Europas außergewöhnliche Gärten Grapefruits in London, Magnolien mit Alpenblick

Die Londoner Kew Gardens sind berühmt für ihre Pflanzensamenbank. Besucher lockt aber eher das weitläufige Areal mit 80 Hektar Fläche.

Die Londoner Kew Gardens sind berühmt für ihre Pflanzensamenbank. Besucher lockt aber eher das weitläufige Areal mit 80 Hektar Fläche.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Eine Welle bunter Mohnblumen mitten in Paris, riesigen Magnolien im Tessin oder Zitronen in London: Botanische Gärten sind meist mehr als nur eine Pflanzenschau, sondern Orte der Überraschungen, der Ruhe und der Ästhetik. Es warten wunderbare Ausblicke, echte Exoten und manchmal malerische Eindrücke.

Royale Gärten mit Weltruhm - die Kew Gardens in London

Ein Muss, nicht nur für Pflanzenliebhaber: Der Kew Garden im Londoner Stadtteil Richmond ist mit seinen weitläufigen 80 Hektar Fläche einer der bedeutendsten botanischen Gärten überhaupt - mit Pflanzenarten aus der ganzen Welt.

In der Forschung haben die royalen botanischen Gärten mit ihrer riesigen Pflanzensamenbank Weltruhm erlangt. "Viele unserer Pflanzen sind bereits vom Aussterben bedroht", erzählt Scott Taylor, der hier Leiter des Gartenbaus ist. "Deshalb versuchen wir, die Samen von so vielen Arten wie möglich zu sichern."

Informationen: 0044 20 8332 5655; www.kew.org/kew-gardens 

Akkurat angelegte Beete, gepflegter Rasen und riesige Gewächshäuser: So präsentieren sich die Kew Gardens in London.

Akkurat angelegte Beete, gepflegter Rasen und riesige Gewächshäuser: So präsentieren sich die Kew Gardens in London.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Versteckt im Wohnviertel - der Chelsea Physic Garden in London

Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt der Chelsea Physic Garden in London. Hier herrscht ein mildes Mikroklima, in dem etwa Grapefruits gut gedeihen.

Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt der Chelsea Physic Garden in London. Hier herrscht ein mildes Mikroklima, in dem etwa Grapefruits gut gedeihen.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Neben Kew mutet der Chelsea Physic Garden, Londons ältester botanischer Garten, winzig an. Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt er im feinen Stadtteil Chelsea. Die Gilde der Apotheker hat ihn im Jahr 1673 für den Anbau von Heilpflanzen anlegen lassen.

Arzneimittelpflanzen stehen immer noch im Mittelpunkt. "Unsere Sammlung an medizinischen Pflanzen ist eine der führenden im ganzen Land", erläutert die Chefgärtnerin, Nell Jones, und zeigt auf die Engelwurz. Die stolze Pflanze mit ihren mächtigen Blüten soll gegen böse Geister helfen - und ganz praktisch auch bei Verdauungsbeschwerden.

Wegen seiner Nähe zur Themse und der schützenden Mauern herrscht im Chelsea Physic Garden ein mildes Mikroklima. Eine gute Voraussetzung für Zitrusgewächse aus südlicheren Gefilden wie Grapefruit, Zitrone und Bergamotte. Großbritanniens größter Olivenbaum steht hier auch. Ein idyllischer Garten mit mediterranem Touch mitten in London.

Informationen: 0044 20 7352 5646; www.chelseaphysicgarden.co.uk 

Wo die Magnolien wachsen - der Parco Botanico Eisenhut im Tessin

Die Pflanzen, die Alpen, der Lago Maggiore. Diesen Ausblick haben Besucher im Botanischen Garten Eisenhut im Tessin.

Die Pflanzen, die Alpen, der Lago Maggiore. Diesen Ausblick haben Besucher im Botanischen Garten Eisenhut im Tessin.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Der Botanische Garten Eisenhut am Monte Gambarogno mit Blick auf den Lago Maggiore ist vor allem für eine Pflanze bekannt: die Magnolie. "Mit 600 Arten gilt unsere Magnoliensammlung als größte der Welt", meint der Eigentümer Rito Eisenhut.

Im sonnenverwöhnten Kanton Tessin auf der Südseite der Schweizer Alpen ist es warm genug für diese Ziergehölze mit den beeindruckenden Blütenblättern. Einige der Magnolien messen mehr als zehn Meter Höhe.

Wer sich auf die schmalen Wege durch den urwaldartigen, 17 000 Quadratmeter großen Park in Hanglage begibt, spaziert durch ein duftendes Blütenmeer aus unterschiedlichsten Kamelien-, Zitrus- und Rhododendron-Sorten.

Informationen: 0041 91795 1867; www.eisenhut.ch 

Rito Eisenhut ist Eigentümer des gleichnamigen botanischen Gartens im Tessin.

Rito Eisenhut ist Eigentümer des gleichnamigen botanischen Gartens im Tessin.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Farbige Geometrie im Jardim Botânico da Madeira in Funchal

Im Jardim Botânico da Madeira gedeihen auch exotische Pflanzen wie diese tropischen Palmfarne.

Im Jardim Botânico da Madeira gedeihen auch exotische Pflanzen wie diese tropischen Palmfarne.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Eine Seilbahn führt von der Altstadt Funchals zu dem 300 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Jardim Botânico da Madeira. Der botanische Garten der portugiesischen Insel Madeira im Atlantik entstand erst 1960 auf dem ehemaligen Anwesen einer Hoteliersfamilie.

Der meist fotografierte Teil des Gartens ist das Parterre. Dort bilden auf einem ebenen Plateau Pflanzen in kontrastreichen Farben geometrische Muster - mit dem Ozean als schillerndem Hintergrund.

"Bei uns gedeihen exotische Pflanzen", erklärt die Fremdenführerin Amélia Carvalho und zeigt auf riesige Strelitzien, einen markanten Drachenbaum und tropische Palmfarne (Cycadales). Diese Urzeitpflanzen sehen aus wie Palmen mit Farnblättern.

Es gibt aber auch einheimische Gewächse in dem Garten zu sehen. "Typisch für unsere Insel sind der Madeira-Storchschnabel, das Zuckerrohr und der spezielle Madeira-Lorbeer. Ursprünglich war das ganze Eiland mit Lorbeerwald bedeckt."

Informationen: https://ifcn.madeira.gov.pt 

Vorne kunstvoll angeordnete Pflanzen, hinten der Atlantik und die Stadt Funchal: Naheliegend, dass das Parterre des Jardim Botânico da Madeira ein besonders beliebtes Fotomotiv ist.

Vorne kunstvoll angeordnete Pflanzen, hinten der Atlantik und die Stadt Funchal: Naheliegend, dass das Parterre des Jardim Botânico da Madeira ein besonders beliebtes Fotomotiv ist.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Mohnblumen wie ein Gemälde - der Jardin des Plantes in Paris

Auszeit vom Großstadttrubel: Der Jardin des Plantes liegt im Herzen von Paris.

Auszeit vom Großstadttrubel: Der Jardin des Plantes liegt im Herzen von Paris.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

In einer schier unendlich langen Rabatte wogt im Jardin des Plantes im Herzen von Paris eine Welle aus bunten Mohnblumen. Die zarten Blütenblätter erinnern an Tupfen auf impressionistischen Gemälden. Touristen fotografieren sich unter den rosa blühenden, japanischen Kirschbäumen. Und das Seine-Ufer ist in diesem botanischen Garten, der zum Museum für Naturgeschichte gehört, ganz nah.

Informationen: 0033 1 40 79 5601/5479; www.jardindesplantesdeparis.fr/fr

Wie Tupfen auf einem impressionistischen Gemälde: So wirken im Frühjahr die malerischen Mohnblumenbeete im Jardin des Plantes von Paris.

Wie Tupfen auf einem impressionistischen Gemälde: So wirken im Frühjahr die malerischen Mohnblumenbeete im Jardin des Plantes von Paris.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Lindenvielfalt in den Jardins de Coursiana in Frankreichs Südwesten

Große Vielfalt: Die Jardins de Coursiana im Südwesten Frankreichs sind als Park von besonderem botanischen Interesse klassifiziert.

Große Vielfalt: Die Jardins de Coursiana im Südwesten Frankreichs sind als Park von besonderem botanischen Interesse klassifiziert.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Im Südwesten Frankreichs, weit weg von der Hauptstadt, liegt ein privater Garten, der wegen seiner Sammlung außergewöhnlicher Pflanzen als Park von botanischem Interesse klassifiziert ist - die Jardins de Coursiana in La Romieu in der Provinz Gascogne. "Wir betonen es gar nicht, dass wir ein botanischer Garten sind", erzählt die Besitzerin des Parks, Véronique Delannoy. "Sonst denken die Leute vielleicht, bei uns sei es langweilig."

Ihr Garten entpuppt sich als wohlgestaltete Fülle aus Blüten und Blättern. Die Gärtnerin liebt Blumen. Aber auch das Arboretum ist etwas Besonderes. 700 seltene Bäume und Gehölze aus fünf Kontinenten, darunter 60 verschiedene Arten von Linden. Da wächst zum Beispiel eine Winterlinde mit rotorange schimmernden Zweigen.

Informationen: 0033 5 6268 2280; www.jardinsdecoursiana.com 

Die Jardins de Coursiana in La Romieu in Frankreichs Südwesten warten mit einer Fülle blühender Pflanzen auf.

Die Jardins de Coursiana in La Romieu in Frankreichs Südwesten warten mit einer Fülle blühender Pflanzen auf.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Asiatische Flora im ältesten botanischen Garten der Niederlande

Der botanische Garten in Leiden ist der älteste in den Niederlanden.

Der botanische Garten in Leiden ist der älteste in den Niederlanden.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Seit mehr als 400 Jahren gibt es den botanischen Garten in Leiden, zwischen Den Haag und Amsterdam gelegen. "Er ist der älteste in den Niederlanden", erklärt Paul Keßler, der deutsche Direktor des Hortus Botanicus. "Er wurde bereits im Jahr 1590 als akademischer Garten der Universität angelegt." Die holländische Ostindien-Kompanie brachte seltene Pflanzen aus den Tropen mit nach Hause - der Anfang einer großen Sammlung von südostasiatischer Flora in Leiden.

Exotik pur im Gewächshaus: Die Wedel des Riesenfarns können mehr als fünf Meter lang werden. Auch die Riesenseerose Victoria amazonica aus Südamerika, die nur nachts blüht, ist ihrer Bewunderer sicher, ebenso die fleischfressenden Kannenpflanzen.

Kunst zwischen Blätterwerk - der Real Jardin Botanico in Madrid

Informationen: https://www.hortusleiden.nl/ 

Im Sommer erstrahlen die Pfeiffenputzersträuche im Real Jardin Botanico von Madrid in einem satten Rot.

Im Sommer erstrahlen die Pfeiffenputzersträuche im Real Jardin Botanico von Madrid in einem satten Rot.

Foto: Daniela David/dpa-tmn

Ein schmiedeeiserner Zaun umfasst den Real Jardin Botanico, den Königlichen Botanischen Garten, in Madrid. Er liegt gleich neben dem berühmten Prado-Museum. Und auch zwischen dem Blätterwerk ist Kunst zu sehen, hier ragen mannshohe Statuen spanischer Botaniker heraus.

Rot wie Feuer leuchten die Blüten des Granatapfels aus Asien und die weichen zylinderförmigen Quasten des Pfeifenputzerstrauchs. Stachlig wirkt die Cardo de Huerta, eine Art spanischer Artischocke.

Pflanzen wie Besucher müssen die Hitze des spanischen Sommers ertragen können. Da wundert es nicht, dass Besucher auf klassisch geformten Bänken im Schatten ein Nickerchen machen. Liegend atmen sie dabei den Duft der Pflanzen ein.

Informationen: 0034 91 4203 017; www.rjb.csic.es 

Zwischen all dem Grün stehen im Real Jardin Botanico von Madrid mehrere Statuen spanischer Botaniker.

Zwischen all dem Grün stehen im Real Jardin Botanico von Madrid mehrere Statuen spanischer Botaniker.

Foto: Daniela David/dpa-tmn
Daniela David, dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.