Wintersport im Bayerischen Wald Großes Revier für Genuss-Skifahrer

In der Wintersportregion bei Sankt Englmar im Bayerischen Wald steht Langläufern ein 105 Kilometer langes Loipennetz zur Verfügung.

In der Wintersportregion bei Sankt Englmar im Bayerischen Wald steht Langläufern ein 105 Kilometer langes Loipennetz zur Verfügung.

Foto: Tourist-Information St. Englmar/dpa-tmn

Skiurlaub in Bayern: Da denkt man an die Alpen, an Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen. Doch man muss gar nicht so hoch hinauf in die Berge, um im Freistaat die Bretter unterzuschnallen. Angebote finden Urlauber auch in Richtung tschechische Grenze: im Bayerischen Wald.

Verwundert reibt sich der Gast aus Berlin an der Liftkasse die Augen: 23 Euro für einen Tagesskipass, wo gibt's denn sowas noch? Der Familienvater freut sich wie die meisten Wintersportler, die sich auf den Pisten des Pröller tummeln, über die Preise: "Fünf Tage Skiunterricht für 92 Euro, 45 Euro für eine Woche Kinderausrüstung leihen, 8,50 Euro für den Schweinebraten in der Hütte - da zahl' ich in Österreich oder Südtirol ja fast doppelt so viel." Natürlich ist Winterurlaub im Bayerischen Wald auch deshalb günstiger, weil das Pistennetz nicht so groß und die Berge nicht so hoch sind wie in den Alpen. Doch verstecken müssen sich Pröller und Predigtstuhl, Großer Arber, Geißkopf und Hohenbogen deshalb nicht.

In Höhen von deutlich mehr als 1000 Metern liegen sie alle, das Angebot an Abfahrten ist für Genuss-Skifahrer ausreichend. Punkten kann der "Woid", wie die Einheimischen ihr Reich nennen, mit Kinder- und Familienfreundlichkeit, und relativ schneesicher sind seine Berge auch. Notfalls helfen halt die in Stellung gebrachten Schneekanonen.

Rund 2000 Kilometer umfasst das Langlaufstreckennetz. Wer Abwechslung sucht, dem bieten die lokalen Verkehrsämter vielerorts geführte Schneeschuhtrips, Pferde- und Hundeschlittenfahrten und manchmal auch Ski-Kiting an. In der Region Grafenau-Neuschönau lassen sich unter fachkundiger Anleitung Iglus bauen oder Winter-Survivaltrainings absolvieren. Die Wintersaison beginnt im "Woid" Mitte Dezember, offiziell Schluss ist erst Ende April. Dann verbrennt die Bergwacht auf dem Großen Arber bei einem Fest symbolisch den letzten Schnee.

Doch was genau bieten die Orte im Bayerischen Wald, und wie unterscheiden sie sich? Ein Überblick zu den wichtigsten Skigebieten:

St. Englmar: Nachts mit Flutlicht

Drei Stunden unter Flutlicht: Am Pröller in St. Englmar können Skiurlauber an vielen Tagen auch abends auf die Piste.

Drei Stunden unter Flutlicht: Am Pröller in St. Englmar können Skiurlauber an vielen Tagen auch abends auf die Piste.

Foto: Tourist-Information St. Englmar/dpa-tmn

Pröller und Predigtstuhl sind die Hausberge der Urlaubsregion, die mit einem Dutzend Schleppliften, gut zwölf Kilometern Piste, mehreren Skischulen mit rund 100 Skilehrern, einem Rodelhang mit Lift und 105 Kilometern Loipen aufwarten kann. Die Region ist für Langläufer so attraktiv, dass dort ein "nordic aktiv Langlaufzentrum" des Deutschen Ski Verbands entstanden ist.

Die Abfahrtspisten sind überwiegend leicht, aber auch eine schwarz gekennzeichnete Rennstrecke gibt es. Besonders beliebt in St. Englmar ist der Nachtskilauf mit Flutlicht: Von 19.00 bis 22.00 Uhr ist er an den meisten Abenden möglich. (www.urlaubsregion-sankt-englmar.de )

Großer Arber: Großes Sportangebot

Großes Sportangebot: Am Großen Arber können Winterurlauber auch mit Schneeschuhen unterwegs sein.

Großes Sportangebot: Am Großen Arber können Winterurlauber auch mit Schneeschuhen unterwegs sein.

Foto: Arber Bergbahn/dpa-tmn

Mit 1456 Metern ist der Arber bei Bayerisch Eisenstein der König des Bayerischen Waldes, das Sportangebot ist groß. Das Gebiet, zu dem auch die Skiarena Silberberg bei Bodenmais gehört, verfügt über eine Gondelbahn, zwei Sechser-Sessellifte, diverse Schlepplifte und Kinder-Förderbänder - genug, um stündlich 10 000 Skifahrer zu befördern. Die haben die Wahl zwischen 14 Ski- und Snowboardschulen, einem halben Dutzend Hütten und 15 Kilometer Pisten.

Weniger rasant geht es im "ArBär"-Kinderland zu, wo sich das gleichnamige Wuschel-Maskottchen um den Skinachwuchs kümmert. Wer nicht Ski laufen kann oder mag, kann den Arber und die Aussicht von ihm aber ebenfalls genießen: Nach der Auffahrt mit der Gondel geht es barrierefrei mit einem gläsernen Personenaufzug auf die Terrassen der Gipfelhütten. (www.arber.de )

Mitterdorf: Klein, aber fein

Unterwegs am Almberg: Im Skigebiet Mitterdorf haben Wintersportler acht Abfahrten zur Auswahl.

Unterwegs am Almberg: Im Skigebiet Mitterdorf haben Wintersportler acht Abfahrten zur Auswahl.

Foto: Daniela Blöchinger/Tourismusverband Ostbayern/dpa-tmn

Das Skigebiet bei Mitterfirmiansreut ist klein, aber fein. Es hat eine Doppelsesselbahn und fünf Schlepplifte, die acht Abfahrten erschließen.

Es gibt eine Rodel- und Schlittenbahn sowie ein Angebot für die Kleinen: Der Zwergerl-Park liegt sonnig und windgeschützt am Fuße des Almbergs, hat eine eigene Skischule, drei überdachte Zauberteppiche sowie Wärme-, Spiel- und Ruheräume. Ganztagsbetreuung gibt es für Kinder im Alter ab zwei Jahren. (www.mitterdorf.info )

Geisskopf: Zwei Kilometer lange Naturrodelbahn

Das Wintersportgebiet am 1456 Meter hohen Großen Arber bietet auch für Rodler viele Möglichkeiten. Und auch bei Bischofsmais lässt sich prima rodeln.

Das Wintersportgebiet am 1456 Meter hohen Großen Arber bietet auch für Rodler viele Möglichkeiten. Und auch bei Bischofsmais lässt sich prima rodeln.

Foto: Arber Bergbahn/dpa-tmn

Betont familienfreundlich präsentiert sich auch dieser Skiberg bei Bischofsmais, der mit dem "Geissleinpark" für die Kleinen, neun autobahnbreiten Alpin-Abfahrten sowie einer zwei Kilometer langen Naturrodelbahn - einer der längsten in Deutschland - aufwartet.

Es gibt zwei Funparks für Snowboarder und Freerider, auch abendlicher Flutlichtskilauf ist möglich. Etwas langsam, aber lustig ist die Bergfahrt mit dem nostalgischen Einer-Sessellift, der die Wintersportler hinauf zu Pisten mit weiteren fünf Schleppern bringt. (www.geisskopf.de )

Hohenbogen: Zwölf Pisten, ein Lift

Im Bayerischen Wald können Winterurlauber - hier in Hohenbogen - mehrere Skigebiete nutzen, deren Gipfel mehr als 1000 Meter über dem Meer liegen.

Im Bayerischen Wald können Winterurlauber - hier in Hohenbogen - mehrere Skigebiete nutzen, deren Gipfel mehr als 1000 Meter über dem Meer liegen.

Foto: Tourismusverband Ostbayern/dpa-tmn

Der markante, 1079 Meter hohe Berg zwischen Furth im Wald und Waldmünchen bietet nicht nur Rundblicke bis zu den Alpen, sondern auch flotte Abfahrten auf zwölf Pisten. Die werden von einem einzigen Doppelsessellift bedient. Der aber ist mit gut 1300 Metern der längste im Bayerischen Wald.

Zwei Ski- und Snowboardschulen kümmern sich um Anfänger und Fortgeschrittene. Von der Mittelstation führt eine über 700 Meter lange Winterrodelbahn auf einer eigenen Trasse ins Tal. (www.hohenbogen.de )

Joachim Hauck, dpa
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