Fotostrecke

Afrika: Fünf alternative Safariziele

Foto: Gorongosa National Park/ Clive Dreyer/ tmn

Wo ein Internetmillionär Antilopen importiert Fünf Safari-Ziele jenseits des Mainstreams

Von Florian Sanktjohanser

Afrika ist riesig, doch die Safari-Touristen fahren seit Jahrzehnten in die gleichen Länder: Kenia und Tansania, Südafrika und Namibia. Dabei gibt es in weniger bekannten Ländern einige Alternativen, die es mit der Serengeti und dem Krüger-Park aufnehmen können.

Hwange Nationalpark, Simbabwe: Cecils Heimat

Vergangenes Jahr wurde der größte Nationalpark Simbabwes weltberühmt: Ein Großwildjäger aus den USA hatte den Löwen Cecil erschossen, das Maskottchen des Parks. Aber auch ohne Cecil gibt es reichlich Gründe für einen Besuch des Hwange Parks. Riesige Elefanten-Herden, Giraffen und Impalas streifen durch die Savanne, Büffel suhlen sich in Schlammlöchern, Leoparden dösen auf Akazien. Und Löwen gibt es natürlich weiterhin zu sehen.

Die Sanddünen der Kalahari-Wüste prägen den Südwesten des Parks, Richtung Nordosten gehen sie über in Savanne und schließlich in Wälder. Da die Victoria Falls nur 100 Kilometer entfernt im Norden liegen, ist der Park gut zu erreichen.

Bislang kommen nur wenige Besucher nach Simbabwe, das Land hat immer noch einen schlechten Ruf. Reisende brauchten gute Unterstützung. Das Auswärtige Amt bescheinigt Simbabwe ein "erhöhtes Unsicherheitspotential" und stellt lapidar fest: "In Notfällen ist von den Sicherheitskräften in der Regel keine Hilfe zu erwarten."

Die wollen nur spielen. Aber im Zweifelsfall auch gerne mit Eingeweiden.

Die wollen nur spielen. Aber im Zweifelsfall auch gerne mit Eingeweiden.

Foto: The Hide Safari Camp/ tmn

Andasibe-Mantadia Nationalpark, Madagaskar: Nebel im Bergwald

Wenn früh morgens Nebel den Bergwald im Osten Madagaskars einhüllt, wecken schrille, langgezogene Klagelaute die Besucher: Der Indri ruft. Der größte Lemur der Welt ist der Star des Nationalparks, der sich aus den Waldgebieten Mantadia und Analamazaotra zusammensetzt und 2007 zum Weltnaturerbe der Unesco erhoben wurde.

Zwischen Baumfarnen, Orchideen und Baumriesen leben 80 Prozent aller Tierarten der Insel: Chamäleons, Frösche, Schlangen - vor allem aber viele Lemuren, jene großäugigen Äffchen, die nur auf der Insel vor der Küste Ostafrikas leben. Ein Umsiedlungsprogramm machte den Park nahe dem namensgebenden Dorf Andasibe zum Refugium für Lemuren, deren angestammte Wälder abgeholzt wurden.

Seit 2006 wurden Diademsifakas und Schwarzweiße Varis hierher gebracht. Die beiden Lemurenarten haben sich gut eingelebt und vermehren sich prächtig. Besonders gut für Touristen: Die Tiere sind nicht scheu.

Gar nicht scheu: Die Lemuren

Gar nicht scheu: Die Lemuren

Foto: Madagascar ONTM/ Karim Nari/ tmn

Queen Elizabeth Nationalpark, Uganda: Zwischen Regenwald und Savanne

Als die britische Königin 1954 ihre Kolonie Uganda besuchte, wurde der zwei Jahre zuvor gegründete Nationalpark im Westen des Landes nach ihr benannt. Heute bekommen Touristen hier wieder ein ähnliches Schauspiel geboten wie damals die Queen. Die Wildtiere, einst von Idi Amins Soldaten in Massen geschossen, haben wieder ihre früheren Bestände erreicht. Und kaum irgendwo sind sie so vielfältig wie hier.

Der Grund dafür sind die vielen verschiedenen Ökosysteme. Am Grund des Ostafrikanischen Grabenbruchs treffen Regenwald und Savanne aufeinander, es gibt Papyrus-Sümpfe, Flüsse und Seen. Schon auf der Fahrt vom Hauptquartier über die Halbinsel Mweya sieht man Elefanten durch den trockenen Busch streifen, auf der Kasenyi-Ebene grasen Kob-Antilopen, in Salzseen staksen Flamingos. Mehr als 600 Vogelarten leben im Park, darunter der Kronenkranich, der Wappenvogel Ugandas. Noch berühmter ist der seltene Schuhschnabel, den man mit Glück in den Sümpfen um den Lake George sehen kann.

Das volle Tierprogramm bekommt man bei der Bootsfahrt auf dem Kazinga-Kanal. Die Guides rattern die Liste der Wasservögel herunter, die man am Ufer und in den Bäumen sieht. Die Krokodile, Büffel und Flusspferde erkennt man auch allein, ebenso die Adler. Wer Affen sehen will, steigt in die 16 Kilometer lange Kyambura-Schlucht hinab. Bei der schweißtreibenden Wanderung durch den Regenwald sieht man Stummelaffen, Paviane und - mit Glück - Schimpansen. Wesentlich seltener besucht wird der Südteil des Parks, berühmt für die Löwen von Ishasha, die auf Bäume klettern.

Kleine Boote, große Tiere: Queen Elizabeth Nationalpark in Uganda

Kleine Boote, große Tiere: Queen Elizabeth Nationalpark in Uganda

Foto: Florian Sanktjohanser/ tmn

Gorongosa Nationalpark, Mosambik: Comeback der Oribi-Antilopen

Mosambik ist heute vor allem für seine Sandstrände, Korallenriffe und Walhaie bekannt. Im Zentrum des südostafrikanischen Landes aber versucht ein US-Internetmillionär, den in den 1970er Jahren berühmten Gorongosa-Park zu altem Glanz zu führen. Dafür werden Wildtiere aus Südafrika importiert, um den im Bürgerkrieg zerstörten und leer geschossenen Park wieder zu beleben.

Mit Erfolg: Mittlerweile sehen Besucher auf den Pirschfahrten wieder Oribi-Antilopen und Wasserböcke in der Savanne grasen, Elefanten durch Miombo-Wälder trampeln und Paviane auf der Ruine des Löwenhauses herumklettern.

Nicht nur diese Comeback-Geschichte macht Gorongosa besonders. Erfahrene Safaritouristen schwärmen von der außergewöhnlichen Schönheit der Landschaft. Man fährt über weite Flutebenen und durch hohes Gras, zwischen Borassus-Palmen und Akazien. Und auf dem Monte Gorongosa wächst der letzte Regenwald Mosambiks. Wer eine Pause wünscht zwischen den Safari-Fahrten, kann auf dem Berg zu einem Wasserfall wandern. Oder sich von Wissenschaftlern im Parkzentrum die vielen Forschungsprojekte erklären lassen.

Es lohnt sich, dieses Foto anzuklicken: Dann sehen Sie auch, welche Tiere sich unten tummeln.

Es lohnt sich, dieses Foto anzuklicken: Dann sehen Sie auch, welche Tiere sich unten tummeln.

Foto: Gorongosa National Park/ Clive Dreyer/ tmn

Lopé Nationalpark, Gabun: Der Primat mit der roten Nase

Kein Säugetier, schrieb Charles Darwin einst, sei so außergewöhnlich gefärbt wie der Mandrill. Und nirgendwo ist die Chance, den Primaten mit der roten Nase und dem weiß-blauen Gesicht zu sehen, besser als im Lopé Nationalpark in Gabun. Der Park im Chaillu-Massiv ist das einzige Welterbe des kleinen, zentralafrikanischen Landes.

Dafür hat ihm die Unesco den Status in beiden Kategorien verliehen: Natur und Kultur. Denn seit der Steinzeit wandern Menschen entlang des Flusses Ogooué von der Küste ins Landesinnere. Sie rodeten einen Teil des Regenwalds und schufen so einen besonderen Lebensraum, eine Mischung aus Urwald und Savanne. Hier leben Waldelefanten und viele Arten von Duckern. Schimpansen und Flachlandgorillas streifen durch den Busch. Leoparden, afrikanische Gold- und Zibetkatzen lauern auf Beute.

Neben all den Tieren können Besucher auch Felsmalereien sehen. Der Nationalpark ist übrigens erstaunlich leicht zu erreichen: Gabuns einzige Zugstrecke führt durch das Ogooué-Tal.

Auch dieses Foto sollten Sie anklicken. Denn es ist noch ein Affenbaby darauf!

Auch dieses Foto sollten Sie anklicken. Denn es ist noch ein Affenbaby darauf!

Foto: Adi Weda/ tmn