Mittwoch, 8. April 2020

Reisen Wie sich Vielflieger vor Coronavirus & Co. schützen

Wie sich Vielflieger vor Viren schützen können

Seit Wochen beherrscht der Corona-Virus die Medien. Die Reaktionen nehmen teilweise schon groteske Formen an. So reicht es bisweilen, dass man asiatischer Abstammung ist, um im öffentlichen Leben diskriminiert zu werden. Das ist absurd. Doch noch verrückter ist das Ganze, wenn man sich einmal die bisher durch Zahlen belegte Letalität des Virus außerhalb von China ansieht. Diese liegt gemäß Christian Drosten von der Berliner Charité bei 0,2 Prozent. Also auf ähnlichem Niveau wie bei Grippeausbrüchen in der Vergangenheit. Und erinnern wir uns an die Saison 2017/2018 zurück. Damals starben gemäß Robert-Koch Institut 25.100 Menschen in Deutschland an Grippeviren. Doch damals gab es in der Presse keine Artikel zu Atemmasken, Desinfektionsprozeduren u.v.m.

Vorsicht statt Panik

Damit möchte ich den Corona-Virus überhaupt nicht herunterspielen. Er ist sicherlich eine ernstzunehmende Bedrohung. Aber man muss hier die Kirche im Dorf lassen. Panik ist hier der falsche Ratgeber, vielmehr geht es darum, aufmerksam zu sein und Risiken zu vermeiden.

Gerade Vielreisende haben mittlerweile oft ein mulmiges Gefühl, wenn sie wieder den Flieger besteigen müssen. Im Folgenden daher einige Ratschläge, wie man Risiken vermeiden kann:

Alexander Koenig
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    Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de), dem größten deutsch-sprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

Hände regelmäßig desinfizieren

Das Wichtigste von allem ist Handhygiene. Ein Großteil der Infektionen erfolgt darüber, dass Erreger an die Hände gelangen und mit diesen dann Augen, Nase oder Mund angefasst werden. Somit ist das A und O, dass man sich regelmäßig die Hände wäscht und diese auch mit einem geeigneten Desinfektionsmittel bzw. Desinfektionstüchern immer wieder keimfrei macht.

Schleimhäute schützen

Da die Luft über den Wolken sehr trocken ist, sind die Schleimhäute angreifbarer. Augentropfen oder Nasenspray sind hier hilfreich. Auch sollte man viel trinken.

Wichtigste Berührpunkte desinfizieren

Während die Luft in Flugzeugen in der Regel aufgrund von Klimaanlage und verbauten Hochleistungs-Luftfiltern, sogenannten Hepa-Filtern, relativ unbedenklich ist, lauern im Kabinenmobiliar allerlei Keime. Mit Abstand die meisten Keime konnten Forscher auf den Ausklapptischen finden. Weitere Keime lauern in den Toiletten, an der Rückenlehnentasche, auf der Fernbedienung und der Anschnallschnalle sowie den Armlehnen. Am besten alles einmal anfangs mit geeigneten Desinfektionstüchern abwischen und beim Essen unbedingt vermeiden, dass Speisen mit dem Ausklapptisch in Berührung kommen. Etwas Vorsicht ist auch bei Kissen angesagt, wenn diese gegebenenfalls mehreren Reisenden angeboten wurden. Manche Reisende bringen daher ihre eigenen Kissen mit.

Abstand halten

Generell gilt: Von Leuten, die erkältet sind, so gut wie es geht Abstand halten und größere Menschenmengen meiden. Wer jetzt besonders ängstlich ist, kann Business Class statt Economy Class buchen, wodurch man automatisch mehr Abstand zu anderen Passagieren hat. Viele Airlines bieten in der Business Class an den Fenstern Einzelsitze an bzw. bei Europaflügen wird der Mittelplatz freigehalten. Das muss nicht immer unbezahlbar sein. So sind mittlerweile Business Class Preise zwischen 1.000 und 1.500 Euro auf der Langstrecke regelmäßig im Rahmen von Sales buchbar. Auch lassen sich mit Hilfe von Meilen oft auch Premium-Flüge vergleichsweise günstig realisieren.


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Atemmasken nur in Ausnahmefällen und dann ganz bestimmte

Atemmasken sind mittlerweile an vielen Orten vergriffen, doch einfache Masken bieten, da sie zu stark durchlässig sind, keinen zuverlässigen Schutz. Es gibt eine sogenannte FFP (Face Filtering Piece) Klassifizierung von 1 bis 3. Nur die Stufen 2 und 3 schützen gegen Krankheitserreger. Doch FFP3 Masken machen das Atmen schwerer. Überhaupt empfiehlt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, dass Gesunde in Deutschland auf Atemschutz verzichten können. Dennoch, wenn man viel reist, ist es sinnvoll, immer für den Fall der Fälle eine geeignete Maske im Handgepäck dabei zu haben.

Fazit

Auch bei Vielreisenden gibt es keinen Grund für Panik. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Ansteckungsrisiko bei Flugreisen deutlich reduzieren.

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