Montag, 23. September 2019

Hamburger Hafencity Neues Leben in der Stadt

Hafencity Hamburg: Nah am Wasser gebaut
Verena Wolff/dpa-tmn

2. Teil: Schlusspunkt wird dort der 235 Meter hohe Elbtower sein

Auch die Plaza in der Elphi, wie das markante und viel kritisierte Bauwerk des Architektenduos Herzog und de Meuron inzwischen liebevoll genannt wird, erfreut sich größter Beliebtheit, bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen. Mehr als sieben Millionen Besucher haben sich von dort aus schon einen Überblick verschafft über die Stadt. Das geht auch ohne Konzertkarte. Die Fahrt mit der einst längsten Rolltreppe Europas ist kostenlos, sie bringt die Besucher in ein paar Minuten auf die Plaza - auf das Dach des ehemaligen Kaispeichers A. Darauf haben die Schweizer Architekten ihren futuristischen Glaskörper gesetzt, weitere 18 Stockwerke hoch.


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Frank W. Jacob hat die Elphi immer im Blick, von seinem verglasten Wohnzimmer aus kann er jeden Tag die Sonne hinter dem Gebäude verschwinden sehen. Um ihn herum gibt es keine Bagger und Kräne mehr - nur noch die entlang des Wassers, die die Geschichte des früheren Industriegebiets wieder aufgreifen und jetzt nur noch Zierde sind.

Ein paar Straßen weiter, in der Osakaallee, ist auch das "Alte Hafenamt" endlich richtig als Hotel in Betrieb. Denn kaum war das denkmalgeschützte Haus saniert, restauriert und innen schick und gemütlich als Hotel eingerichtet, gab es erstmal einen Wasserschaden und ein Feuer. Einen Hausgeist namens Josef habe man hier, munkeln sie - der sei für derlei Unglücke verantwortlich.

Ob das stimmt, kann Britta Kleweken nicht so genau sagen. Fest steht aber, dass das alte Amtsgebäude im Hafen ein spannendes Projekt war. "Hier sind früher die Kapitäne aus aller Welt ein- und ausgegangen", erzählt die Innenarchitektin. Diese Atmosphäre der Weltoffenheit habe man erhalten wollen. Drinnen findet man ein Sammelsurium von Mitbringseln aus aller Welt, kein Zimmer, das einem anderen gleicht - und eben den Hausgeist, von dem sie hoffen, dass er jetzt Ruhe gibt.

Wie das "Alte Hafenamt" ist der Westteil der Hafencity überwiegend fertig. Nun dehnt sich der neue Stadtteil nach und nach Richtung Osten aus, bis zu den Elbbrücken. "Schlusspunkt wird dort der 235 Meter hohe Elbtower sein, der vom britischen Architekten David Chipperfield geplant wurde", sagt Bühler. Baubeginn soll 2021 sein.

Verena Wolff, dpa

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