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Ranking: In diese deutschen Städte fahren chinesische Geschäftsreisende

Immer mehr Business-Reisende aus China in Deutschland Diese deutschen Städte ziehen Chinas Geschäftsleute an

Deutschland ist ein begehrtes Reiseziel. Das hat nicht nur touristische Gründe: In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Geschäftsbesucher aus China drastisch gestiegen. Das zeigt eine Untersuchung des Buchungsportals HRS, das in China schon seit 2002 eigene Büros für Firmenkunden unterhält und für diese eigene Buchungssysteme betreibt. Deutschland ist derzeit der beliebteste Markt für Firmenjäger aus China in Europa - und parallel sind auch die Besuchszahlen chinesischer Geschäftsreisender stark gestiegen.

"Einen besonders großen Anstieg chinesischer Geschäftsreisen nach Deutschland beobachten wir seit Ende 2013/14", sagt HRS-Sprecher Björn Zimmer. Der Schub ist immens: von 2010 bis 2015 haben sich die Geschäftsreisebuchungen bei dem Portal verfünffacht, das Umsatzvolumen für die hiesigen Hotels stieg auf das Vierfache. Pro Hotelzimmer und Nacht zahlten die Gäste aus China dabei im Schnitt des vergangenen Jahres 89,50 Euro. Das sind 14 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. HRS hat auch ermittelt, welche deutschen Städte bei den Kunden aus China die wichtigsten Ziele sind - das Ranking finden Sie hier.

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Auch der Hotelverband Deutschland IHA verzeichnet große Zuwächse. Referent Tobias Warnecke: ""Der Anteil der chinesischen Gäste wächst kontinuierlich - da sind mit die höchsten Steigerungsraten, was uns natürlich sehr freut. Gegenüber dem Vorjahr hatten wir in den ersten fünf Monaten des Jahres 2016 eine Steigerung von 7,3 Prozent auf 883.324 Übernachtungen chinesischer Gäste. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der Übernachtungen chinesischer Gäste insgesamt von 1.092 Mio. im Jahr 2010 auf 2.539 Mio. im Jahr 2015. Eine Steigerung von 132 Prozent."

Für deutsche Hoteliers bietet das auch Herausforderungen: Sie müssen sich auf Gäste einstellen, die oft ganz eigene Bedürfnisse mitbringen. HRS-Sprecher Zimmer: "Hotels können punkten, indem sie etwa Hotelbeschreibung und Wlan-Instruktion auf Mandarin anbieten, einen Wasserkocher aufs Zimmer stellen und zum Frühstück auch einmal eine Nudelsuppe anbieten. Geschäftsreisende freuen sich außerdem, wenn sie auch chinesische Fernsehsender schauen können." Und wenn der Wasserkocher im Zimmer steht, freuen sich die Gäste oft über Fertignudeln in der Minibar und kostenlosen Tee auf dem Zimmer - eine Bezahlmöglichkeit über China Union Pay wird ebenfalls gern gesehen.

IHA-Referent Warnecke ergänzt: "Es gibt Besonderheiten, auf die immer mehr Hoteliers Rücksicht nehmen: Etwa lieben es die chinesischen Gäste, in größeren Gruppen essen zu gehen, und sitzen dabei lieber in Nischen als an freistehenden Tischen. Die Essgewohnheiten sind auch anders, oft geht es etwas lauter zu - manche Hotels richten sich auf diese Bedürfnisse ein und bieten Mischkonzepte in der Gastronomie, bei denen man zwischen Tischen und Nischen wählen kann."

Etliche Hotelketten wie die spanische Meliá Group nehmen die boomende Zielgruppe systematisch in den Fokus. Meliá betreibt in Deutschland 26 Hotels. In ausgewählten Häusern wird das globale Programm "PengYou" umgesetzt: Es gibt Schulungen für alle Mitarbeiter, manche sprechen sogar Mandarin; Kooperationen mit chinesischen Reiseanbietern, besondere Snacks und Menüs - und bei Hotelbuchungen und Bonusprogrammen werden auch bei Chinesen beliebte soziale Netze wie WeChat einbezogen.

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