Samstag, 24. August 2019

Australiens berühmtester Strand Die Reichen und Schönen von Bondi Beach

Bondi Beach: Australiens berühmtester Strand
VisitNSW.com/Destination NSW/dpa-tmn

Surfer, Schwimmer, Schaulustige: Sie alle versammeln sich in Sydney an einem ikonischen Ort. Bondi Beach ist der berühmteste Strand Australiens. Warum eigentlich?

Der berühmteste Strand Australiens wird von Surfern aus Sydney eher gemieden. "Die Einheimischen kommen nicht unbedingt hierher", sagt Bruce Hopkins. "Die Wellen sind nicht gut zu reiten, sie brechen schnell." Trotzdem ist Bondi Beach ein Mythos, seine Anziehungskraft reicht weit über die Landesgrenzen hinaus - nicht nur zu Zeiten von Rekordhitzewellen wie in diesem Januar, sondern auch in ganz normalen Jahren. Und Hopkins hat seinen Teil zur Legendenbildung beigetragen.

Als Head Life Guard ist Bruce "Hoppo" Hopkins das Gesicht der erfolgreichen australischen Fernsehserie "Bondi Rescue". Mittlerweile 13 Staffeln zeigen die Arbeit der Rettungsschwimmer. Hopkins - 50 Jahre alt, schlank, Dreitagebart - macht den Job schon seit 27 Jahren. Sein Alter sieht man ihm nicht an. "Ich genieße das immer noch", sagt er in seinem Büro im Bondi Pavillon über die Arbeit. "Es ist gut, hier draußen zu sein und Leuten zu helfen."

In der Tat gibt es viel zu tun. An belebten Tagen kommen 30.000 bis 40.000 Besucher an den Strand am Pazifischen Ozean. Bondi Beach ist ein Wahrzeichen, offizielles Nationalerbe Australiens, Symbol für die Identität des Landes, eine internationale Marke.

Touristen aus aller Welt gehen hier einmal ins Meer oder stellen sich zumindest für ein Foto auf der Promenade auf. Ortsfremde legen ihre zumeist eher bleichen Körper kurz oder etwas zu lange in die Sonne. Manche melden sich bei der Surfschule am Nordende des Strandes für einen Crashkurs an, um einmal, für zwei oder drei Sekunden, auf dem Brett zu stehen. Viele sind es allerdings nicht. Am Bondi Beach bekommt man den Eindruck: Hier geht es nicht in erster Linie ums Surfen. Bondi ist aber auch kein klassischer Badestrand, es gibt gefährliche Strömungen im Meer. Offenbar geht es um etwas anderes.

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Frühmorgens am Strand liegt das Wasser noch ruhig da unter einem dunstigen Himmel, hinter den Wolken wartet die Sonne auf ihren Auftritt. Mehrere Dutzend Jogger stapfen bereits durch den Sand, den Strand auf und ab, ihre Bühne misst gut einen Kilometer. Die ersten Surfbretter liegen im Wasser, Handtücher werden ausgebreitet, Kleidungsstücke abgelegt, Kinder betüddelt. An öffentlichen Fitnessgeräten machen junge Frauen und Männer ihre Übungen, und man fühlt sich, sofern es einem die Form nicht verbietet, dazu ermutigt, auch gleich mal ein paar Klimmzüge zu machen, weil es hier nicht albern, sondern vollkommen selbstverständlich erscheint.

Geht es am Bondi Beach eher um Körperkult als um Surferkult, wobei ja beides irgendwie zusammenhängt? Dieser Eindruck drängt sich auf, im Vorortviertel Bondi auch in den Straßen rund um den Strand.

Fitte Herren laufen barfuß mit Surfboard unter dem Arm durch die Stadt, den Overall bis unter den Bauchnabel heruntergekrempelt. Schönlinge auf Skateboards schieben austrainierte Waden durch die Straßen. Lange Hosen tragen Männer hier offenbar nur in Berufen, in denen das absolut notwendig ist. Die Hotpants vieler Frauen scheinen zeigen zu wollen, dass viele Stunden Workout in den Oberschenkeln stecken. Nahezu alle Menschen sehen auf interessante Weise gut aus. Man könnte sie jederzeit ablichten für ein Instagram-Foto, das wiederum werbetauglich wäre für praktisch jedes Konsumprodukt, das Fitness, Glück und das richtige Leben verspricht.

Die Leute bewegen sich in Bondi zwischen schicken, lässigen Brunchlokalen und Bars, hochpreisigen Friseursalons, Surfshops und Designer-Modeläden - oft in Begleitung ihrer "Designerhunde", wie eine Einheimische spöttisch anmerkt. Bäckereien erheben das Brotbacken zum Kunsthandwerk ("artisan sourdough bakers"), Imbisse sind selbstverständlich vegan ("plant based eatery"). Der Versuch, in einem Café eine Cola zu bestellen - die zuckerfreie Variante! - schlägt fehl. Es gebe nur selbstgemachte Limonaden, erklärt die Bedienung mit einem etwas mitleidigen Blick. "Sorry."

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