Fotostrecke

Flugzeug-Catering: Neue Ideen für Essen über den Wolken

Foto: manager magazin online

Neue Ideen für Essen im Flugzeug Krümelfreie Croissants und Gurkenlimonade - das erwartet Flugzeuggäste

Flugzeugessen ist eine Herausforderung. Wenn es schlecht läuft, auch für den Fluggast, in jedem Fall aber für den Anbieter. Essen schmeckt in großer Höhe anders, man braucht mehr und andere Gewürze; deshalb treiben Caterer viel Aufwand, um die Verzehrbedingungen bei der Rezeptentwicklung mit einzurechnen.
Fotostrecke

Flugzeug-Catering: Neue Ideen für Essen über den Wolken

Foto: manager magazin online

In den unteren Klassen muss knallhart kalkuliert werden, auch dort verlangen die Gäste allerdings Angebote für Vegetarier, Veganer, Allergiker, Gluten- und Laktoseintolerante, koschere Speisen für Juden, Halal-Essen für Muslime. Und egal, was serviert wird, es darf auf keinen Fall krümeln, denn Krümel verlängern die Reinigungszeit - und damit die teure Standzeit am Flughafen.

Dass es trotzdem lecker werden kann, wollen derzeit fast 300 Aussteller bei der wichtigsten Caterer-Messe der Welt zeigen. Die World Travel Catering & Onboard Services läuft derzeit in Hamburg parallel zur Aircraft Interiors Expo. Besonders gerne präsentiert man hier, was möglich ist, wenn Airlines gutes Geld in die Hand nehmen, sprich: für ihre First-Class- oder wenigstens Business-Passagiere.

Lesen Sie auch: So schön könnte Fliegen sein - die Crystal Cabin Awards

Es wimmelt von Luxusschokoladeanbietern und Abfüllern feinster Olivenöle, von Weinbrokern und Herstellern edler flugtauglicher Tafelgerätschaften. Und natürlich gibt es neue Getränke, alle edel, gesund oder zumindest originell - wie die Gurkenlimonade, die bisher allerdings nur auf finnischen Inlandsflügen blubbert.

"Die Schere zwischen den einzelnen Klassen geht immer weiter auf. Für Business und First Class wird viel Geld in die Hand genommen, im Economy Bereich arbeiten wir oft mit knallharten Budgets", sagt Jörg Tüttelmann, Vice President Culinary Excellence bei der LSG Sky Chefs, der Catering-Tochter der Lufthansa.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in 50 Ländern präsent, hat rund 34.000 Mitarbeiter und produziert jährlich 591 Millionen Mahlzeiten. "Die Ansprüche sind gestiegen", stellt Tüttelmann fest, "die Leute beschäftigen sich generell viel mehr mit Essen; und auch wer Economy fliegt, gibt ja auf der Langstrecke viel Geld aus - das sind dann auch Leute, die in gute Restaurants gehen."

Nordic Surf and Turf oder doch lieber Nudeln mit Tomatensauce?

In den teuren Klassen wird jeder Gang auf Porzellan wie im Restaurant einzeln serviert. Tüttelmann und seine Sky Chefs tüfteln an Kreationen wie Nordic Surf and Turf (Tafelspitz mit Langustino, dazu braune Butter mit Zitronenaroma, Schwarzwurzel und Jus) oder exquisiten kleinen Mini-Burgern mit süßer Füllung.

In der Holzklasse regiert Pragmatismus: "Wir überlegen, was einfach und gut ist und allen schmeckt", sagt Tüttelmann. "Wir arbeiten an der idealen Tomatensauce, die wir in Italien herstellen. Geerntet wird nur im Juli und August, das fertige Produkt muss dann weltweil verfügbar sein. Es gibt kaum etwas Schwierigeres, als Nudeln mit Tomatensauce perfekt herzustellen - denn jeder kennt das Gericht und hat eigene Vorstellungen. Aber in unseren Tasting Panels waren wir sehr erfolgreich und haben damit ein sehr interessantes Economy-Produkt." Auch das Krümelproblem will er gemeistert haben: "Wir haben ein Croissant entwickelt, das fluffig ist und nicht krümelt."

"Schokolade polarisiert nie"

Andernorts stellt man fest, dass "Peak Muffin" erreicht sei: Statt des allgegenwärtigen Einfachküchleins in Papiermanschette lassen sich immer mehr Hersteller Alternativen einfallen. Man habe die Produktion von Muffins eingestellt, sagt Elise Maertens vom belgischen Hersteller Beldessert, und verkaufe stattdessen lieber "Lavacakes", Schokoladenküchlein mit halbflüssigem Kern.

"Schokolade polarisiert nie", findet auch Ilke Karacasulu von Erlenbacher Backwaren, die ihre Produkte in 45 Länder exportiert. Die niederländische Firma Minibite will den Muffin hingegen lieber neu erfinden - als herzhaften Snack und Alternative zur Mini-Pizza. Der Käsemuffin wird in einer Papierbackform an Bord im Ofen aufgebacken.

Eine Lösung, die sich auch für andere Produkte eignet, wie der Hersteller der "Oven Bag" zeigt - selbst Käsesandwiches ließen sich in den auslaufsicheren Papiertüten unfallfrei erwärmen. Auf einem großen Extraplakat unterstreicht die Firma ihre Kompetenz: Schließlich sei man auch Marktführer bei Spucktüten.