Samstag, 24. August 2019

Nationalparks in Colorado Rote Felsen, schwarze Schluchten, gelbe Dünen

Colorado: Mitten in der bunten Wildnis
Christian Röwekamp/dpa-tmn

Der Südwesten von Colorado in den USA geizt nicht mit Farben. In drei Nationalparks kommen Besucher der Berglandschaft auf verschiedene Weise nahe. Wild und ungezähmt bleibt die Natur fast überall. Benannt ist der US-Bundesstaat in den Rocky Mountains nach dem Rio Colorado, der dort entspringt und sich seinen Weg in Richtung Pazifik sucht.

Wer heute nach Colorado mit seiner Hauptstadt Denver reist, der wird rasch feststellen, dass diese - auch kulturell und gesellschaftlich recht bunte - Region im Westen der USA eine enorme Vielfalt bietet. In der Natur sorgen kraftvolle Töne für eindrucksvolle Bilder, die Urlaubern lange im Gedächtnis bleiben. Wenige Stunden Fahrt trennen Landschaften, die von sehr verschiedenen Farben geprägt sind. Oft herrscht das Grün der Wälder vor, aber auch Schwarz, Gelb oder Rot kann der Farbton Nummer eins sein, zeigt ein Besuch in drei Nationalparks in Colorados Südwesten.

Rot: Colorado National Monument

Was für ein Ausblick! Durch enge Kurven und zwei Tunnel windet sich die Straße über gut 330 Höhenmeter nach dem Westeingang des Colorado National Monument, oft nahe an steilen, rot-orangen Felsen entlang. Nun steht der Wagen auf dem Campingplatz am Saddlehorn, die letzten 50 Meter bis zur Abbruchkante des Plateaus sind zu Fuß zurückgelegt - und ein gewaltiges Panorama breitet sich aus. Der Blick reicht über spitze Felsnadeln, den Colorado River und den Ort Fruita bis hin zu einer Bergkette weit entfernt im Nordosten.

Das Hochplateau des Colorado National Monument fällt zum Colorado River hin steil ab und formt mit seinen Canyons eine von vielen Millionen Jahren der Erosion geprägte Kulisse. Sie erinnert mit ihren Sandsteintürmen manchmal an das Monument Valley, das Filmfans aus alten Western kennen.

Mit einer Tour auf dem 37 Kilometer langen Rim Rock Drive lässt sich das Naturspektakel leicht erschließen. Viele Motorrad- und Radfahrer sind hier unterwegs. Immer wieder verleiten Aussichtspunkte zu einer Unterbrechung der Fahrt, etwa am Upper Ute Canyon Overlook. Hier lässt sich testen, wie lange ein verblüffend starkes Echo braucht, um von der rotbraunen Canyonwand zurück zu schallen.

Kurze Pfade führen an Felsformationen heran, die Window Rock oder Coke Ovens heißen. Die meistfotografierte ist das steile, gut 135 Meter hohe Independence Monument. John Otto, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts maßgeblich dafür sorgte, dass die US-Regierung diese Canyons unter Naturschutz stellte, hat den Sandsteinbrocken im Jahr 1911 gleich zweimal erklettert - am 6. Juni und dann vier Wochen später noch einmal am Unabhängigkeitstag. Er hat damals den Anfang der Unabhängigkeitserklärung der USA im Fuß des Felsens verewigt und auf dessen Gipfel zum ersten Mal die US-Flagge gehisst. Noch heute bezwingen Kletterer das Independence Monument jedes Jahr wieder am 4. Juli und lassen dort das Sternenbanner wehen.

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