Freitag, 19. April 2019

Filmfestival und Skispaß in Utah Das größte Skigebiet der USA

Park City: Skispaß und Weltstars in Utah
Park City Chamber Bureau/dpa-tmn

2. Teil: Robert Redford lockte die Hollywood-Stars in Scharen

Das Sundance Festival rührt Jahr für Jahr die Werbetrommel für Park City, Sydney Pollack sei Dank. Angeblich war es der amerikanische Schauspieler und Regisseur, der den Organisatoren empfahl, das ursprünglich im September als kleines Independent-Filmtreffen veranstaltete Event in den Winter zu verlegen. Kaum fand das Festival in der Hochsaison statt, kamen die Hollywood-Stars in Scharen. Sicherlich auch, weil drei Jahre nach Gründung des Festivals Robert Redford 1981 den Vorsitz übernahm. Redford war einer der Superstars im amerikanischen Filmgeschäft. Als er einlud, konnte niemand in Hollywood Nein sagen.

So wurde Park City neben Aspen zum einem Tummelplatz der Filmbranche im Winter. Weihnachten ließ man sich in Colorados Nobelskiort sehen, Ende Januar dann in Park City. Will Smith zum Beispiel besitzt eine der gigantischen Villen mitten im Skigebiet. Bis ins benachbarte Heber Valley entstanden neue Wohngebiete und große Hotels wie das etwas skurrile "Zermatt Resort" mit Big-Ben-Glockenturm und Alphornmusik, das vor allem bei Skiclubs wegen verhältnismäßig günstiger Preise beliebt ist.

Park City und Deer Valley sind teuer geworden, auch wenn die Preise noch unter denen von Nobelskiorten wie Aspen oder Beaver Creek liegen. Je mehr Geld nach Park City floss, desto größer wurde das Interesse der Vail Resorts. Amerikas Skikonzern Nummer eins betreibt nicht nur Vail und einige andere Skigebiete in seinem Heimatstaat Colorado, sondern Dutzende Resorts im ganzen Land.

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Dass die Vail Resorts Park City schlucken konnten, war die Pointe einer Tragikomödie. Als der frühere Besitzer des Resorts seine Pacht für weite Teile des Gebiets nicht fristgerecht verlängerte, schlug Vail zu, kaufte den Kontrahenten nach gewonnenem Rechtsstreit auf und fusionierte Park City mit Canyons zum größten Skigebiet der USA. "Nicht alle Einheimischen waren von Vails Coup begeistert", berichtet Mylar. Die Touristen aber schon, da Vail viele Millionen Dollar in Hütten sowie neue und schnellere Lifte investierte. "Ski-Touristen haben keine Geduld", sagt Mylar. "Anders als echte Freerider."

Die richtig guten Waldabfahrten und Tiefschneehänge sind nach wie vor nur mit alten Liften wie Pioneer und Jupiter auf der Park-City-Seite oder Peak 5 und Ninety Nine 90 auf der Canyons-Seite erreichbar. Manchmal muss man sogar noch kurz zu Fuß aufsteigen, um die besten Hänge unter den bis zu 3056 Meter hohen Gipfeln zu erreichen.

"Earn your turns", sagen die Amerikaner. Wer Geduld und Ausdauer mitbringt, wird belohnt, sollte aber die Warnschilder mit der Aufschrift "Experts only" (Nur für Könner) ernst nehmen. Angst vor Lawinen muss man nicht haben. Anders als in den Alpen darf man in Nordamerika innerhalb des Skigebiets auch abseits der Pisten fahren. Alles wird überwacht von den Ski Patrolern.

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