Mittwoch, 24. April 2019

Was die neuen Flugzeugmodelle Reisenden bringen So fliegen wir morgen

Wie wir fliegen werden: Das sind die Flugzeugmodelle der Zukunft
TMN / Boeing

2. Teil: Technisch ist die Ultra-Langstrecke möglich

Offen ist, ob das Fliegen auf der Langstrecke wegen kleinerer Maschinen in Zukunft noch unbequemer wird - Stichwort Sitzabstand. Denn für die Bestuhlung sind die Fluggesellschaften zuständig.

Die Airlines haben in erster Linie ein Interesse an einer möglichst einheitlichen Flotte, die jedes angebotene Ziel erreichen kann. "So kann man auch mal eine Strecke ausprobieren, und wenn die nicht funktioniert, schließt man sie wieder", sagt Reichmuth. Wenn ein Flugzeug sowohl die Badeziele in Europa als auch die USA erreichen kann, ist die Auslastung insgesamt deutlich besser.

Vielleicht tragen die neuen Flugzeugmodelle auch ein wenig dazu bei, dass sich Passagiere weniger für den ökologischen Fußabdruck ihrer Reise schämen. Die Flugzeuge sollen nämlich weniger Kerosin verbrauchen. In Sachen Antrieb haben die bestehenden Maschinen ihre Grenzen erreicht. "Nun geht es in erster Linie darum, durch ein geringeres Gewicht die Emissionen zu verringern", sagt Reichmuth. Dabei helfen extrem leichte Carbon-Faserverbundwerkstoffe.

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Und dann gibt es da noch eine zweite Entwicklung, die durch neue Flugzeugmodelle getrieben wurde: Technisch ist die Ultra-Langstrecke möglich. "Dazu kann man alle Strecken mit mehr als 10.000 Kilometer Länge zählen", sagt der Experte.

Die Fluggesellschaft Qantas plant die erste Direktverbindung von Australien nach Europa überhaupt. Starten sollen die Maschinen ab März 2018 im westaustralischen Perth. Sie landen 17,5 Stunden später und 14.500 Kilometer weiter in London. Möglich wird dies durch das Modell Boeing 787 Dreamliner. Ohne Umsteigen nach Australien - das könnte bald auch für deutsche Urlauber Realität werden.

Doch ist eine derart lange Strecke nonstop nicht eine Qual für die Passagiere? Qantas-Chef Alan Joyce verspricht eine bequemere Economy Class als gewöhnlich. Auch beim Service will man so arbeiten, dass der Jetlag reduziert wird. Der Dreamliner komme außerdem mit besserer Luftqualität, weniger Lärm in der Kabine und einer Technologie, die Turbulenzen weniger spürbar macht.

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