Dienstag, 24. September 2019

Der Queen-Elizabeth-Nationalpark in Uganda Ein Traum von Safari-Afrika

Queen-Elizabeth-Nationalpark: Naturtraum in Uganda
Philipp Laage/dpa-tmn

2. Teil: Scharen von Wasservögeln

Der Bestand stabilisierte sich. "Wir haben zuletzt vier Exemplare verloren, wahrscheinlich im Kampf untereinander", berichtet Adaruku. "Aber wir haben auch Babys." Der jüngste Schimpanse ist zwei Jahre alt. Allerdings bedroht Inzucht die Gruppe. Den alten Korridor zum Wald im Süden wieder zu öffnen, wäre jedoch kompliziert. Mehrere Dörfer liegen dazwischen. "Man müsste den Menschen eine Kompensation für die Umsiedlung zahlen", sagt Adaruku. Sehr unwahrscheinlich.

Schimpansen bekommen die Besucher der Kyambura-Schlucht an diesem Nachmittag nicht mehr zu sehen. Dafür kommt es zur unerwarteten Begegnung mit einem Elefanten, den auch der Ranger erst recht spät im Unterholz bemerkt. Der Bulle klappt die Ohren nach vorne. Schlechtes Zeichen. "Er hat das Gefühl, er wird angegriffen", flüstert Adaruku und mahnt zum raschen Rückzug. Dann folgt noch eine Ranger-Weisheit: "Alle Tiere sind friedlich, bis wir sie provozieren."

Queen-Elizabeth-Nationalpark
Reiseziel: Der Queen-Elizabeth-Nationalpark liegt im Südwesten Ugandas und ist einer der vielseitigsten Parks des Landes. Touristen können zu habitualisierten Schimpansen wandern, auf einer Bootsfahrt auf dem Kazinga-Kanal Elefanten und Vögel beobachten und auf klassischen Game-Drives Wildtiere wie Löwen aufspüren.

Anreise und Formalitäten: Von Deutschland aus gibt es nach Uganda keine Direktflüge. KLM zum Beispiel fliegt von Amsterdam aus. Für die Einreise ist ein Visum nötig, das vor der Reise online beantragt und bezahlt werden muss (https://visas.immigration.go.ug/). Der Preis beträgt 50 US-Dollar (etwa 42 Euro). Außerdem ist der Nachweis einer Gelbfieberimpfung bei Einreise vorzulegen.

Reisezeit: Die trockenen Monate zwischen Dezember und Februar sowie Juli und September eignen sich für Tierbeobachtungen am besten.

Übernachtung: Im Queen-Elizabeth-Nationalpark gibt es Unterkünfte für unterschiedliche Reisebudgets. Am oberen Ende der Preisskala liegen etwa die "Mweya Safari Lodge" und "Ishasha Wilderness Camp" mit Raten von mehreren hundert Euro pro Nacht. Auf der Mweya-Halbinsel gibt es aber auch ein günstiges Hostel und einen Campingplatz.

Gesundheit: Landesweit und ganzjährig besteht ein hohes Malariarisiko, das Auswärtige Amt rät zur Chemoprophylaxe mit Medikamenten. Zudem ist konsequenter Mückenschutz wichtig, auch als Schutz vor anderen Krankheiten, die von Moskitos übertragen werden. Als Reiseimpfung wird darüber hinaus zumindest Hepatitis A empfohlen.

Sicherheit: Uganda ist ein vergleichsweise sicheres Reiseland in Afrika. Viele Touristen greifen bei Rundreisen auf Komplettpakete professioneller Safari-Unternehmen zurück. Die Nutzung öffentlicher Busse ist unter Rucksackreisenden gängig und auch bequem möglich. Das Unfallrisiko ist im Vergleich zu Europa aber deutlich größer.

Informationen: Uganda Tourism Board, c/o KPRN network GmbH, Hamburger Allee 45, 60486 Frankfurt/Main (E-Mail: uganda@kprn.de, visituganda.de).

Deutlich stressfreier ist die Begegnung mit Elefanten auf dem Kazinga-Kanal, der wohl beliebtesten Attraktion des Nationalparks. Auf einer Bootsfahrt über die natürliche Wasserstraße zwischen Eduard- und Georgsee sind die Tierbeobachtungen ebenso zahlreich wie bequem. Die Fähren legen gleich unterhalb der "Mweya Safari Lodge" ab. Von deren Terrasse aus lassen sich bereits Elefanten, Afrikanische Büffel und Hippos in der Ferne des anderen Flussufers beobachten.

Auf dem Oberdeck des Bootes klacken die Auslöser der Kameras nahezu minütlich. Die Fotostrecken mit Tierbildern sehen später aus wie ein Daumenkino: Da gehen zwei Elefantenbullen aufeinander los, während Büffel wenige Meter entfernt im Wasser baden. Eine Elefantenkuh kommandiert ihre Jungtiere die Böschung hinauf, der Nachwuchs folgt im Gänsemarsch. Hin und wieder öffnet ein Flusspferd sein Maul und zeigt ellenbogenlange Zähne. Und das Krokodil am Ufer liegt nicht wie sonst immer erstarrt da, sondern schleicht in Richtung Wasser.

Safari-Afrika wie im Traum

Die Bootsausflüge bewältigen längst nicht die gesamten 40 Kilometer des Kanals, genug zu sehen gibt es trotzdem. An der Mündung in den Eduardsee haben sich Scharen von Wasservögeln versammelt, Pelikane, Kormorane, Goliath- und Schwarzhalsreiher. Der einzigartige Schuhschnabel ist leider sehr selten. Auf dem See wippt ein einzelnes Fischerboot vor einem Wolkenturm, der sich düster über dem anderen Ufer jenseits der Landesgrenze erhebt, als wollte er mahnend darauf hinweisen: Dies hier ist schon der Ostkongo.

Die Konfliktregion im Nachbarland, für die es eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gibt, könnte sich abends in der komfortablen Lodge auf der Mweya-Halbinsel nicht ferner anfühlen. Auf schweren Holzmöbeln genießt der Tourist hier seinen Sundowner, stets umsorgt von aufmerksamen Mitarbeitern. Nach dem Abendessen werden zur Unterhaltung der Gäste folkloristische Tänze aufgeführt. Später stapft direkt vor der Tür zum Doppelzimmer ab 350 Dollar pro Nacht ein Flusspferd durch die Nacht. Safari-Afrika als Urlaubstraum für Besserverdiener und Klischee zugleich.

Am folgenden Morgen geht es vorbei an Salzseen auf die Kasenyi-Ebene zur Wildtierbeobachtung. Die noch tiefe Sonne überzieht die weite Akaziensavanne mit einem goldenen Schleier, der mit dem Aufziehen des Tages langsam ausbleicht. Die Lichtstimmung ist fast schöner als die wilden Tiere: Büffelherden stehen wehrhaft zusammen, eine Uganda-Grasantilope zeigt ihre Silhouette, Paviane hocken ungerührt von den Safari-Fahrzeugen gleich neben der Buschpiste.

Eine ungewöhnliche Attraktion des Nationalparks sind die Löwen von Ishasha im südlichen Teil des Schutzgebietes. Die Region liegt abseits der Hauptrouten und wird daher seltener besucht. Doch an diesem Morgen ist das ohnehin nicht nötig: In der Kasenyi-Ebene hat sich eine Löwin in drei Metern Höhe bequem im Schatten der Äste eingerichtet. Noch ein unverhofftes Erlebnis. Robert Adaruku wäre jetzt sehr glücklich. Doch der sucht gerade wieder Schimpansen.

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