Fotostrecke

Nordseeinseln von Sylt bis Borkum: Schönen Urlaub im Meer

Foto: TMN / Kur- und Tourismusservice Pellworm

Sylt, Borkum, Amrum oder doch Föhr? Welche Nordseeinsel passt zu Ihnen?

Von Andreas Heimann

Urlaub an der deutschen Nordseeküste? Nichts leichter als das. Am besten auf einer Insel. Die Auswahl ist groß: Sylt, Baltrum oder Borkum? Welche ist die richtige für wen?

Sylt: Für Feinschmecker, Hipster und Normalos

Ganz oben in Nordfriesland liegt Sylt. Es ist mit fast 100 Quadratkilometern die größte Nordseeinsel. Kite-Surfer sind hier genauso richtig wie Strandspaziergänger, Feinschmecker, Hobby-Ornithologen oder Party-Hipster. Sylts Hauptort ist Westerland, Endstation für die Anreise per Bahn - die Insel ist mit dem Festland durch einen Damm verbunden.

Wer es ruhiger mag, wählt auf der Wattseite zum Beispiel Munkmarsch, Morsum oder Archsum. Wegen seiner alten reetgedeckten Kapitänshäuser besonders schön ist Keitum. Weniger trubelig als Westerland ist auch Wenningstedt. Der Strandspaziergang von dort bis zu Sylts höchster Erhebung, der Uwe-Düne, ist ein Klassiker.

Kampen liegt gleich um die Ecke, Sylts schickster Inselort. Aber Sylt ist kein Reservat für Touristen mit dickem Geldbeutel. "Von 5-Sterne Luxus in den Dünen bis zum einfachen Zimmer in zentraler Lage ist alles dabei", versichert Sylt Marketing.

Schnell nach Sylt, bevor es weg ist: Diesen Winter haben Stürme wieder an dem Strand genagt. Allein im vergangenen November verschwanden dort Düne und Strand auf 850 Metern Länge und bis zu 60 Metern Breite. Rund 2,2 Hektar Land fielen den Wellen zum Opfer.

Schnell nach Sylt, bevor es weg ist: Diesen Winter haben Stürme wieder an dem Strand genagt. Allein im vergangenen November verschwanden dort Düne und Strand auf 850 Metern Länge und bis zu 60 Metern Breite. Rund 2,2 Hektar Land fielen den Wellen zum Opfer.

Foto: Carsten Rehder/ dpa

Amrum: Der Strand ist ein Drittel der Insel breit

Amrum ist Sylts südliche kleine Schwester. Die Promi-Dichte ist hier kleiner, die Boutiquen sind nicht so schick wie in Kampen. Aber Inselorte wie Norddorf oder Nebel brauchen sich nicht verstecken.

Der Kniep genannte Strand ist besonders breit, weil eine Sandbank mit der Westküste zusammengewachsen ist. Er nimmt rund ein Drittel der Inselfläche ein. Der FKK-Strand der Insel ist größer als der auf Sylt. Und auf keiner anderen Nordseeinsel gibt es so viel Wald. Hauptort ist Wittdün, hier legen die Fähren an. Viele schöne alte Häuser gibt es in Nebel.

Mehr Amrum auf manager-magazin.de:

Amrum im Herbst: Purpurrote Haut und Tote Tanten
Amrum: Friesischer Winterzauber

Romantische Stunden auf Amrum: Gitarre, Vollmond, Düne - perfekt

Romantische Stunden auf Amrum: Gitarre, Vollmond, Düne - perfekt

Foto: DPA

Föhr: Reiterurlaub auf dem Bauernhof

Föhr liegt östlich von Amrum, näher an der Küste und ist die zweitgrößte nordfriesische Insel. Der Fährhafen ist in Wyk im Inselosten, wo viele Urlauber gleich bleiben. Föhr hat aber noch etliche Inseldörfer. Für Strandurlauber sind neben Wyk vor allem Goting, Hedehusum, Utersum und Nieblum geeignet. Alkersum bietet sich besonders für Reiterurlaub an.

Im Sommer ist Föhr vor allem bei Familien beliebt, 80 Prozent der Gäste wählen Ferienhäuser oder -wohnungen. Eine Besonderheit ist das breite Angebot für Urlaub auf dem Bauernhof. Ebenfalls besonders: die Wattwanderungen zur Nachbarinsel Amrum.

Mehr Föhr auf manager-magazin.de:

Föhr: Der Wind und das Meer
Golfen auf Sylt und Föhr: Platzreif für die Insel

Am Strand von Utersum: Föhr ist vor allem bei Leuten beliebt, die es etwas ruhiger mögen

Am Strand von Utersum: Föhr ist vor allem bei Leuten beliebt, die es etwas ruhiger mögen

Foto: DPA

Pellworm: Marschinsel ohne Sandstrand

Pellworm ist eine Marschinsel südlich von Amrum und Föhr. Sie hat keinen Sandstrand. Verglichen mit den Nachbarinseln ist Pellworm überschaubar und ruhig - und auch erst seit 1998 Nordseeheilbad.

Es gibt eine Post, eine Bank, eine Tankstelle, mehrere Badestellen und Möglichkeiten zu Wattwanderungen, etwa zur kleinen Hallig Süderoog.

Fischkutter und Leuchtturm: Was braucht man mehr für ein norddeutsches Insel-Feeling?

Fischkutter und Leuchtturm: Was braucht man mehr für ein norddeutsches Insel-Feeling?

Foto: Carsten Rehder/ picture alliance / dpa

Wangerooge: Im Osten keine Menschenseele

Wangerooge ist die östlichste der ostfriesischen Inseln, gehört zu den kleinsten und neben Juist, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog zu den autofreien. Der Inselosten ist unbewohnt, die Fähre legt im Inselwesten an. Von da geht es mit der Inselbahn weiter ins Inseldorf rund um den Alten Leuchtturm.

Wangerooge ist überschaubar und besonders bei Familien beliebt. Die Insel lässt sich gut mit dem Fahrrad erkunden - oder bei ausgiebigen Spaziergängen.

Im Westen die Fähre, im Osten die Leere: Wangerooge ist die östlichste der ostfriesischen Inseln

Im Westen die Fähre, im Osten die Leere: Wangerooge ist die östlichste der ostfriesischen Inseln

Foto: Ingo Wagner/ dpa

Spiekeroog: Eisenbahn mit Pferdeantrieb

Anders als Wangerooge, dessen altes Inseldorf bei einer Sturmflut unterging, hat Spiekeroog noch sehenswerte Häuser aus dem 18. Jahrhundert. Das gibt dem Dorf im Inselwesten viel von seinem Charme. Die Inselkirche, die älteste der ostfriesischen Inseln, wurde 1696 erbaut.

Die Wege sind kurz, vom Inseldorf zum Badestrand im Nordwesten nimmt man allenfalls den Bollerwagen zu Hilfe. Nach Angaben der Kurverwaltung hat Spiekeroog die einzige Eisenbahn Deutschlands, die von einem Pferd gezogen wird, einen der schönsten Naturzeltplätze Europas und einen eigenen Inselzirkus.

Eine Bahn, die von einem Pferd gezogen wird: Das gibt es nur auf Spiekeroog.

Eine Bahn, die von einem Pferd gezogen wird: Das gibt es nur auf Spiekeroog.

Foto: TMN / Archiv Nordseebad Spiekeroog

Langeoog: An der hohen Promenade

Die "lange Insel" hat wie seine direkten Nachbarn nur ein Inseldorf. Dazu gehören einige sehenswerte reetgedeckte Häuser. In einem davon lebte Lale Andersen, die Sängerin, die mit dem Lied "Lili Marleen" berühmt wurde. Sie starb 1972 in Wien, wünschte sich aber, auf ihrer Lieblingsinsel beigesetzt zu werden. Die Insel hat eine besonders hoch gelegene, gut anderthalb Kilometer lange Promenade entlang der Nordsee. Der Bade- und Surfstrand liegt im Nordwesten. Ornithologen zieht es in den Inselosten: Dort lassen sich Seevögel besonders gut beobachten.

Mehr Langeoog auf manager-magazin.de:

Kitesurfen auf Langeoog: Flieger, grüß mir die Welle

Weiter Himmel: Auf der "langen Insel" lässt sich im Strandkorb die Ruhe genießen.

Weiter Himmel: Auf der "langen Insel" lässt sich im Strandkorb die Ruhe genießen.

Foto: TMN / Langeoog / Andreas Falk

Baltrum: Eine Insel mit zwei Dünen

Die Überfahrt auf die kleine Insel, die gerade bei Familien beliebt ist, dauert nur rund eine halbe Stunde. Kinder brauchen auf den Straßen keine Angst vor Autos oder E-Wagen zu haben. Auch Fahrradmassen sind nach Angaben der Kurverwaltung nicht zu erwarten. Der Strand ist vom Inseldorf nur wenige Minuten entfernt und das Meer praktisch überall zu hören.

Baltrum ist überschaubar und lässt sich zu Fuß in rund vier Stunden umrunden. Es gibt nur ein Inseldorf - und zwei Dünen, von denen aus ganz Baltrum zu überblicken ist.

Mehr Baltrum auf manager-magazin.de:

Baltrum: Die kleine Insel mit dem großen Strand

Baltrum ist die kleinste der ostfriesischen Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Im Hintergrund ist Langeoog zu erkennen.

Baltrum ist die kleinste der ostfriesischen Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Im Hintergrund ist Langeoog zu erkennen.

Foto: DPA

Norderney: Königliche Sommerresidenz

Norderney ist die zweitgrößte ostfriesische Insel. Hier spielte der Tourismus schon eine Rolle, als man anderswo darüber noch die Nase rümpfte: Norderney war ab 1797 das erste deutsche Nordseebad. Das Hannoversche Königshaus hatte auf der Insel seine Sommerresidenz. Einige der schicken Gebäude aus dieser Zeit sind noch zu sehen.

Auf Norderney fahren Autos. Der Trubel konzentriert sich auf den Inselwesten. Wer es ruhiger haben will, kann Norderney in die entgegengesetzte Richtung erkunden. Die Insel hat mit dem Badehaus ein großes Thalassozentrum - und ein Kurorchester mit 40 Musikern.

Mehr Norderney auf manager-magazin.de:

Paradies für Strandläufer: Frühlingserwachen auf Norderney
Wo sich der Ferienhauskauf lohnen kann

Fotostrecke

Studie zu Ferienimmobilien: Diese Insel ist beinahe so teuer wie Sylt

Foto: Ulrich Perrey/ picture alliance / dpa

Juist: Die Familieninsel

Juist ist schmal, mit 17 Kilometern besonders lang - und bietet damit auch viel Strand. Familien sind die größte Gästegruppe im Sommer. Rund drei Viertel der Urlauber übernachten nach Angaben der Kurverwaltung in Ferienwohnungen. Eine Besonderheit: Egal ob Lebensmittel, Möbel oder Baustoffe - den Transport übernehmen Pferdefuhrwerke. Das gilt sogar für die Müllabfuhr.

Motorisiert sind nur die Feuerwehr, das Rote Kreuz und die beiden Ärzte, die Post hat ein Elektrofahrzeug. Umweltschutz wird auf Juist groß geschrieben, im vergangenen Jahr bekam die Insel den Deutschen Nachhaltigkeitspreis.

Mehr Juist auf manager-magazin.de:

Ein Traum, auf Sand gebaut

Juist ist die schmalste und länglichste der ostfriesischen Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Juist ist die schmalste und länglichste der ostfriesischen Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Foto: DPA

Borkum: Der längste Strand

Borkum ist die größte und westlichste der ostfriesischen Inseln. Sie liegt viel weiter draußen in der Nordsee als alle übrigen. Die Fähre ab Emden braucht gut zwei Stunden für die 20 Kilometer lange Überfahrt. Borkum hat auch den längsten Strand: Er kommt auf 26 Kilometer. Im Nordwesten haben ihn Urlauber direkt vor der Haustür.

Eine Touristenattraktion ist das Feuerschiff "Borkumriff". Es ist nicht mehr im Dienst, liegt nun im Hafen vor Anker und dient als Informationszentrum für Touristen.

Ein Paradies für Kite-Surfer: Borkum

Ein Paradies für Kite-Surfer: Borkum

Foto: DPA