Sonntag, 22. September 2019

Namibia per Allradcamper Alleine durch die rote Wüste

Namibia: Ein Roadtrip für Selbstfahrer
TMN

Der Blick in den Rückspiegel schmerzt: Ein letztes Mal fällt der Blick auf das Meer aus riesigen Dünen. Die meisten Sandberge sind bis zu 200 Meter hoch. "Big Daddy" überragt mit 350 Metern sogar den Eiffelturm. Der Namib-Naukluft-Park in der Namib-Wüste ist einer der beeindruckendsten und zugleich bizarrsten Orte Namibias.

Die Sanddünen erstrecken sich bis zum Horizont, leuchten von orange bis blutrot. Je älter der Sand, desto roter die Farbe. Und hier gibt es richtig alten Sand. Die Namib-Wüste ist rund 80 Millionen Jahre alt und damit die älteste Wüste der Welt. Unterbrochen wird das rote Farbenspiel im Sossusvlei-Gebiet immer wieder durch das Weiß der Salzpfannen mit ihren verdörrten Akazien.

Man möchte und könnte hier Wochen verbringen. Doch Namibia, eines der landschaftlich vielfältigsten und tierreichsten Länder Afrikas, hat einfach zu viel zu bieten. Eine Rundreise ist ein Muss. Im Süden locken das Diamantensperrgebiet mit der deutschen Kolonialstadt Lüderitz und der Fish River Canyon, der zweitgrößte Canyon der Welt. Im Osten verzaubert die Kalahari-Wüste mit ihrer Tierwelt.

Lesen Sie auch: Es muss nicht Serengeti sein - alternative Safariziele

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Afrikas kann man in Namibia die Wildnis problemlos auf eigene Faust im Mietwagen erleben. Man befindet sich ständig auf der Pirsch, hält einfach an, wo es schön ist oder gerade eine Elefantenherde vorbeizieht.

Bei den meisten Mietwagen handelt es sich um allradgetriebene Pickups mit Dachzelt und Campingausrüstung, was das Reisen enorm flexibel macht. Freies Campen ist in Namibia allerdings verboten und wegen der wilden Tiere auch nicht immer ungefährlich. Die Strecken sind lang, Tankstellen selten. Doch fast alle Reiseveranstalter haben gut organisierte Selbstfahrer-Routen im Programm. Dabei kann jeder nach Belieben Camping-Plätze mit Blick auf badende Elefanten und luxuriöse Safari-Lodges kombinieren. Namibia ist sicher, die Infrastruktur gut.

Tatsächlich ist selbst die Schotterpiste von Sossusvlei nach Walvis Bay im Norden hervorragend ausgebaut und kommt einem Safariausflug gleich. Immer wieder sind am Straßenrand Straußherden und Oryxantilopen zu sehen. Besonders beeindruckend ist allerdings die grenzenlose Weite und Einsamkeit. Dörfer oder andere Autos sieht man seltener als Zebras und Warzenschweine. Eindrucksvoll wird einem vor Augen geführt, dass Namibia doppelt so groß wie Deutschland ist, aber nur knapp zweieinhalb Millionen Einwohner zählt.

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung