"Klarheit für Ticketinhaber" Olympische Spiele ohne ausländische Zuschauer

Für Olympia nach Japan reisen fällt aus. Das Organisationskomitee hat beschlossen, die auf diesen Sommer verschobenen Spiele ohne ausländische Zuschauer abzuhalten. Andernfalls hätte dem Großevent ein komplettes Aus gedroht.
Akzeptanzproblem: Olympische Ringe in Tokio

Akzeptanzproblem: Olympische Ringe in Tokio

Foto: Eugene Hoshiko / dpa

Die Olympischen Spiele und die Paralympics im Sommer in Tokio finden wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer aus dem Ausland statt. Dies gab das Organisationskomitee (OK) am Samstag bekannt.

"Um den im Ausland lebenden Ticketinhabern Klarheit zu verschaffen und ihnen zu ermöglichen, ihre Reisepläne zu diesem Zeitpunkt anzupassen, sind die Parteien auf japanischer Seite zu dem Schluss gekommen, dass sie zum Zeitpunkt der Spiele nicht nach Japan einreisen können", teilte das Organisationskomitee mit.

Tokyo 2020-Chef Toshiro Muto (77) erklärte, die Organisation werde den Kaufpreis für 600.000 Tickets zu den Olympischen Spielen und 30.000 zu den Paralympischen Spielen erstatten. Für die Stornierung gebuchter Hotels könne man jedoch nicht zahlen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) "respektieren und akzeptieren diese Schlussfolgerung voll und ganz", hieß es in der Erklärung weiter.

Geringe Akzeptanz der Spiele in Japan

Diese historische Entscheidung fiel auf einem Gipfeltreffen mit Vertretern der japanischen Regierung, des IOC um Präsident Thomas Bach (67), des IPC, der Tokioter Stadtverwaltung und des OK.

Durch den Bann für ausländische Olympiabesucher soll das Infektionsrisiko bei den Olympischen Spielen vom 23. Juli bis 8. August und den Paralympics vom 24. August bis 5. September weiter begrenzt werden. Zudem erhoffen sich die Olympiamacher von ihrem Beschluss eine Steigerung der momentan geringen Akzeptanz in der japanischen Bevölkerung für die Olympiawettbewerbe in ihrer Hauptstadt.

Angesichts der Pandemieentwicklung hatte sich der Beschluss bereits seit einiger Zeit abgezeichnet. Zwar hatten auch IOC-Mitglieder noch auf der Vollversammlung der Ringe-Organisation in der zweiten Märzwoche für eine weitere Beobachtung der Corona-Situation plädiert, doch Japans Regierung unter Ministerpräsident Yoshihide Suga (72) war Medienberichten zufolge bereits seit Februar zu dem nun vollzogenen Bann entschlossen.

ak/SID, Reuters
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