Montag, 24. Februar 2020

Winterurlaubs-Check Darum lohnt sich Skiurlaub im Mittelgebirge

Asten statt Alpen: Deutsche Mittelgebirge im Winterurlaubs-Check
Wintersport Arena/dpa-tmn

2. Teil: Die Nähe ist der große Trumpf

Das ist unbestritten ein Riesenvorteil. Der Weg von Berlin ins Erzgebirge, von Hamburg in Richtung Harz oder von Köln ins Sauerland ist sehr viel kürzer als die Strecke in die Alpen. Auch das Verkehrsaufkommen und die Staugefahr seien wesentlich geringer, erklärt Andreas Stadler von der Arber-Bergbahn. Das macht die Mittelgebirgsgebiete zum Ziel für Kurzurlaube und Wochenendausflüge.

Der Urlaub ist vergleichsweise günstig

Ein Argument, das in der Umfrage von fast allen Skigebieten genannt wurde. Verglichen mit alpinen Top-Skigebieten kostet der Skipass sicherlich weniger. Nach Angaben des Portals "Snowplaza.de" können Wintersportler in kleineren deutschen Gebieten bei anfallenden Posten wie Skischule, Unterkunft und Skiverleih teils mehr als 70 Prozent einsparen im Vergleich zu großen Skiresorts in Österreich.

Zwischen den einzelnen Liftbetreibern in den Mittelgebirgen sind die Preisunterschiede aber ebenfalls groß, zeigt ein stichprobenartiger Vergleich von Sechs-Tages-Skipässen: Hierfür zahlen Wintersportler im Liftverbund Feldberg im Schwarzwald 180 Euro (sechs aus acht Tagen), am Großen Arber 154 Euro und im Skiliftkarussell Winterberg 136 Euro. In der Ski- und Rodelarena Wasserkuppe gibt es Tageskarten für 17 Euro, während sie am Fichtelberg für Erwachsene 26 Euro kosten.

Für Familien sind die Gebiete ideal

Die Pisten sind kürzer, die Gebiete übersichtlicher: Wer mit kleineren Kinder in den Winterurlaub fährt, sieht das sicher als Vorteil. Und viele Betreiber betrachten Familien als wichtige Zielgruppe. Insofern steckt hinter dieser These viel Wahres.

So wartet zum Beispiel der Große Arber mit einem Kinderland mit vier Zauberteppichen auf - so werden die Laufbänder genannt, auf denen Skianfänger einfacher als mit Schlepp- und Sesselliften den Berg hinauf kommen. Außerdem befinden sich im Gebiet fünf Skischulen, für Kinder stehen Wärmeräume zur Verfügung. Die Fichtelberg-Schwebebahn verweist ebenfalls auf breite, familienfreundliche Pisten.

Meist geht es in den Gebieten auch nicht nur um Abfahrtski und Snowboard. Die Destinationen setzen auch auf Langläufer, Winterwanderer und Rodler, was sich im Angebot widerspiegelt. Am Feldberg etwa gibt es ein Netz von 120 Kilometer Loipen, rund um Winterberg sind es bis zu 150 Kilometer. Und im gesamten Bayerischen Wald sind es rund 2000 Kilometer, die Langläufer erkunden können.

Was alle fünf Destinationen gemeinsam haben: lange Rodelbahnen für Schlitten-Fans. Am Fichtelberg zum Beispiel misst sie 1,8 Kilometer.

Fazit: Für einen Winterurlaub im Mittelgebirge sprechen viele gute Gründe. Lange Abfahrten von hohen Bergen gibt es zwar nicht, dafür aber sind die Kosten vergleichsweise günstig und die Anreise ist in aller Regel wesentlich kürzer als in die Alpen. Verschiedene Gebiete bieten zudem solide Schneesicherheit und ordentliche Pistenvielfalt.

Tom Nebe, dpa/akn

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