Samstag, 25. Januar 2020

Billigflieger in der Krise Wie die Lufthansa Eurowings wieder auf Kurs bringen will

Marcel Kusch / DPA

Eurowings kommt weiterhin nicht zur Ruhe. So scheint bei der Low-Cost-Airline der Lufthansa-Gruppe Börsen-Chart zeigen im kommenden Jahr eine weitere große Veränderung bevorzustehen. Dann soll nämlich der Markenname Eurowings von der Langstrecke verschwinden und sich der Billigflieger komplett auf das europäische Kerngeschäft konzentrieren.

Die bisherige Eurowings Langstrecke wird dann unter einem neuen, aktuell noch unbekannten Markennamen in die betriebliche Verantwortung von Lufthansa übergehen. Mit einem neuen integrierten Konzept soll das Langstreckengeschäft, abseits der Kernmarke Lufthansa, wieder zur Profitabilität zurückfinden, so zumindest der Plan.

Alexander Koenig
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    Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de), dem größten deutsch-sprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

Die Ursprünge von Eurowings

Um die Umstrukturierung besser zu verstehen, lohnt es sich, einen Blick in die Vergangenheit von Eurowings zu werfen. Die Airline wurde ursprünglich 2014 im Rahmen des Wings Konzeptes aus der Taufe gehoben und baute auf die bestehende Germanwings mit dem Hub Köln/Bonn auf. Die Kernidee hinter dem Konzept war die Auslagerung von Flügen aus der, aufgrund von langjährigen Tarifverträgen teuren, Lufthansa-Hauptlinie in eine neue Tochtergesellschaft mit niedrigeren Betriebskosten.

Flüge ausgeführt von SunExpress

Ein Jahr später wurde mit Varadero die erste Langstrecken-Destination aufgenommen. Diese Flüge wurden von SunExpress, einem Joint-Venture aus Turkish Airlines und Lufthansa, ausgeführt. Der Fokus lag hierbei klar auf touristischen Flügen. So verfügen die SunExpress Airbus A330 über keine Business oder First Class Kabine. Die Langstreckenflüge hatten schon kurz nach Aufnahme mit massiven operativen Problemen zu kämpfen. Neben signifikanten Verspätungen mussten auch zahlreiche Flugzeuge von Drittairlines angemietet werden, um einen Mangel an eigenen Flugzeugen auszugleichen.

Mehrere Konzepte wurden parallel getestet

Fast gleichzeitig startete Lufthansa mit dem "Jump-Konzept" einen weiteren, parallellaufenden Versuch, Langstreckenziele auf eine niedrigere Kostenbasis zu stellen. So handelte man aus, dass ab Herbst 2015 ausgewählte Airbus A340 Flugzeuge von Piloten der Regionaltochter "Lufthansa Cityline" bemannt werden durften. Im Gegensatz zu Eurowings werden diese Flüge aber als reguläre Lufthansa Flüge verkauft und für den Fluggast ist auch an Bord kein wirklicher Unterschied erkennbar. Neben Zielen in den USA wurden mit "Jump" auch Flüge zu touristischen Destinationen wie Mauritius, den Seychellen oder den Malediven ins Streckennetz aufgenommen.

Expansion auf Geschäftskunden lastige Strecken

Mit der Air-Berlin-Pleite 2017 witterte Eurowings dann die Chance, Teile des freiwerdenden Langstreckennetzes zu übernehmen und verlagerte den Großteil der Langstrecke von Köln nach Düsseldorf. Allerdings fielen durch den Umzug viele Eurowings Zubringermöglichkeiten weg, da diese weiterhin nach Köln flogen. Zusätzlich fehlte es auch an geeignetem Fluggerät für die eher geschäftsorientierten Strecken wie New York. Um diese zu bedienen, wurden Flugzeuge von Brussels Airlines transferiert, die ebenfalls zur Lufthansa-Gruppe gehört. Die neuen Airbus A340 werden von einer Brussels-Airlines-Crew betrieben und verfügen nun auch erstmals über Business Class, genannt Biz Class.

Verwirrung durch Codeshare-Wahnsinn

Da diese Flüge auch unter Lufthansa Codeshare Nummer verkauft werden, kann es passieren, dass ein Kunde auf der Lufthansa-Webseite einen Flug von Düsseldorf nach New York unter Lufthansa-Flugnummer bucht, welcher eigentlich ein Eurowings-Flug ist, der aber von Brussels Airlines im Auftrag von Eurowings ausgeführt wird. Verständlicherweise führt dies unter Kunden zu großer Verwirrung, vor allem da Eurowings im Gegensatz zu Lufthansa und Brussels Airlines kein Teil der Star Alliance ist und viele Vielflieger somit auf ihre Statusvorteile verzichten müssen.

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