Donnerstag, 22. August 2019

Hotelgruppe Wie Hilton weiter wachsen will

Hilton Worldwide: Neueröffung Reichshof Hamburg
Matthew Shaw / Reichshof Hamburg

Krise, welche Krise? Die Hotelbranche boomt, auch wenn Wimdu oder Airbnb die Branche unter Druck setzten. Jim Holthouser, Executive Vice President Globale Marken von Hilton Worldwide, scheint dennoch nur eins zu kennen: Wachsen, wachsen, wachsen.

Und die Zahlen, die der Manager kürzlich in Dubai bei einem Marketingmeeting der Hotelgruppe vorlegte, sprechen für sich: Zu 3789 bestehenden Häusern in Amerika sollen in den nächsten fünf Jahren 888 weitere kommen, für Europa ist ein Zuwachs von 164 Hotels bei derzeit 285 vorhandenen Häusern vorgesehen und in Asien/Australien (134 in Betrieb/216 geplant) und Afrika (70/83) wird sich die Anzahl der Häuser innerhalb der nächsten fünf Jahre sogar verdoppeln.

Jim Holthouser, Executive Vice President Globale Marken bei Hilton
Schon jetzt zählt Hilton Worldwide (Umsatz 2014: 10,5 Milliarden Dollar) mit rund 4200 Hotels, Resorts und Timesharing-Anlagen mit über 690.000 Zimmern in 94 Ländern neben Konkurrent Starwood Hotels & Resorts Worldwide zu den Giganten im globalen Gastgewerbe. "Mehr als 300.000 Teammitglieder gehören im Moment zu uns und wir werden weiter wachsen", kündigt Holthouser an: "Wir haben 1350 Hotels in der Pipeline, das bedeutet, wir werden jeden Monat mindestens ein neues Hotel eröffnen".

Ziel sei es, noch mehr Kunden zu gewinnen. Das will Hilton zum einen mit dem Ausbau etablierter Marken schaffen und zum anderen mit neuen Marken, erklärt Holthouser. So zum Beispiel "Hampton by Hilton: Bisher ist die Marke vor allem in den USA, aber auch in Großbritannien und der Türkei vertreten, nun soll sie in den nächsten Jahren nach China transferiert werden. Nachdem dort zunächst Luxushotels sowie sehr preiswerte Unterkünfte gefragt waren, soll mit ihnen vor allem die Mittelschicht angesprochen werden.

Hamburg bekommt ein Hilton

"Curio by Hilton" und "Canopy by Hilton" dagegen sind zwei gänzlich neue Marken in der "Hilton Family", zu denen Waldorf Astoria, Conrad, Hilton Hotels & Resorts, Doubletree by Hilton, Embassy Suites, Hilton Garden Inn, Hampton, Homewood Suites, Home2 Suites by Hilton und Hilton Grand Vacations gehören.

"Wir haben vor neun Monaten damit begonnen, unabhängige und etablierte Hotels unter einen neuen Schirm zu bringen", erklärt Holthouser. 15.000 Objekte kämen weltweit seiner Einschätzung nach für diese Marke in Frage. Fünf Häuser sind bereits eröffnet - in den nächsten Jahren sollen 80 bis 90 Häuser dazukommen. Dabei soll jedes Hotel seinen eigenen Stil behalten können.

Gediegen und doch modern: Ein Blick in den wiedereröffneten Reichshof in Hamburg
Matthew Shaw / Reichshof Hamburg
Gediegen und doch modern: Ein Blick in den wiedereröffneten Reichshof in Hamburg
Ob dies gelungen ist, ist nun im ersten europäischen Curio by Hilton zu sehen: das Hotel Reichshof in Hamburg, das gerade in der vergangenen Woche wieder eröffnet wurde. "Wir sind sehr froh, wieder mit einem Hotel in der Hansestadt vertreten zu sein", sagt Meggie Giddens, die für die Marke Curio zuständige Brand Managerin.

Erst im vergangenen Jahr war das vor 105 Jahren eröffnete Hotel Reichshof nahe dem Hauptbahnhof wegen des hohen Renovierungsbedarf vom damaligen Besitzer geschlossen worden. Nun erstrahlt das Hotel in neuem Glanz. Der Reichshof behalte seine eigene Identität, es gebe keinerlei zentrale Vorgaben hinsichtlich des Designs oder der Ausstattung, erklärt Giddens. Die Qualität müsse aber stimmen. So trägt das Hotel auch weiterhin seinen alten Namen, ergänzt um den Zusatz Curio by Hilton.

Lokale Orte schaffen

Große Erwartungen verbindet Hilton Worldwide ebenfalls mit der neuen Marke "Canopy by Hilton", die als Lifestyle Brand neue Kundenschichten erschließen soll. "Die Gäste müssen fühlen, an welchem Ort sie sind. Wir wollen das durch lokale Bezüge erlebbar machen, den Bezug zu Restaurants, Bars, Galerien oder Geschäften der jeweiligen Destination herstellen", erklärt Holthouser das Konzept. "Wir haben es mit 9000 Kunden getestet."

In allen Häusern der neuen Marke verspricht er Überraschungen. Frisches Obst, Joghurt oder WiFi gehörten selbstverständlich zu Ausstattung. Es ginge aber auch um spezielle Extras wie etwa ein Bier aus einer lokalen Microbrewery, das der Gast im Zimmer vorfindet oder ähnliches. In Kürze sollen die ersten Häuser dieser Gruppe vorgestellt werden.

Wachsen will Hilton ebenfalls im Luxussegment. Zu den bestehenden 28 Waldorf Astoria Hotels sollen in den nächsten Jahren neun weitere Projekte hinzukommen, bei Conrad wikll die Gruppe 24 Häusern eröffnen und damit auf 40 Angebote kommen. Jüngster Zuwachs bei Waldorf Astoria ist das Haus in Amsterdam, aber auch in Doha eröffnete kürzlich ein Haus unter diesem Label.

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