bei Bedarf rasch reagieren und zum Beispiel Schnee verschieben. Damit sei das Skigebiet am höchsten Berg im Bayerischen Wald in den vergangenen Jahren durchschnittlich auf mehr als 100 Betriebstage gekommen.

Am Feldberg, wo Betreiberangaben zufolge rund 30 Prozent der Pisten beschneit werden können, läuft die reguläre Saison von Mitte Dezember bis Mitte April. In Winterberg sei in den vergangenen 15 Jahren fast jede Saison das Ziel von 80 bis 90 Betriebstagen erreicht oder gar deutlich überschritten worden, trotz schwankender Temperaturen im Winter, berichtet Beckmann.

Am Fichtelberg, dem mit 1215 Metern höchsten Gipfel Sachsens, kann von Anfang oder Mitte Dezember bis Ende März dank Beschneiung und eines zuverlässigen Anteils an Naturschnee der Skibetrieb gesichert werden, wie der örtliche Lift- und Seilbahnbetreiber angibt.

Und an der Wasserkuppe sorgt Beschneiungstechnik für einen konstanten Betrieb, auch wenn der Schnee von oben ausbleibt, wie Susanne Möller von der Betreibergesellschaft Wiegand Erlebnisberge erklärt. Dank des künstlichen Schnees komme man auf rund 80 bis 100 Tage Winterbetrieb pro Saison - "ohne künstliche Beschneiung würden wir höchstens zwei Wochen im Jahr öffnen können."

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