Dienstag, 10. Dezember 2019

Europas außergewöhnlichste Seilbahnen Hoch hinaus mit Extra-Kick

Hoch hinaus: Europas außergewöhnlichste Seilbahnen
Titlis Bergbahnen/ TMN

2. Teil: Seilbahn-Oldie, Skywalk und Innenstadt-Bahn

Die nach eigenen Angaben älteste im Original erhaltene Großkabinenseilbahn der Welt fährt in Bad Reichenhall. Bei der Inbetriebnahme 1928 galt sie als Muster einer vollendeten Luftseilbahn - was Ästhetik, Geschwindigkeit, Lautlosigkeit und Sicherheit anging. Die Bahn auf den 1614 Meter hohen Predigtstuhl steht unter Denkmalschutz. Noch immer arbeitet ein Maschinist in der Bergstation, damit die beiden roten zwölfeckigen Kabinen des bayerischen Oldies den Höhenunterschied von 1140 Metern überwinden.

Ein kleines Museum auf dem Berg zeigt die Anfänge der Predigtstuhlbahn im Stil der Neuen Sachlichkeit. Die Sonnenterrasse des ebenfalls denkmalgeschützten Bergrestaurants bietet einen schönen Blick auf die Kurstadt.

Von Frankreich nach Italien durch das Mont-Blanc-Massiv: Während der Fahrt mit der Téléphérique de l'Aiguille du Midi von Chamonix ins französische Bergsteigerparadies rauschen in 20 Minuten etliche Dreitausender vorbei. Auf der zweiten Teilstrecke hat die Südtiroler Firma Leitner Ropeways das Seil 2742 Meter weit ohne Zwischenstützen bis zur steilen Nordwand der 3842 Meter hohen Felsnadel gespannt. Nach dem Stopp in der dünnen Luft des felsigen Vorpostens auf dem Mont-Blanc-Massiv eröffnet sich ein schöner Blick auf Europas höchsten Berg, bei guter Sicht bis zum Genfer See. Mutige genießen auf dem Skywalk den Rundumblick in einem Ausguck mit Glasboden mehr als tausend Meter über dem Boden.

Über die Gletscherwelt geht es mit der Kleinkabinenbahn Vallée Blanche fünf Kilometer weiter zur Helbronner Spitze auf der italienischen Seite. Wer dann noch mit der rotierenden Pendelbahn Skyway Monte Bianco nach Courmayeur im Aostatal herunterfährt, hat eine innereuropäische Grenze überquert - und am Pavillon du Mont Fréty zwischen Juni und September den höchstgelegenen Alpengarten gesehen.

Von der Innenstadt in den Naturpark: Mit Standseilbahnen fährt man an vielen Orten auf den Berg. Doch keine ist so schön und vielfältig wie die Hungerburgbahn in Innsbruck nach Plänen der Architektin Zaha Hadid. Die geschwungenen Dächer der Bahnstationen erinnern in Form und Farbe an fließende Gletscherzungen und Moränen. Die Bahn bringt Passagiere in knapp zehn Minuten von der Innenstadt über die Inn an Europas höchstgelegenen Zoo vorbei in den Stadtteil Hungerburg. Von dort kann man mit Gondelbahnen die Nordkette hinauf zur Seegrube und zum 2300 Meter hohen Hafelekar fahren.

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