Samstag, 24. August 2019

Reisetipps jenseits des Trubels Mallorca gibt es auch in ruhig

Mallorca: Die schönsten ruhigen Ecken
Manuel Meyer/dpa-tmn

Von einem "Alarm am Ballermann" war zu Beginn des Sommers die Rede, wegen ausbleibender Touristen. Hoteliers und Restaurantbesitzer gaben sich besorgt. Wer derzeit durch die berühmt-berüchtigte Schinkenstraße schlendert, hört einen anderen Alarm - der wie gewohnt vom Partyvolk ausgeht. Der Strand in Arenal ist überfüllt wie immer. Vor der Kathedrale in Palma reihen sich die Menschen in langen Warteschlangen auf. Auch ziehen unzählige Kreuzfahrtpassagiere durch die Altstadt.

Richtig ist: Die neuen Benimmregeln und Alkoholeinschränkungen am Ballermann und die Erholung der Türkei als Reiseziel haben zu einem spürbaren Rückgang der Gästebuchungen geführt. In diesem Sommer ist Mallorca nicht ganz so überfüllt wie in den vergangenen Jahren.

Aber leere Strände und Hotels wird es auf der liebsten Ferieninsel der Deutschen kaum geben. Zumal die Hoteliers mit Preisnachlässen auf den schwachen Beginn der Hauptsaison reagiert haben. Und die Mehrheit der Urlauber kommt nach wie vor im Juni, Juli und August. Wer auf Mallorca seine Ruhe findet, dem gelingt dies nicht, weil keine anderen Urlauber über die Insel herfallen würden. Sondern, weil er jene schönen Orte kennt, die nicht überlaufen sind.

Der Gegensatz zwischen dem Ballermann-Trubel und der Hotelterrasse des "Son Bleda", einem ehemaligen Kloster aus dem 12. Jahrhundert im Nordwesten der Insel, könnte kaum größer sein. Ein Pärchen genießt mit einem Glas Wein den Blick ins grüne Tal von Sóller. Zwei andere Hotelgäste schauen vom Pool aus in die Bucht von Deià - alleine. Man hört Vogelgezwitscher, den Wind, das Zirpen der Grillen. Sonst nichts. Und das Ende Juni.

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Das ist das Mallorca, von dem schon der spanische Schriftsteller Santiago Rusiñol in "Die Insel der Ruhe" schrieb. "Auf Mallorca ist die Stille tiefer als sonst wo", berichtete auch George Sand 1842 im Reiseliteratur-Klassiker "Ein Winter auf Mallorca".

"Mallorca ist immer noch so, auch im Sommer. Man muss bloß wissen, wo", sagt Hotelbesitzer Dieter Rahmel. Die zwischen Pinien, Oliven- und Orangenbäumen liegende Hotel-Finca "Son Bleda" des gebürtigen Düsseldorfers ist eher eine Unterkunft für betuchte Gäste - hier bremst also schon der Preis die Massen aus. Doch auch im Inneren der Insel, gar nicht weit von der Küste entfernt, gebe es viele gute und auch preisgünstigere Hotels, in denen man nichts mehr vom Trubel mitbekomme, sagt Rahmel. "Selbst im Sommer kann man auf Mallorca dem Massentourismus leicht entfliehen." Man müsse sich nur wenige Kilometer von der Küste und den Touristenzentren entfernen.

Die meisten Urlauber wollen im Sommer aber doch an den Strand und im Meer baden. "Das ist ja kein Problem. Mallorca hat auch im Juli und August nicht überlaufene Strände und Buchten", erklärt der Wahl-Mallorquiner. "Man muss nur bereit sein, ein wenig zu laufen und auf einen Liegestuhl und den Kiosk verzichten." Seinen Gästen empfiehlt Rahmel kleine Buchten in der Nähe des Hotels in Richtung Deià, wo man auch in den Sommermonaten relativ ungestört ist.

Das klappt selbst an Mallorcas vielleicht beliebtesten Sandstrand Es Trenc im Süden der Insel. In der Nähe des Parkplatzes liegen die Strandgäste noch dicht an dicht. Vor allem Familien mit Kindern. Doch je weiter man sich entfernt, desto leerer wird es. Nach einem halbstündigen Strandspaziergang wird es relativ einsam. Wasser und ein paar Snacks sollte man unbedingt mitnehmen.

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