Montag, 21. Oktober 2019

Luxushotel-Betreiber will Zahl der Hotels verdoppeln Kempinski will künftig auch Immobilien kaufen

Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski in München
Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski
Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski in München

Die Luxushotelkette Kempinski will die Zahl der von ihr betriebenen Häuser verdoppeln. "Wir werden in den kommenden 24 Monaten dafür sorgen, dass wir über 100 Hotels haben", sagte der seit Juli amtierende Kempinski-Chef Martin Smura am Mittwochabend in München. Mittelfristig zielt Smura sogar auf 150 bis 200 Häuser. Das Erreichen von 150 im Jahr 2025 sei "durchaus vorstellbar". Weil einige Managementverträge auslaufen, wird diese Zahl laut Smura aber vorübergehend auf 72 sinken.

Derzeit besitzt Kempinski nur ein einziges Hotel selbst, das Vier Jahreszeiten in München. Mit seinen weltweiten Hotels erwirtschaftet Kempinski etwa 1,6 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt laut Smura 26.000 Mitarbeiter.

Auf die reine Betreiberrolle will sich Kempinski künftig nicht mehr beschränken, auch weil es wegen des gestiegenen Kostendrucks für Kempinski immer schwieriger werde, neue Betreiberverträge abzuschließen, wie Smura unlängst im Interview mit dem "Handelsblatt" erklärte. "Wir sind in unserem bisherigen Kerngeschäft nicht auskömmlich für die Zukunft aufgestellt." Wachstum sei für Kempinski in diesem Bereich "schwer möglich."

Das Geschäftsmodell von Kempinski ist im Kern, Hotels für andere Immobilienbesitzer gegen eine Umsatz- und Gewinnbeteiligung zu betreiben. "Aber in einem Markt, der stark umkämpft ist, lässt sich dieses Modell kaum noch durchsetzen." In Zukunft wolle Kempinksi Hotelimmobilien auch selbst erwerben, womöglich renovieren und dann unter eigener Marke weiterverpachten, sagte Smura in dem Interview.

Investorengemeinschaft will bis 2022 für 500 Millionen neue Hotels kaufen

Tags zuvor hatte der Hotelbetreiber angekündigt, mit einem neuen Luxuskonzept wachsen zu wollen. Dafür hat sich das Unternehmen mit dem Investor 12.18. zusammengetan, der - mit weiteren Investoren - bis 2022 rund 500 Millionen Euro in 20 neue Hotels nach dem neuen Konzept namens "7Pines Kempinski" stecken will. Stilvorbild für die neuen Häuser ist das im vergangenen Jahr von 12.18. auf Ibiza eröffnete Luxushotel 7Pines. Laut dem Investor sollen die 20 neuen Häuser angekauft, neu gebaut oder in Erbpacht übernommen werden

Zusammen mit 12.18. kommt Kempinski dabei auch erstmals nach New York. Dort wurde das San Carlos Hotel übernommen, das nach einer grundlegenden Renovierung als 7Pines Kempinski Manhattan firmieren soll. "New York war schon immer eine Wunschdestination der Kempinski Hotels und wird durch diese wichtige Partnerschaft zur Realität", sagte Kempinski-Chef Martin R. Smura.

Die für das operative Geschäft verantwortlich Kempinski AG hat ihren Sitz in München, will laut Smura aber bald nach Berlin umziehen. Dort sei das Unternehmen ursprünglich auch gegründet worden. Die AG hat allerdings kaum Mitarbeiter. "Wir bewegen da keine Menschen", sagte Smura. Die Verwaltungsgesellschaft von Kempinski mit rund 120 Mitarbeitern sitzt in Genf und soll auch dort bleiben. Dort sei Kempinski auch gut aufgehoben. "Denn am dortigen Bankenstandort treffen wir auf die Immobilieninvestoren, die wir für unsere Marke begeistern müssen", wie Smura im Interview erklärte.

rei mit dpa

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