Mittwoch, 20. November 2019

Skifahren in den Rocky Mountains Disney-Gefühle im  Tiefschnee

Weltmeisterlich: Abfahrt in Vail und Beaver Creek
TMN

Vail/Beaver Creek - Vail ist der Gigant der amerikanischen Ski-Landschaft, sein Nachbar Beaver Creek der Inbegriff eines Luxus-Resorts. Beide Skigebiete sind eine perfekte Kombination für die Alpine Ski-Weltmeisterschaft 2015 - und für einen Wintersporturlaub in Colorado.

Fast jeder Skifahrer und Snowboarder hat schon von dem Wintersportort Vail in den Rocky Mountains gehört. Wer da war, schwärmt von den breiten, oft menschenleeren Pisten, den bis zu den Gipfeln reichenden Bergwäldern und dem legendären "Champagne Powder" auf den Tiefschneeabfahrten. Das größte Ski-Resort der USA steht fast auf jeder Top-10-Liste der besten Skigebiete. Anfang Februar fand hier sogar die Alpine Ski Weltmeisterschaft in Vail und Beaver Creek statt.

Beaver Creek liegt mit dem Shuttlebus nur 20 Minuten von Vail entfernt. Der nobelste Ski-Ort der Vereinigten Staaten ist am Reißbrett entstanden und sieht schon fast zu perfekt aus.

Beaver Creek wirkt wie die Kulisse eines Weihnachtsfilms von Walt Disney. Tausende mit Lichterketten geschmückte Tannenbäume weisen vom Taleingang den Weg hinauf ins Village. Dort stehen große Luxushotels, die Dank ihrer mit Holz verkleideten Fassaden eher wie gigantische Blockhütten als wie Bettenburgen aussehen. Im Zentrum des Nobelorts ziehen Schlittschuhläufer auf einem Eisring ihre Bahnen, an großen Feuerstellen rösten Kinder Marshmallows über den Flammen. Die Gehwege zwischen den Boutiquen, Galerien, Cafés, Bars und Restaurants sind beheizt, zu den Skiliften führen Rolltreppen, an deren Ende freundliche Helfer mit dem aktuellsten Pistenbericht warten.

Winter-Wunderland für Reiche

Auf den ersten Blick wirkt Beaver Creek wie ein Winter-Wunderland für Reiche. "Vom ersten Eindruck aber sollte man sich nicht täuschen lassen", meint Mike Williams, der seit Jahren als Skilehrer in Vail und Beaver Creek arbeitet. "Hinter Beaver Creeks nobler Fassade schlägt ein Sportlerherz", betont Williams. Es komme nicht von ungefähr, dass fast alle Rennen der Ski-WM in Beaver Creek ausgetragen würden.

Ab in den Schnee: Anfang Februar fand die Alpine SKi WM in Vail und Beaver Creek statt.
Eine Hälfte der 148 Pisten bestehe aus leichten bis mittelschweren Genusspisten, die andere Hälfte sind rassige Abfahrten für Könner. "Black Diamond" heißen die anspruchsvollen Pisten in Nordamerika, die allerschwersten werden mit "Double Black Diamond" ausgewiesen - gern mit einem Warnhinweis kombiniert. Da steht dann "Experts Only" auf einem Schild, manchmal mit einem Totenkopf zur Abschreckung.

Vor den WM-Abfahrtspisten kann man Ottonormal-Skifahrer gar nicht deutlich genug warnen. Die legendäre Männer-Abfahrtsstrecke Birds of Prey gehöre auf jeden Fall zu den schwierigsten im Ski-Weltcup, erklären die Ski-Experten Rosi Mittermaier und Christian Neureuther.

Sohn Felix startet als einer der Stars bei der Ski WM. Der Slalom-Spezialist fühlt sich in Vail und Beaver Creek besonders wohl. Und das nicht nur, weil er dort 2007 seinen ersten Podestplatz im Weltcup herausgefahren hat. Neureuther gefällt die Atmosphäre in den USA. "Da wirst du schon auf dem Weg zur Piste fröhlich begrüßt, im Lift spricht dich immer wieder mal einer an und plaudert mit dir - das ist schon anders als in den Alpen", erzählt er.

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