Donnerstag, 19. September 2019

Umweltaktivistin im Zwielicht Exklusiv-Scoop - Thunberg streicht Flüge von Crew-Mitarbeitern

Alles außer CO2-Ausstoß: Greta Thunberg auf dem Weg in die USA.

Wenn das kein konsequenter Klimaschutz ist: Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg reagiert auf Kritik an ihrer US-Reise und streicht die Flüge von mehreren Personen aus ihrem Umfeld, die im Zusammenhang mit Thunbergs Atlantik-Überquerung geplant waren. Die Mitarbeiter, die ursprünglich in die USA fliegen sollten, um dort die von Thunberg genutzte Segeljacht "Malizia" zu übernehmen und nach Europa zurück zu überführen, werden auf Thunbergs Geheiß nun mit Schlauchbooten anreisen. Das sagte die Schwedin in einem welt-exklusiven Telefon-Live-Gespräch per Satellitentelefon direkt von Bord der "Malizia" zu manager-magazin.de.

Zuvor hatten mehrere Medien enthüllt, dass Thunbergs Amerika-Trip keineswegs so klimaneutral sei, wie dies von der 16-Jährigen dargestellt werde. Vielmehr verzichte die Aktivistin zwar vorbildlich auf die Benutzung eines Flugzeugs, welches große Mengen des klimaschädlichen Gases CO2 ausstoße. Um die Segeljacht, welche Thunberg in die USA bringt, wieder nach Europa zurück zu befördern, sollten jedoch beinahe ein halbes Dutzend Menschen eigens mit Verkehrsflugzeugen über den großen Teich reisen. Dadurch werde die Klimabilanz des gesamten Projekts schlechter, als wenn Thunberg von vornherein einen Linienflug gebucht hätte, rechneten die Enthüllungsmedien vor (siehe beispielsweise die Berichte hier, hier und hier).

Die Kritik sei voll und ganz berechtigt, sagte Greta Thunberg in dem Gespräch mit manager-magazin.de. Ihr sei schleierhaft, weshalb ihr der Missstand nicht schon viel früher aufgefallen sei. Inzwischen habe sie jedoch ausführlich über alles nachgedacht und sei noch auf weitere Unzulänglichkeiten bei der Planung der Amerika-Reise gestoßen. Diese würden nun ebenfalls behoben, so Thunberg.

Exklusiv für manager-magazin.de enthüllte die Schwedin den vollständigen, geänderten und damit nach ihrer Ansicht absolut klimaneutralen Plan ihrer Reise über den Atlantik und zurück:

  • Um das besagte runde halbe Dutzend Mitarbeiter, das die "Malizia" wieder nach Europa bringen soll, in die USA zu transportieren, fiel die Wahl ganz bewusst auf mit Paddeln betriebene Schlauchboote, sagt Thunberg. Mit dem Handbetrieb seien die Reisenden weitgehend windunabhängig unterwegs und verursachten zudem null Emissionen. Außerdem könnten die Schlauchboote auf der Rückreise sehr klein zusammengefaltet und selbst im engen Rumpf der "Malizia" gut verstaut werden.
  • Kritik daran, dass Thunberg bei ihrer Reise auf der "Malizia" im absoluten Notfall (beispielsweise einem Segelschaden) einen an Bord befindlichen Dieselmotor anwerfen wollte, kommt die Schwedin ebenfalls entgegen. Sie werde nun entgegen der ursprünglichen Planung keinesfalls den Dieselmotor benutzen, sagte sie zu manager-magazin.de. Stattdessen wolle sie, sofern der Antrieb mit Windkraft aus irgendeinem Grund nicht möglich sein sollte, mit der Segeljacht gemeinsam mit ihrem Vater und den beiden weiteren Crew-Mitgliedern nach Amerika paddeln. Zwar befände sich leider kein Paddel an Bord, welches bei dem Vorhaben zweifellos hilfreich sein könnte. Man werde sich aber mit den vorhandenen Camping-Tellern aus ökologisch 100 Prozent abbaubarem Bio-Plastik behelfen, so Thunberg. Damit komme man sicher gut voran.
  • Ihre Rückreise hat Thunberg ebenfalls bereits klimaneutral geplant. Die Klimaprobleme, die in der Öffentlichkeit völlig zu Recht im Zusammenhang mit der Benutzung eines Segelbootes diskutiert worden seien, hätten sie sehr nachdenklich gemacht, sagt die Aktivistin. Ein Segelboot komme deshalb eindeutig nicht mehr für eine solche Reise in Frage. Auch die bereits in den Raum gestellte mögliche Benutzung eines Containerschiffes falle aus, so Thunberg, denn dieses stelle mit seinen Abgasen ebenfalls eine Umweltbelastung dar.
    Die Schwedin hat stattdessen eine sehr pragmatische Lösung gefunden. Wenn es wieder zurück in die Heimat gehe, so sagte sie zu manager-magazin.de, so wolle sie zu Fuß durch Kanada in Richtung Nordpol wandern. Am Rande der Arktis werde sie sich dann eine lose Eisscholle suchen, auf die sie sich gemeinsam mit ihrem Vater setzen und in Richtung Europa treiben lassen könne.

Sie habe lange über ihre Reiseplanung nachgedacht, so Thunberg zu manager-magazin.de. Ihr sei beim besten Willen nichts eingefallen, was daran unter Klimagesichtspunkten jetzt noch zu kritisieren wäre.

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