Montag, 23. September 2019

Gorilla-Safari in Uganda Familientreffen im Urwald

Gorillas: Aug in Auge mit den Riesen des Dschungels
Adrienne Friedlander

2. Teil: Eine 99prozentige Gorilla-Garantie

Am Gorilla-Tracking kann jeder teilnehmen. "Es erfordert allerdings eine gesunde körperliche Konstitution und eine mittlere Fitness", warnt Benson die Besucher. Aber obwohl einige der Teilnehmer jetzt etwas verunsichert unter dem Tropenhelm hervorschauen, möchte keiner zurückbleiben. Benson nickt zufrieden und fügt beruhigend hinzu: "Im Notfall können Sie sich dann immer noch zurück tragen lassen." Der Preis für den Dschungel-Transport-Service wird nach Gewicht und Anzahl der Träger berechnet und liegt bei etwa 300 Dollar. Besser also man folgt der abschließenden Aufforderung des Rangers: "Make your mind strong, make your body strong!"

Vor dem Pavillon, aufgereiht auf einer Bank, sitzen 20 Porter. Junge Männer und Frauen in grauen Anzügen und Gummistiefen, die auf Wunsch für 15 Dollar die Gäste begleiten, Proviant tragen und auch bei schwierigem Gelände zur Hand gehen. Die Teilnehmer werden auf die verschiedenen Gruppen aufgeteilt. Jede davon besucht eine andere Gorilla-Familie.

Unsere Gruppe wird von Guide David geführt, Dennis und Julias sind bewaffnet und für die Sicherheit zuständig. Dazu haben wir drei Porter angeheuert. Die Garantie Gorillas zu sehen, beträgt 99 Prozent, hatte Benson bei der Einweisung erklärt. Sollte keiner der Regenwald-Riesen auftauchen, gibt es 50 Prozent zurück. So haben sich schon lange vor unserem Aufbruch zwei Scouts auf den Weg gemacht, um die Gorillas aufzuspüren.

Privatterrasse mit Vulkanblick

Kaum ein Lichtstrahl dringt mehr durch das Baumkronendach des Regenwaldes. Den befestigten Weg haben wir lange hinter uns gelassen. Wir balancieren auf Baumstämmen über Bäche, rutschen auf dem Hosenboden Abhänge hinunter, hangeln uns an Zweigen und Lianen die Hügel hinauf. So klettern wir mehr als dass wir wandern über einen Teppich aus Wurzeln, Blättern und Farn.

Vor uns, im grünen Tarnanzug und mit einer Machete bewaffnet, David . Er schlägt für uns eine Schneise in das undurchdringliche Dickicht des Dschungels. Vor etwa einer Stunde haben die Scouts die Gorilla-Familie gesichtet und über Walkie-Talkie ihren Standort bekanntgegeben. Seitdem sind wir ihnen auf den Spuren.

Zum Glück haben wir eine geruhsame Nacht in der Lodge hinter uns. Dort bieten acht Cottages aus Vulkanstein Platz für Privatsphäre, Komfort und Luxus für 16 Besucher. Die Zimmer der Zweiraum-Häuser sind komfortabel und in hellen Farben eingerichtet. Es gibt einen offenen Kamin, die Wände sind mit Kunstwerken afrikanischer Maler geschmückt und von der privaten Terrasse blickt man über das Great Rift Valley bis zu den Gipfeln der Virunga Vulkane im Grenzgebiet zu Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo.

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