Donnerstag, 19. September 2019

Safaris in Sambia Die volle Dosis Afrika

Auf Safari in Sambia: Wo Nilpferde und Elefanten baden
TMN

3. Teil: Mangos für die Elefanten

Und auch die Safarifahrten sind einsamer, als man das etwa in der Serengeti erlebt. Dort versammeln sich häufig mehr als zehn Wagen um ein paar Löwen. In Sambia sieht man den zweiten Wagen der eigenen Gruppe selbst in den besser besuchten Gegenden wie dem Lower Zambezi National Park oder dem South Luangwa Park oft erst zum Abendessen wieder.

Begegnungen mit Gnus, Zebras, Löwen, Leoparden und Giraffen gehören einem hier fast alleine, genau wie das Fotomotiv für zu Hause. Oder man sitzt in dem einzigen Boot weit und breit, durchkreuzt auf dem Sambesi den geschützten Bereich des Nationalparks, während Flusspferde, Krokodile und Elefanten im Wasser baden.

Dafür dauert die Tiersuche in Sambia oft länger. Die Big Five aus Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard zusammenzubekommen, ist eine Herausforderung für die Guides. "Erst in der Trockenzeit gruppieren sich die Tiere stärker und sammeln sich an den Flüssen", erklärt Safari-Guide James Chabbuka, 48, der für die "Mfuwe Lodge" arbeitet. "Dann wird es einfacher."

Aber er und seine Kollegen im South Luangwa Park kennen selbst in den grüneren Zeiten die beliebten Treffpunkte der Tiere. Und über den Buschfunk verraten sie sich gegenseitig die Koordinaten - woraufhin James aufs Gas drückt und rasant über die staubigen Wege prescht.

Die Tiere scheint die Anwesenheit der Touristen zu stören. So regt sich eine Herde Elefanten auf, als der laute Wagen sich ihnen am Wasserloch nähert. Eine alte Kuh kann nicht an sich halten, brüllt und trötet aus vollem Rohr. Dann trabt sie mit weit aufgestellten Ohren in einem unerwarteten Tempo los. "Festhalten", ruft Chabbuka und drückt wieder aufs Gas. Und doch lacht er, als er ein paar Hundert Meter weiter hinter einer Kurve den Wagen wieder stoppt.

Von Nervosität und Angst keine Spur. Die Kuh trötet noch in der Entfernung, hat aber ihre Verfolgung aufgegeben. James kennt solche Situationen. Sie sind nicht selten, aber auch nicht allzu brenzlig, sagt er. Die Guides im South Luangwa Park haben nicht einmal Gewehre bei sich.

Ein ganz besonderes Abenteuer spielt sich hier auch einmal im Jahr in der im Park gelegenen "Mfuwe Lodge" ab. Denn dann sind die süßen Mangos im Garten der Hotelanlage reif - und das lockt Elefanten in der näheren Umgebung an. Ganze Herden mit Babys ziehen friedlich an der Rezeption vorbei durch die Lobby zum Baum. Und die Touristen? Die werden hinter den Tresen gebracht und dürfen den Zug aus nächster Nähe fotografieren.

Simone Andrea Mayer, dpa

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