Sonntag, 22. September 2019

Luxushotels "Wir haben drei Jahre lang verhandelt"

Luxushotels: Das Fünf-Sterne-Imperium des Thomas Althoff
Althoff Hotel & Gourmet

Nach knapp 23 Jahren ist Schluss: Hotelier Thomas Althoff trennt sich vom Schlosshotel Lerbach, das einst die Keimzelle der Althoff Collection von Luxushotels war. Er glaubt, dass die Anforderungen der Gäste sich ändern - und die Zielgruppen der Luxushotellerie immer vielschichtiger werdem.

mm: Das Schlosshotel Lerbach ist die Keimzelle Ihrer Althoff Collection von Luxushotels. Jetzt trennen Sie sich ausgerechnet von diesem Haus. Warum?

Althoff: Der Pachtvertrag ist nach 25 Jahren ausgelaufen. Wir haben entschieden, ihn nicht weiter fortzuführen - und wir haben uns diese Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht. Wir haben drei Jahre lang mit der Eigentümerfamilie verhandelt und dann erkennen müssen, dass jetzt der Zeitpunkt da war, das zu einem Ende zu führen. Die Vorstellungen waren nicht vereinbar. Natürlich war das auch emotional nicht einfach - so eine Entscheidung hat ja immer zwei Komponenten: Verstand und Herz. Am Ende aber müssen wir so handeln, wie es für das Unternehmen am besten ist. Da sind wir in der Verantwortung.

mm: Was genau am Konzept passte nicht?

Althoff: Zu Details will ich mich nicht äußern. Althoff ist ein Name, der für nachhaltiges Engagement und Kontinuität steht. Da muss es dann wirklich passen. Wir glauben, dass sich die Anforderungen der Gäste in Zukunft noch weiter ändern werden. Und die Althoff Collection bleibt auch dem Standort Bergisch Gladbach mit dem Schloss Bensberg weiterhin treu. Im Übrigen bedeutet unser Ausstieg ja nicht das Aus für das Haus - die Eigentümerfamilie möchte es mit einem anderen Partner fortführen und ist hier in Verhandlungen.

mm: Wie ändern sich denn die Anforderungen der Gäste an ein Luxushotel?

Althoff: Es gibt viel mehr Wettbewerb auf dem Markt als noch vor 20 Jahren. Deshalb schauen die Gäste heute auch sehr genau auf das jeweilige Konzept. Im Übrigen ist die Klientel längst keine homogene Zielgruppe mehr. Wir haben sehr anspruchsvolle Gäste - aber eben mit zum Teil ganz unterschiedlichen Ansprüchen. Man hat viele Zielgruppen. Das ist eine große Herausforderung für Hoteliers. Und natürlich kommt dem Standort dabei eine immer größere Bedeutung zu.

mm: Für das Schlosshotel Lerbach sind zwei Personen prägend: Zum einen Kurt Wagner, der das Haus vor 22 Jahren eröffnete und seit dem Frühjahr wieder leitet, und Sternekoch Nils Henkel. Was wird aus ihnen? Wird Nils Henkel in Ihr neues Luxushotel in Köln gehen?

Althoff: Kurt Wagner wird geschäftsführender Direktor im Schloss Bensberg - und mit Nils Henkel finden wir hoffentlich ebenfalls eine gute Möglichkeit. Das wollen wir im Januar entscheiden. Über die Feiertage ist das Schlosshotel Lerbach noch sehr gut gebucht und wir wollen diesen Betrieb bis zur Schließung noch erfolgreich führen.

mm: Welche Pläne gibt es für die Althoff Collection insgesamt? Wohin wollen Sie mit der Marke?

Althoff: Der nächste große Schritt ist das Dom-Hotel in Köln, das wir nach einer Renovierungsverzögerung nun in zwei Jahren eröffnen wollen. Ansonsten konzentrieren wir uns auf unsere bestehenden Häuser, das lastet uns völlig aus: Weitere Renovierungsmaßnahmen sind neben Bensberg in den Häusern in Celle, Stuttgart und St. Tropez geplant. Und ab 2015 soll das 4-elements Spa-Konzept, das im Seehotel Überfahrt am Tegernsee bereits Realität ist, Einzug halten in weitere Häuser.

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