Samstag, 20. Juli 2019

Europas außergewöhnlichste Seilbahnen Hoch hinaus mit Extra-Kick

Hoch hinaus: Europas außergewöhnlichste Seilbahnen
Titlis Bergbahnen/ TMN

Seilbahnen bieten atemberaubende Ausblicke in luftiger Höhe. Aber da geht noch mehr: Offene Verdecks, die Lage auf einem Vulkan - oder einer Polarlichter-Schau.

Seilbahnen schweben weit über dem Boden durch die Luft oder kraxeln auf steilen Rampen Hänge hinauf. Manche Konstruktionen aber stechen heraus - weil sie höher fahren als jede andere Bahn ihrer Art oder an einem einzigartigen Ort gebaut wurden. Wo sind in Europa die außergewöhnlichsten Bahnen unterwegs?

Hier ist eine Auswahl:

Schweizer Gipfelfreuden

Die höchste Dreiseilumlaufbahn der Welt: Der Glacier Ride im Schweizer Zermatt bringt stündlich bis zu 2000 Menschen hinauf zum Klein Matterhorn in den Walliser Alpen. Dort liegt die höchste Bergstation Europas auf mehr als 3800 Metern Höhe, wo sich ein hochalpines Panorama mit 38 Viertausendern und 14 Gletschern auftut. Neben Europas höchstgelegenen Sommerskigebiet lockt im Inneren des Berges ein mit Licht und Musik inszenierter Gletscherpalast.

Im Doppeldecker mit Frischluft: Der erste offene seilbahngeführte Doppeldecker der Welt trägt den passenden Namen "CabriO" - und fährt ausschließlich im Sommer von der Talstation Kälti im Schweizer Kanton Nidwalden auf den Gipfel des Stanserhorns mit Blick auf den Vierwaldstättersee. In ihrem Zubringer aus dem Ort Stans, der nostalgischen Standseilbahn mit Holzkabinen aus dem Jahre 1893, erfahren Passagiere hautnah ein Stück Seilbahngeschichte.

Anders als bei klassischen Pendelbahnen werden die beiden Cabrio-Gondeln nicht oben, sondern seitlich zwischen zwei Seilen geführt. 60 Personen passen unten in die vollverglaste Kabine, 30 weitere können sich auf dem Oberdeck alpine Luft um die Nase wehen lassen. Auf 1900 Metern Höhe wartet bei klarem Wetter ein Rundumblick auf 100 Kilometer Alpenkette und zehn Seen.

Um die eigene Achse auf den Gletscher: Mit der Titlis-Rotair hat der Branchenriese Doppelmayr/Garaventa 1992 oberhalb von Engelberg im Schweizer Kanton Obwalden schon die erste Luftseilbahn der Welt mit rotierendem Kabinenboden gebaut. Seit 2014 schrauben sich von der Station Stand sogar komplett drehbare Gondeln in fünf Minuten einmal um die eigene Achse. Sie passieren auf dem Weg zur Bergstation am Kleinen Titlis eine einzige schrägstehende Stütze. Beste Sicht also auf steile Felswände, Gletscher und Gipfel.

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