Donnerstag, 19. September 2019

Safaris in Sambia Die volle Dosis Afrika

Auf Safari in Sambia: Wo Nilpferde und Elefanten baden
TMN

2. Teil: Der größte Wasservorhang der Erde

Sambias Tourismus will sich entwickeln. Bis 2030 soll das Land im südlichen Afrika zu den Top-Fünf-Reisezielen in Afrika gehören, hat das Tourismusministerium als Ziel ausgegeben. 2015 reisten nur 1,7 Prozent aller Afrika-Touristen nach Sambia. Aus Europa waren es rund 89.000 Gäste, bei 932.000 internationalen Touristen.

Viele Reisende stellen sich die Frage: Was tun in Sambia? Dabei gibt es in dem demokratischen Commonwealth-Mitgliedstaat 20 Nationalparks. Ein Drittel der Fläche des Landes nehmen sie ein. Und es gibt ein großes Highlight: die Victoriafälle. Über eine 1700 Meter breite Abbruchkante stürzt der Sambesi in eine gut 110 Meter tiefe Schlucht. Gemessen an Höhe und Breite entsteht dort in der Regenzeit der größte Wasservorhang der Erde.

Doch das ist noch kein füllendes Programm für eine Sambia-Rundreise. Viele nehmen die Victoriafälle auf einer Reise gen Norden oder Süden mit, auf Durchreise. Oder sie kommen nur für ein paar Stunden über die Grenze nach Sambia - denn der größte Teil der Fälle und die besten Aussichtspunkte liegen in Simbabwe, das an Ort und Stelle mit der gleichnamige Stadt Victoria Falls, auch Vic Falls genannt, ein kleines Touristenzentrum geschaffen hat.

Dabei ist Sambia nicht egoistisch. Es will sich die Touristen möglichst mit seinen Nachbarn teilen, erklärt Mwabashike Nkulukusa, Marketing-Direktor von Sambias Tourismusbüro. Das größte Potenzial sieht er in länderübergreifenden Kombinationsreisen.

Und doch hat gerade das noch dünne touristische Netz in Sambia seine Vorteile für Reisende. Die Lodges in den Parks werben auch mit der Abwesenheit der Massen und der Exklusivität des Abenteuers. Manche bieten nur Platz für eine Handvoll Gäste.

Man landet dann mit einem kleinen Buschflugzeug auf einer unbefestigten Piste mitten in den Nationalparks. Es gibt kein Haus und kein Terminal. Nur ein paar Geländewagen warten auf die neuen Gäste, die Lodge-Mitarbeiter reichen Fruchtpunsch zur Begrüßung. Manchmal muss der Pilot vor der Landung sogar noch ein paar Zebras oder Antilopen mit einem Vorbeiflug vom Landefeld verscheuchen.

"Und manchmal stehen hier am Flugfeld auch Kinder mit offenem Mund, die noch nie ein Flugzeug gesehen haben", erzählt Pilot Sebastian Matla. Der Niederländer war lange in Südafrika tätig. Doch er kehrte dem Massentourismus bewusst den Rücken, unbefestigte Start- und Landebahnen und einsame Buschflieger reizen ihn mehr.

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